1975 war's, als in Flawil zwei Mitglieder der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) an Leo Stillhart, den damaligen Leiter der Kolpingfamilie, herantraten und ihn anfragten, ob sie nicht den Nikolausbrauch weiterführen würden. Die Mitglieder der Kolpingfamilie waren junge Familien mit Kindern, wogegen in der KAB kein Nachwuchs vorhanden war. Zu jenen Verantwortlichen der Kolpingfamilie, die schliesslich entschieden, den Brauch in Flawil weiterzuführen, gehörte auch Albert Tanner. Dabei war der Anfang alles andere als leicht. «Denn wir hatten keine Erfahrung, weder als Schmutzli, noch als St. Nikolaus», sagt Albert Tanner. Doch sie gestalteten die Besuche so, wie sie es als Familienväter in ihren Familien selber gerne gehabt hätten.

Jedes Jahr über 100 Besuche

Seit vielen Jahren leitet Albert Tanner die St. Nikolaus-Aktion in Flawil. Sein Team führt jährlich über 100 Besuche in Familien, Schulen, Kindergärten, im Spital und im Wohn- und Pflegeheim durch. Von Anfang bis Mitte Dezember sind die Mitglieder der Klausgruppe jeweils im Einsatz. Entweder als St. Nikolaus, als Schmutzli, als Helfer oder als Mitglied der Küchencrew, die jeweils für die Verpflegung nach den Einsätzen sorgt. Es sei ein wichtiges Anliegen der Klausgruppe, dass dieser schöne Brauch in Flawil aufrechterhalten werden kann, sagt Albert Tanner. Ebenfalls ein wichtiger Bestandteil sind die Esel, die früher in der Burgau und heute im Botsberger Riet zu Hause sind. Viele Spaziergänger erfreuen sich dort jeweils an den Tieren.

Nicht nur den Einsatz seiner Kollegen in der Klausgruppe schätzt Albert Tanner. Auch das Engagement der Katholischen Kirchgemeinde St. Laurentius erwähnt der Flawiler Preisträger. Sie unterstützt die Klausgruppe seit jeher. Denn seit dem Umbau des Pfarreizentrums 2008 kann die Klausgruppe ihr Material in eigens dafür eingebauten Wandkästen lagern. Ohne die verschiedenen Räume und die Küche im Pfarreizentrum wäre die Klausaktion laut Albert Tanner gar nicht zu bewerkstelligen.

Bis bisherigen Preisträger

Den vom Gemeinderat verliehene Flawiler Preis gibt es seit dem Jahr 2010. Die bisherigen Preisträger waren Rolf Bollinger, der B’treff Flawil, das Ortsmuseum Flawil, Pius Burtscher, der Naturschutzverein Flawil und Umgebung, Ella Steurer, Berti Knellwolf, Dani Müller, Heinz «Haro» Niedermann und Severin Pfeffer. Die Auszeichnung bezweckt, herausragende Leistungen in den Bereichen Kultur, Freizeit, Sport, Soziales und Beruf zu würdigen. Der Flawiler Preis ist auch ein Mittel zur Förderung und Anerkennung der Freiwilligenarbeit. Der Flawiler Preis 2020 beinhaltet einen Betrag von 1162 Franken, eine Urkunde und eine Skulptur. Offiziell wird der Flawiler Preis im Anschluss an die Bürgerversammlung vom 24. November im Lindensaal übergeben. (rkf/red)