Am Freitagnachmittag haben Vertreter der Firma Holcim, Kies und Beton AG, sowie der Gemeinde Jonschwil, den Abschluss des Kiesabbaus im Gebiet Hori gefeiert. Die Firma übergab das Gebiet symbolisch an die Eigentümer zurück. Der Gemeinde hat sie als Dank für die gute Zusammenarbeit einen Brunnen geschenkt. Pikantes Detail: Über seinem Standort befand sich vor dem Abbau eine 13 Meter dicke Kiesschicht.

Fünf Millionen Kubikmeter Kies – für so viel war vor rund 50 Jahren die Bewilligung erteilt worden – sind abgebaut worden, wodurch das Gelände erheblich verändert worden ist. Mittlerweile wird der grösste Teil wieder landwirtschaftlich genutzt. Auf rund einem Zehntel der Fläche ist ein Naturschutzgebiet von überregionaler Bedeutung entstanden. Nationalen Schutz geniessen die Kreuzkröte und die Gelbbauchunken, beides stark gefährdete Amphibien, die praktisch nur noch hier vorkommen.

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Diesen Brunnen hat die Firma Holcim zum Abschluss der Renaturierung der Gemeinde Jonschwil für die gute Zusammenarbeit geschenkt.


Chance für Biodiversität

Stefan Nagel, zuständig für die Rohstoffsicherung der Firma Holcim, betonte die Bedeutung von Kiesabbaugebieten für die Biodiversität. Die ehemalige Kiesgrube Hori habe sich schon während der Abbautätigkeit zu einem Naturschutzgebiet entwickelt. Mit kleinen Weihern und überwachsenen Kieswänden habe man Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere geschaffen. Der Abbau von Kies sei zwar mit Eingriffen in die Natur und in die Landschaft verbunden. Diese Eingriffe seien aber zeitlich beschränkt. Für Holcim seien die detaillierte Planung des Abbaus, die Minimierung der Emissionen während des Betriebs und der Schutz und die Förderung der seltenen Tier- und Pflanzenarten wichtig. Viele ehemalige Abbaugebiet – so auch Hori – besässen heute den Status eines Naturschutzgebietes.


Widerstand vorprogrammiert

Der Jonschwiler Gemeindepräsident Stefan Frei blickte kurz auf die Stationen des Kiesabbaus zurück. Während eines halben Jahrhunderts hätten die Themen Kiesabbau und Rekultivierung den Gemeinderat und die Baukommission als Dauerbrenner begleitet. Kies sei als Rohstoffversorgung für die Region von Bedeutung gewesen, und für die Gemeinde auch als Einnahmequelle aus Gebühren und Abgaben. Wenn auch vielleicht weniger heftig, als dies bei aktuellen Projekten der Fall sei, sei auch in Jonschwil nicht alles glatt über die Bühne. Befürchtungen wegen Lärm, Staub und Lastwagenverkehr hätten verschiedentlich zu Diskussionen geführt.


150 Einwohner angesiedelt

Im Februar 1974 hatte die Gemeinde den Abbau von fünf Millionen Kubikmetern Kies bewilligt und die Endgestaltung des Gebiets Regenberg-Hori auf Ende 2010 befristet. Diese Frist ist verschiedentlich verlängert, aber auch mit deutlich mehr Vorgaben für den Naturschutz versehen worden. Tatsächlich ist der Abschluss nun zehn Jahre später erfolgt. Stefan Frei ist der Ansicht, dass sich der zusätzliche Aufwand gelohnt hat. Die der Landwirtschaft zurückgegebenen Böden wiesen zum Teil bereits die Qualität von Fruchtfolgeflächen auf. Das Naturschutzgebiet liege an einem Wanderweg und sei der Bevölkerung zugänglich. Und auf dem unteren Teil des aufgeschütteten Abbauareals stünden heute 65 Einfamilienhäuser, worin rund 150 Einwohner lebten.