In einer äusserst unterhaltsamen Partie unterliegen die Wiler den Gästen aus der Munotstadt mit 2:3. Ein ungerechtfertigter Elfmeter und eine schwache Minute der Heimmannschaft entschied das Spiel zu Gunsten der Gäste. Trotzdem darf der FC Wil von einem gelungenen Auftritt und einer starken Leistung sprechen. Einiges sprach vor der Partie für die Gäste aus der Nordostschweiz. Die schwächste gegen die stärkste Offensive oder auch Tabellenletzter gegen Tabellenzweiter. Einmal mehr zeigte die junge Mannschaft von Konrad Fünfstück, dass all diese Fakten nichts wert sind, wenn der Wille spielbestimmend nimmt. Es darf vorab gesagt werden, dass man sich gegen Schaffhausen von einer Starken Seite präsentiert hat.

Beide Mannschaften starteten wach in die Partie und waren von Beginn weg auf Augenhöhe. Insgesamt aber doch mit leichten Vorteilen für die Äbtestädter. Mit fortlaufender Spieldauer kippten die Vorteile zunehmend in Richtung Wil. Was aber in der ersten Halbzeit fehlte, waren die klaren Torchancen. Eine solche gab es nur für den Schaffhauser Imran Bunjaku, der aber an Torhüter Baumann scheiterte.

Starke zweite Halbzeit

Leistungsgerecht endete die erste Halbzeit mit einem 0:0. Der zweite Spieldurchgang entschädigte dann aber den neutralen Fussballfan. Der FC Wil kam noch stärker aus der Kabine und drängte auf den Führungstreffer. Immer wieder spielte man den Ball schnell aber kontrolliert nach vorne und brachte so die Abwehr der Gäste ins Wanken. Es war nur eine Frage der Zeit bis der Führungstreffer fallen würde.

Doch mit einem fragwürdigen Elfmeterpfiff stellte Schiedsrichter Luca Gut die Partie auf den Kopf. Mikari liess sich nicht zweimal bitten und verwertete zum 0:1. Die Antwort des FC Wil liess nicht lange auf sich warten. Nur vier Minuten nach der Führung glich Johan Vonlanthen auf Zuspiel von Schällibaum aus. Das Heimteam rannte weiter an. Zé Eudardo scheitert kurze Zeit später am Torhüter der Gäste.

Torreiche Schlussviertelstunde

Es war wieder der brasilianische Neuzugang, der in der 75. Minute vor dem Tor auftauchte. Dieses Mal mit einem erfolgreichen Abschluss zur Führung des Heimteams. Auch mit dem Spielstand von 2:1 im Rücken spielte die Mannschaft weiter munter nach vorne. Als Fan stellte man sich wohl nur die Frage ob der Sieg noch höher ausfallen wird.

Falsch gedacht – Tunahan Cicek schockte innert weniger als zwei Minuten die IGP Arena. Mit einem Doppelpack in der 83. und 84. Minute stellte er den Spielverlauf erneut auf den Kopf. Beide Treffer müssen sich die Wiler selber ankreiden. Beide Mal fand der Mittelfeldspieler der Munotstädter zu einfach einen Weg durch die Hintermannschaft des FC Wil.

Eigentlich darf man von einem durchaus gelungenen Auftritt des Heimteams sprechen. Die Art und Weise der Niederlage sorgt aber für Ernüchterung. «Man konnte heute nicht erkennen wer Spitzenreiter ist.», es war wohl nicht nur Konrad Fünstück der das so sah, er fügte aber auch an: «Wenn du dann acht Minuten vor Schluss so führst, musst du so ein Spiel auch über die Bühne kriegen.»

FC Wil – FC Schaffhausen 2:3 (0:0)

IGP Arena, Wil: 920 Zuschauer. – SR: Gut.

Tore: 59. Mikari 0:1, 63. Vonlanthen 1:1, 75. Zé Eduardo 2:1, 83. Cicek 2:2, 84. Cicek 2:3.

FC Wil 1900: Baumann; Goncalves, Lekaj, Stillhart, Schällibaum; Scholz; Latifi (85. Korkmaz), Zé Eduardo; Kucani, Vonlanthen (84. Cortelezzi), Keller (82. Maroufi).

FC Schaffhausen: Nikolic; Loosli, Neitzke, Rhyner; Paulinho, Lika (55. Mevlja), Bunjaku, Mikari (82. Del Toro); Castroman; Cicek, Sessolo (69. Dangubic).

Bemerkungen: Wil ohne Lekaj (gesperrt), Ilazi, Huber, Lombardi und Sacirovic (alle verletzt) und Roesler (nicht im Aufgebot). Schaffhausen ohne Matic und Gül (beide verletzt) und Grasseler und Fioravanti (beide nicht im Aufgebot).

Verwarnungen: 59. Mikari, 72. Dangubic, 79. Latifi, 82. Scholz, 85. Cicek.