Auf der Deponie Burgauerfeld werden seit 1995 Rückstände aus Verbrennungsanlagen abgelagert. Nach der Verfüllung der ersten Etappe mit rund 240‘000 Kubikmetern Volumen erfolgte in den Jahren 2008 bis 2010 der Bau der zweiten Etappe mit rund 250‘000 Kubikmetern Deponievolumen. Im Herbst 2017 stimmten die Delegierten des Verbands einem Kredit für den weiteren Ausbau der Deponie in der Höhe von 5,5 Millionen Franken zu. «Damit sind nun wieder optimale Voraussetzungen geschaffen, dass im Burgauerfeld auch während der nächsten rund zehn Jahre die Rückstände aus Verbrennungsprozessen gesetzeskonform und nach dem neusten Stand der Technik gelagert werden können», schreibt der zuständige Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) in einer Mitteilung.

Von der Deponie zum Rohstofflager
Im Bereich der Deponien hat sich in den vergangenen Jahren ein grundlegendes Umdenken vollzogen. Ging es früher vor allem um die Endlagerung von Rückständen, so steht heute die Rückgewinnung von Roh- und Wertstoffen im Vordergrund. Mit der Metallrückgewinnungsanlage werden aus der angelieferten Schlacke zehn Mengenprozent an Eisen, Aluminium, Kupfer und Edelstahl mechanisch abgetrennt und in den Stoffkreislauf zurückgeführt. Deshalb wird die Deponie immer mehr auch als Rohstofflager betrachtet und entsprechend bewirtschaftet. So ist beispielsweise die aus der Schlammverbrennung anfallende Asche reich an Phosphor – ein immer knapper werdender Rohstoff. Die abbaubaren Vorkommen sind weltweit begrenzt. «Dies zwingt zu weitsichtigem Handeln, denn Phosphor ist ein lebenswichtiger Nährstoff für Mensch und Natur», schreibt der ZAB. Auf der Deponie Burgauerfeld wird die phosphorhaltige Asche heute in einem getrennten Teilbereich gelagert, so dass der darin enthaltene Phosphoranteil bei Bedarf und mit geeigneter Technik wieder aus der Asche zurückgewonnen werden kann.

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Flawils Gemeindepräsident Elmar Metzger zu Gast auf der Deponie. Er schüttelt Claudio Bianculli, Vorsitzender der ZAB-Geschäftsleitung, die Hand.

Kröten, Frösche – und eine Biberfamilie
Das Burgauerfeld ist aber nicht nur eine Deponie, sondern auch Heimat für diverse Tiere. Das Gebiet ist ein wichtiges Fortpflanzungsgebiet für bedrohte Amphibienarten. Um die Amphibien in der Schweiz zu schützen, hat der Bund ein Inventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung in Kraft gesetzt. Bereits im Jahr 1990 hat sich der ZAB verpflichtet, die am Standort vorhandenen Wasser- und Ruderalflächen durch geeignete Massnahmen zu sichern. Mit dem Bau der Deponie wurde 1993 auch eine ökologische Begleitgruppe einberufen, die bis heute dafür sorgt, dass die Bestände der vorhandenen Amphibien möglichst erhalten werden können. Zu diesen Amphibien gehören Gelbbauchunken wie auch Bestände an Erdkröten, Gras- und Grünfröschen oder Berg-, Faden-, und Teichmolchen. Zwischenzeitlich hat sich sogar eine Biberfamilie das Burgauerfeld zur Heimat gemacht. "Sie ist seit Jahren im Burgauerfeld und dürfte auch künftig in der Deponie oder dem Umfeld einen idealen Lebensraum vorfinden", sagt Claudio Bianculli, Vorsitzender der ZAB-Geschäftsleitung.