Es ist eine aufregende und intensive Woche für die Stadt Wil. Seit Anfang der Woche stellt sie gleich mehrere Programme für die Wiler Stadtentwicklung vor. Am Montag wurden Massnahmen des «Agglomerationsprogramms Wil 4. Generation» präsentiert. Am Dienstagabend zeigte die Stadt die Visualisierung der neuen Bronschhoferstrasse, die drigend vom Durchgangsverkehr entlastet werden muss. Und an einer Informationsveranstaltung am Mittwochabend legen Daniel Stutz, Stadtrat und Vorsteher des Departements Bau, Umwelt und Verkehr, und Marcel Frei, Leiter Tiefbau, den Fokus auf die Neugestaltung des Wiler Bahnhofplatzes. Denn dort ist es zu wichtigen Fortschritten gekommen. «Einiges ist nun viel konkreter», meint Stutz.

«Der Bahnhofplatz der Stadt Wil hat durch den laufenden Ausbau des Angebots im Bahn- und Busverkehr seine Kapazitätsgrenzen erreicht», informiert die Stadt Wil in einer Medienmitteilung nach der Infoveranstaltung. Grundlage des Masterplans «Zukunft Bahnhof Wil» und des Gestaltungswettbewerbs seien erarbeitet worden. Das Gesamtvorhaben sei in vier Module eingeteilt: Bahnhofplatz Allee, Erweiterung des Bahnhofparkings und der Verschiebung der Endhaltestelle der Frauenfeld-Wil-Bahn. Stadtrat Stutz ist der Überzeugung, dass der aktuelle Zustand des Bahnhofs keine gute Visitenkarte für die Stadt Wil darstellt. Nicht zu vergessen sei aber auch die Tatsache, dass regelmässig das subjektive Sicherheitsempfinden kritisiert werde.

Das ist geplant

«Der Bahnhof, der das Zentrum der Wiler Hauptachse zwischen Altstadt und Bergholz darstellt, ist das Rückgrat Wils», meint Stutz. Und deshalb sind einige Aufwertungen rund um den Bahnhofplatz geplant. So sieht die Neugestaltung vor, dass die aktuell bestehenden 100 Parkplätze am Bahnhof in den Untergrund verschoben werden. Auch der bestehende Bushof wird ein neues Gesicht bekommen: Denn die Haltekanten sollen neu ausgerichtet werden und in Zukunft Platz für «neun Regional-, acht Stadt und zwei Bahnersatz- oder Fernbusse bieten». Auf das Dach des Bushofs soll zudem eine PV-Anlage montiert werden. Weiter soll auch die Endhaltestelle der Frauenfeld-Wil-Bahn verschoben werden. «Gegen Westen», sagt Stutz. Aber auch die Allee soll sich verändern und damit aufgewertet werden. In einer unterirdischen Abstellanlage können 117 Motorräder und 550 Fahrräder abgestellt werden.

Das sind die Gesamtkosten

Auch in Sachen Finanzen hat die Stadt einiges zu berichten: So beispielsweise, dass der Stadtrat dem Stadtparlament bereits den Bericht und den Antrag zu einem Kredit von über 3,627 Millionen Franken eingereicht hat. In diesen rund 3,6 Millionen Franken sind laut Stutz für die Ausarbeitung des Bau- und Auflageprojekts kalkuliert – weitere 160 000 Franken für die Kommunikationsmassnahmen.

Laut des aktuell vorliegenden Vorprojekts geht man bei der Grobkosteneinschätzung von einem Gesamtbetrag von 58,1 Millionen Franken aus. Der Kostenanteil der Stadt Wil beträgt ersten Schätzungen zufolge rund 23,5 Millionen Franken. Das ganze Vorhaben sei ein integraler Bestandheil des «Agglomerationsprogramms Wil der 4. Generation».

Volksabstimmung Ende 2022?

Auch der nächste Schritt steht bereits fest. Es gehe darum, die Phase Bau- und Auflageprojekt auszulösen du das Bauprojekt auszuarbeiten. Das Ziel dabei ist, dass die Vorlage «Bahnhofplatz/Alee» mit dem Baukredit Ende des Jahres 2022 der Bevölkerung zur Abstimmung vorgelegt wird. «Die Realisierung ist zwischen den Jahren 2025 und 2028 geplant», informiert Stutz. Immerhin ist die Neugestaltung des Wiler Bahnhofs eine von 50 Massnahmen der Standortentwicklung Wil West. Und: «Die Neugestaltung des Bahnhofs ist nicht eine Investition für die nächsten zwei Jahre – sondern für die nächsten ein bis zwei Generationen.»

Sämtliche Massnahmen sind nach Angaben von Stadtrat Stutz aufeinander abgestimmt. Und im Gesamtkonzept sollen so neue Arbeitsplätze geschaffen, ein verkehrsentlastendes Zentrum gefördert und attraktive Quartiere sowie neue Strassenräume gestaltet werden. «Es geht um die wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt», sagt Stutz, «aber auch um eine hohe Lebensqualität und die Zentrumsentlastung». Um die 50 Massnahmen für die einzelnen Quartiere und die Bevölkerung verständlich weitergeben zu können, hat der Stadtrat einen weiteren Kredit in der Höhe von rund 590 000 beantragt. Dieser Kredit soll für die Kommunikations- und Dialogmassnahmen «Wil Vivendo» eingesetzt werden. «Schlussendlich soll nicht nur das Gesamtpaket verständlich gemacht werden, sondern auch ein bereichender Dialog zwischen Befürwortern und Gegnern entstehen», so Stutz.