Zu Beginn des Spiels versuchten beide Mannschaften in der Offensive Akzente zu setzten. Nichts war zu spüren einem möglichen Abtasten. Auch die Krienser spielten in den Startminuten munter mit. Den ersten Abschluss des Spiels hatten allerdings die Wiler. Nach fünf Minuten scheiterte Kamber mit seinem Abschluss an Torhüter Brügger. Diese Szene schien einen Bruch in der Krienser Mannschaft zu verursachen. In der Folge waren es praktisch nur noch die Wiler die das Spiel bestimmten. Sie konnten schalten und walten wie sie wollten. So kam es, dass in der 18. Minute Reichmuth einen Vorstoss aufs Tor der Gäste wagte. Aber anstatt an der Strafraumgrenze abzuschliessen, hatte er das Auge für den auf der rechten Seite mitgelaufenen Bahloul. Dieser nahm den Ball an und erzielte mit einem Satten Schuss die Wiler Führung.

Nach dem Führungstreffer zogen sich die Wiler auf einmal zurück und so hatten die Krienser mehr Platz für den Spielaufbau. Die Innerschweizer waren aber in ihrem Spiel viel zu ungenau, als dass sie die Wiler wirklich hätten in Gefahr bringen können. Mitten in diese Phase hinein konnte Fazliu einen Eckball von der linken Seite treten. Im Strafraum stand Lukembila vor dem Torhüter. Er machte zwei Schritte ins Feld hinein und traf unbedrängt mit dem Kopf zum 2:0. Die Wiler zeigten einmal mehr ihre Effizienz. Aus den ersten drei Schüssen aufs Tor erzielten sie zwei Tore. Weil die Wiler nach dem zweiten Treffer etwas Tempo rausnahmen und Keller in der gesamten ersten Halbzeit nur einen Ball halten musste, ging es mit einer verdienten Wiler Führung in die Pause.

Souveräne zweite Halbzeit

Die zweite Halbzeit begannen die Wiler mit viel Elan. Sie versuchten schnell das vorentscheidende 3:0 zu erzielen. Dies gelang ihnen dann auch in der 49. Minute, als Silvio über die linke Seite vorstiess und aus spitzem Winkel abschloss. Sein Abschluss ging aber am Tor vorbei und schien bereits über die Auslinie zu gehen, als Bahloul den Ball mit vollem Einsatz im Spiel hielt. Er spielte den Ball zum freistehenden Lukembila, der alleinstehend zehn Meter vor dem Tor den Pass zum dritten Wiler Treffer verwertete. In der Folge hatten die Krienser zwar mehr Ballbesitz, aber zwingende Chancen konnten sie sich nicht erarbeiten.

Die Wiler ihrerseits versuchten weiter Tore zu erzielen, gingen aber mitunter sehr fahrlässig mit ihren Chancen um. So hätte Lukembila in der 71. Minute freistehend vor dem Tor auf der Höhe des Elfmeterpunktes eigentlich seinen dritten persönlichen Treffer des Abends erzielen müssen. Er setzte den Ball aber übers Tor. Besser machte es Kamber in der 83. Minute. Fazliu trat einen Eckball von der linken Seite und Kamber konnte vollkommen unbedrängt zum 4:0 köpfen. In der Folge passierte nicht mehr viel, weil die Wiler nicht wollten und die Krienser nicht konnten. Man hatte das Gefühl, dass die Gäste noch lange hätten weiterspielen können und trotzdem kein Tor erzielt hätten. So kamen die Wiler ohne Probleme zum höchsten Saisonsieg. Bezeichnend war, dass die Krienser im gesamten Spiel lediglich neun Fouls begingen, was im Abstiegskampf eindeutig zu wenig ist.

Mit der besten Offensive auf Platz sieben

Das dieser Sieg auch in dieser Höhe wichtig war, zeigt ein Blick auf die Tabelle. Weil Yverdon in Aarau verlor, überholten die Wiler die Waadtländer. Mit diesem 4:0 haben die Wiler ein ausgeglichenes Torverhältnis von 23:23. Weil Neuchâtel Xamax punktgleich ein Torverhältnis von 22:22 hat, überholten die Wiler auch die Neuenburger aufgrund des einen Tores, welches sie mehr erzielt haben. Mit diesen 23 erzielten Toren stellen die Wiler zusammen mit dem FC Winterthur die beste Offensive der Liga. Mit den 23 kassierten Gegentoren stellen die Wiler aber auch die zweitschlechteste Abwehr der Challenge League. Einzig der heutige Gegner aus Kriens hat mit 34 Gegentoren eine noch schlechtere Defensive.

FC Wil – SC Kriens 4:0 (2:0)

Bergholz: 620 Zuschauer – Sr: Piccolo

Tore: 18. Bahloul 1:0, 26. Lukembila 2:0, 49. Lukembila 3:0, 83. Kamber 4:0.

FC Wil: Keller; Dickenmann, Izmirlioglu, Muntwiler, F. Frei (78. Heule); Kamber, Fazliu; Bahloul (68. Brahimi), Reichmuth (68. Ndau), Lukembila (85. Saho); Silvio (78. Rustemoski).

SC Kriens: Brügger; Costa, Urtic, Goelzer, Busset (66. Balaruban); Bürgisser (84. Lang), Selasi; Mistrafovic (60. Binous), Sessolo, Djorkaeff; Avdijaj (66. Marleku).

Bemerkungen: Wil ohne Daniel, de Mol, Ismaili, Malinowski, Zumberi (alle verletzt), Abazi, Sauter und Krunic (alle nicht im Aufgebot). Kriens ohne: Alessandrini, Yesilcayir (beide verletzt), Mulaj (krank), Sukacev und Maloku (beide nicht im Aufgebot).

Verwarnungen: 52. Izmirlioglu (Foul), 80. Djorkaeff (Unsportlichkeit), 80. Brahimi (Unsportlichkeit).