Die Maiandacht zum Muttertag in der Kirche Niederwil sorgte für eine besondere Betrachtung des Lebens der Mutter Jesu. Pater Erich Schädler gestaltete die Feier als eigentliche Begegnung mit der Mutter Gottes, wie sie nicht auf die eigene Kraft, sondern die Kraft Gottes gesetzt hat. Besondere Betonung erhielt die abendliche Feier mit der Mitwirkung der drei Chöre der Seelsorgeeinheit von Oberbüren, Niederbüren und Niederwil unter der Leitung von Ildikó M. von Rakssányi.In einer ersten Betrachtung hielt Pater Schädler die nicht selbstverständliche offene Art Marias fest. Weil Gott immer nur durch andere spreche, komme vieles unerwartet daher. Gottes Vertrauen habe sie im Innersten getroffen. Ihr Gefühl: „Wenn Gott um den Menschen wirbt, will er ihn ganz“.

Offen sein für den Geist Gottes
Pater Schädler lud die Anwesenden ein, offen zu sein für den Geist Gottes, mit seiner Kraft zu rechnen und sich nicht zu widersetzen. Maria habe habe auch nicht auf die eigene Kraft vertraut, sondern auf die Kraft Gottes gesetzt.

Nach Schädler muss sich der Glaube notwendig in Liebe auswirken. Ein Glaubender bitte nicht ständig darum, dass Gott eingreife. Vielmehr gebe der Glaubende alles, was aus eigener Kraft möglich, wozu Gott ihm die Kraft gibt.

Gesangliche Verehrung Mariens
In die feierliche Andacht waren mehrere Gesangseinlagen der Chorgemeinschaft eingebunden. Bereits mit dem ersten Lied „Gegrüsst seist Du mit Herz und Mund“ fand das innige Zusammensein mit der Mutter Jesu Betonung. Nicht unerwähnt blieb im zweiten Stück „Geleite durch die Wellen“, dass Mariens Hilfe auch in stürmischen Zeiten gefragt ist.

Des Engels Gruss mit der Ankündigung der Geburt des Sohnes Gottes im dritten Gesangsstück stellte die hohe Herausforderung an Maria vor. Für ein buchstäbliches Einwiegen in die Verehrung Mariens sorgte die Chorleiterin Ildikó M. von Rakssányi mit ihrem Gesangsvortrag des Ave Maria von Charles Gounod.

Mit Bitten an die Adresse Mariens, ihre Liebe und den gütigen Muttberblick zu finden, schloss die ansprechende Maiandacht.

Gottesdienste zusammen mit allen Gläubigen der Seelsorgeeinheit?
Das Zusammenwirken der drei Chöre aus der Seelsorgeeinheit zur gleichen Feier könnte auch weitergehend Schule machen. Der eher schwache Besuch der Maiandacht hätte vielleicht mehr Gläubige erreicht, wenn sie im Namen der Seelsorgeeinheit stattgefunden hätte.

Es wäre weiter überlegenswert, z.B. einmal im Monat einen Sonntagsgottesdienst an nur einem Ort zu feiern und alle Gläubigen der Seelsorgeeinheit an diesen Ort einzuladen. So könnte auch der Seelsorger für einen nachfolgenden Kaffeetreff unter den Gläubigen bleiben und müsste nicht gleich zur Messfeier in der nächsten Gemeinde losfahren. Die Ausgestaltung an nur einem Ort mit vielen Gläubigen wäre der Stärkung der Gemeinschaft sicher förderlich.
Niklaus Jung