Im Unterschied zu herkömmlichen Universalmasken schützen CPA-Masken (COVID-19 Pandemie Atemschutzmasken) nicht in erster Line das Umfeld ihres Trägers, sondern auch den Träger selber effektiv. Deshalb sind sie auch für medizinisches Personal geeignet. Ab nächster Woche werden bei der Flawa GmbH in Flawil CPA-Masken produziert. Bis zu 85'000 Stück pro Tag sollen mit drei Maschinen möglich sein. 

Eine Maschine, die in Flawil bei der Maskenproduktion zum Einsatz kommt, wurde von der Ostschweizer Firma Prodema Engineering AG hergestellt. Der planerische Teil der Arbeit wurde in der Oberen Bahnhofstrasse in Wil und in Bronschhofen geleistet, in den Management- und Konstruktionsbüros des Unternehmens. Gebaut wurde sie schliesslich im Prodema-Werk in Sulgen. Die anderen beiden Maschinen, mit denen bei Flawa produziert wird, wurden in China hergestellt. Ab nächster Woche sollen die Masken im Online-Shop von Flawa erhältlich sein. 

Im März musste es schnell gehen

Ohne, dass es dafür einen Auftrag gegeben hätte, habe man sich nach der Ankunft der Pandemie in Europa Ende März entschieden, eine Maschine für die Schweiz zu bauen, sagt Projektleiter Oliver Spenger. «Das ist unser Beitrag zur Bekämpfung des Coronavirus», so Spenger.

Wie alles Anfang April musste es auch bei der Herstellung der Masken-Maschine schnell gehen. Weil aus der Produktion ähnlicher Maschinen schon viel Wissen im Unternehmen vorhanden war, konnte die Maschine relativ schnell gebaut werden. «Wir mussten die Pläne der früheren Maschinen auf die Erfordernisse der Pandemie anpassen», so Spenger. Die Erstellung eines Leistungskatalogs, die Vorstudie, Konstruktion, Materialbeschaffung, Fertigung, Verkabelung und Programmierung, die Inbetriebnahme: All das wurde in gut 8 Wochen geschafft.

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Die Maschine zur Produktion von CPA-Masken wird bei der Flawa GmbH in Flawil angeliefert. (Bild: pd)


Fast nur Ostschweizer Zulieferer

Für die Zulieferer seien die Fristen sicher nicht einfach gewesen, sagt Spenger. «Aber schlussendlich haben alle Partner fantastische Arbeit geleistet.» Für die meisten der in der Maschine verbauten Komponenten wie Schweissteile, Bleche, Verkabelungen und Steuerungen, sowie für benötigte Dienstleistungen wie Laser-Arbeiten habe die Prodema mit Ostschweizer Zulieferern zusammengearbeitet. Auch dank diesem Projekt habe die Prodema keine Kurzarbeit anmelden müssen, sagt Spenger.

Vor 10 Jahren baute die Prodema die erste Maschine zur Produktion von Schutzmasken. Die früheren Maschinen seien zum Grossteil ins Ausland verkauft worden, sagt Spenger. Die Masken werden in den unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt; zum Beispiel auf dem Bau, etwa wenn Elektriker mit Asbest arbeiten, oder für Plattenleger, die Fliesen zuschneiden müssen.

Weitere Aufträge aus Europa und Nordamerika liegen vor

Die Maskenproduktion mit ihrer Maschine sei modular aufgebaut, sagt Spenger. So könnten Masken auch mit Ventilen ausgerüstet werden, um das Ausatmen zu erleichtern. Etwa im Einsatz unter Tage und bei hohen Temperaturen habe das einen angenehmen, kühlenden Effekt. Für den Einsatz gegen Viren sind Ventile hingegen nicht geeignet. Wo auch immer die Maske eingesetzt wird: Ihre Lebensdauer beträgt normalerweise eine Arbeitsschicht, sprich 8 Stunden.

Derzeit baut die Prodema eine weitere Maschine für einen Abnehmer in Osteuropa. Weitere Anfragen «aus dem europäischen und nordamerikanischen Markt» liegen gemäss Spenger vor.