Der Coop-Regionalrat unterstützt regelmässig soziale Institutionen und gemeinnützige Projekte. Einer dieser Beiträge geht in diesem Jahr an den WWF Ostschweiz: Die regionale Sektion der Umweltschutzorganisation hat ihren Biberlehrpfad zwischen Oberbüren und Niederbüren nach 13 Jahren rundum erneuert. Wer und was hinter dem Projekt genau steckt, zeigt dieser Einblick.

Mit grossen Augen bestaunt Jari (4) einen echten Nagezahn in seiner Hand: «Schau, der Biber hat so lange Zähne wie meine Finger.» Sein Bruder Laurin (5) ergänzt neugierig: «Aber warum sind die so orange?» In der letzten Stunde sind die beiden Jungs so richtig in die Welt des grössten europäischen Nagetiers eingetaucht. Und zwar direkt dort, wo der Biber seit einigen Jahren wieder heimisch ist – entlang der Thur zwischen Ober- und Niederbüren.

Auf dem rund 3,5 km langen Spazierweg erstellte der WWF bereits 2009 den Biberlehrpfad. «Weil er ziemlich in die Jahre gekommen ist, haben wir ihn vollständig erneuert und noch familienfreundlicher gestaltet», betont Sieke Paysen vom WWF Ostschweiz. Ob lehrreiche Infotafeln, spannende Schätz- oder verblüffende Quizfragen: Zehn Stationen mit interaktiven Elementen laden entlang des Pfads zum Verweilen und Entdecken ein. «Hier erfahren Jung und Alt auf anschauliche Art alles Wissenswerte rund um den Biber», ergänzt die 43-Jährige.

Spielend Wissen vermitteln

Für Abwechslung beim Laufen ist ebenfalls gesorgt: Die Kinder können ihre Spürnase beim Suchrätsel, die Erwachsenen beim Geocaching beweisen. Zudem sorgen neue Attraktionen

aus massivem Holz für Spielspass: ein Biberbau, ein Balancierpfad über Baumstämme sowie eine Biberrutsche. Laurin klettert flink darauf herum und Jari saust vergnügt hinab. «Die Rutsche läuft super», ruft er strahlend. Und Sieke Paysen erklärt: «Wenn die Biber häufig an der gleichen Uferstelle ins Wasser gleiten, bildet sich dort eine Rinne, die man Biberrutsche nennt.»

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Sieke Paysen vom WWF Ostschweiz zeigt Coop-Regionalrat Remo Keller bei der neuerrichteten Biberrutsche das Modell eines Biberschädels und erklärt, was es mit der ungewöhnlichen Farbe der Nagezähne auf sich hat. ¬Laurin (vorne) und Jari hören und  sehen aufmerksam zu.

Da die Auffrischung des Biberpfads mit hohen Kosten verbunden ist, unterstützt der Coop-Regionalrat Ostschweiz das Projekt mit 5000 Franken. «Der wunderschön gelegene Pfad, der auf die wichtige Funktion des Bibers in der Natur aufmerksam macht und viele Fakten dazu kindergerecht vermittelt, ist eine grosse Bereicherung», begründet der zuständige Regionalrat Remo Keller (41) das Engagement. Zudem vereint der Naturlehrpfad jene Werte, für die auch Coop steht: Familienfreundlichkeit, Naturschutz und Nachhaltigkeit.

Der Gossauer Remo Keller fährt fort: «Als Kind habe ich selbst viel Zeit an der Thur verbracht und die Natur beim Planschen, Schiefern oder Bräteln sehr genossen. Auch darum ist die Erneuerung des Pfads für mich eine Herzensangelegenheit.» Eine solche ist er auch für den WWF, wie Sieke Paysen ergänzt. «Der Pfad soll Freude machen und die Leute sensibilisieren. Vielen ist gar nicht bewusst, wie die Biber zur Renaturierung der Bäche und Flüsse beitragen und die Artenvielfalt fördern.»

Ökologische Bereicherung

So sorgt der dämmerungs- und nachtaktive Nager durch das Fällen der Bäume oder das Stauen des Wassers für Totholz, kleine Teiche, Versteckmöglichkeiten, Nahrung und feuchte Standorte. Davon profitieren zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten. «All das und viele weitere Biber-spuren kann man beim Pfad entdecken. Vor allem im Winter und Frühjahr findet man angenagte und gefällte Bäume sowie geschälte Äste am Ufer der Thur», sagt Sieke Paysen. Dann klärt sie die interessierten Jungs noch über die ungewöhnliche Zahnfarbe auf. «Die äussere Schicht der Bibernagezähne enthält Eisen. Dieses macht die Zähne äusserst stabil und daher kommt auch die orange Farbe.» 

Eröffnung des Biberpfads diesen Freitag

Der rundum erneuerte Biberlehrpfad zwischen Oberbüren und Niederbüren wird diesen Freitag, 29. April, offiziell eröffnet. Er ist das ganze Jahr begehbar, mehrheitlich rollstuhl- und velogängig und mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen.