Mit dem Cup-Viertelfinal zwischen Lausanne und Basel geht es am Sonntag um 16 Uhr auch in der Schweiz wieder los. Als eines der letzten Länder in Europa wird der Spielbetrieb wieder aufgenommen. Eben diese Lausanner sind am kommenden Freitag dann der erste Pflichtspiel-Gegner des FC Wil nach einer fast viermonatigen Meisterschaftspause. Wie der Rahmen dieses Spiels im Bergholz aussieht, wird trotz einiger noch offener Fragen immer klarer. Denn mittlerweile liegt das Schutzkonzept vor, welches die Swiss Football League zusammen mit den Behörden erarbeitet hat.

Und siehe da: Es gibt eine Maskenpflicht. Nicht auf dem Feld, sondern auf der Anreise und im Kabinenbereich. Da dort der Mindestabstand von zwei Metern nur schwer einzuhalten und die Luftzirkulation oftmals schlecht ist, müssen Masken getragen werden. Idealerweise werden jedem Team mehrere Garderoben zur Verfügung gestellt. Ist dies nicht möglich, soll die Nutzung der Garderobe gestaffelt erfolgen, also zum Beispiel zuerst Goalies, dann Startelf und dann Ersatzspieler. Im Gegensatz zu Deutschland müssen die Betreuer und Ersatzspieler während dem Spiel keine Maske tragen. Dafür soll der 2-Meter-Abstand eingehalten werden. Das heisst: Manch einer nimmt auf der leeren Tribüne Platz statt auf der Betreuerbank.

Farbige Stadien

Die Teams laufen nicht miteinander aufs Feld. Sondern gestaffelt, ohne Begleitung von Kindern. Ein Handshake gibt es weder vor noch nach der Partie. Beim Torjubel soll nur Kontakt mit dem Ellbogen und den Füssen erfolgen. Ob das auch wirklich eingehalten wird?

Das Bergholz und alle anderen Stadien der 20 Swiss-Football-League-Klubs werden in vier Farben unterteilt. Alle Personen im Stadion haben entsprechend Zutritt. Zur Personengruppe rot gehören Spieler, Staff und Offizielle. Nur sie dürfen in den Kabinenbereich. Zur Gruppe orange zählen Leute der Spielorganisation am Spielfeldrand und der TV-Produktion. Sie dürfen in den Stadioninnenraum. Der Gruppe «gelb» gehören Journalisten, Klubvertreter und Gäste an. Sie haben sich auf der Tribüne aufzuhalten. Und dann gibt es die Gruppe grün, welche im Aussenbereich das Stadions zugelassen ist. Dazu zählen zum Beispiel jene Leute, welche TV-Übertragungen in einem Übertragungswagen schneiden. Jeder, der im Stadion ist, muss vor dem Zutritt eine Selbstdeklaration unterschreiben und dabei bestätigen, dass er in den vergangenen 14 Tagen keine Covid-19-Sympthome aufgewiesen hat. Corona-Tests sind nicht Voraussetzung, da ein negativer Befund eine trügerische Sicherheit vermitteln könnte.

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Eine Woche vor dem ersten Pflichtspiel seit fast vier Monaten haben Bledian Krasniqi und der FC Wil ein internes Testspiel absolviert.


Diese Fragen sind noch ungeklärt

Aus dem Konzept geht hervor, dass an einem Challenge-League-Spiel die Mannschaften, Betreuer, Offiziellen, Journalisten, TV-Macher und Gäste schon fast 150 Personen ausmachen. Da der Bundesrat aktuell keine Veranstaltungen mit mehr als 300 Personen erlaubt, dürfte der FC Wil also noch maximal 150 Fans ins Stadion lassen. Ob er es tun wird, steht auch fünf Tage vor dem ersten Spiel noch nicht fest. «Wir nehmen noch weitere Abklärungen vor. Der Aufwand ist erheblich und ein für alle gerechtes Verteilsystem gibt es wohl nicht. Wir werden den Entscheid nach dem Wochenende bekanntgeben», sagt FC-Wil-Mediensprecher Dani Wyler zu hallowil.ch.

Ebenfalls noch nicht publik ist, ob alle Challenge-League-Spiele live im Internet gestreamt werden. Die Liga will diesbezüglich am Montag kommunizieren. hallowil.ch hat sich bereits entschieden und wird von allen Spielen berichten – wie gewohnt mit Livetickern von den Heim- und Auswärtspartien.

1:1 in internem Test

Die Wiler Mannschaft hat am Freitag ein internes Testspiel bestritten. Gruppe gelb spielte gegen Gruppe blau während rund 90 Minuten. Es resultierte ein 1:1, zu welchem Andrea Padula und Julian von Moos die Tore beisteuerten. Über das Wochenende hat die junge Equipe frei, bevor es danach Schlag auf Schlag geht. Innerhalb von 42 Tagen finden die 13 verbleibenden Spiele statt.