Vor zwei Jahren konnte in der Kunsthalle keine Königin bzw. kein König erkoren werden, hatte doch vermutlich jemand das Kuchenstück mit der Königsfigur nach Hause getragen. Im vergangenen Jahr lag die Figur auf dem Boden, wo sie zufällig entdeckt wurde. Damals wurde der Königstitel spontan der jüngsten Besucherin des Dreikönigs-Treffen verliehen.

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Die Königskuchen aus der  Wiler Bäckerei Dietsche werden aufgetischt.


Als König die Welt verbessern

Nun darf sich der mit einem Gutschein des Sportparks Bergholz beschenkte Viertklässler Mischa Fust aus Rossrüti, der dem Anlass in Begleitung seiner Mutter beiwohnte, für ein Jahr als Wiler König fühlen. Auf die Frage, was er denn als König für den ganzen Planeten Erde als erstes anordnen würde, musste er nicht lange nach einer Antwort suchen: „Ich möchte die Welt verbessern und würde den Hebel zuerst bei der Umwelt ansetzen“, sagte der neu Wiler König.

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Stadtpräsidentin Susanne Hartmann mit dem neuen "Wiler König" Mischa Fust


Die Wünsche der Stadtpräsidentin

Für das angebrochene Jahr 2019 hat auch die Wiler Stadtpräsidentin Wünsche. „In erster Linie wünsche ich der gesamten Bevölkerung möglichst gute Gesundheit. Ich hoffe, dass es unserer Stadt, nicht nur in finanziellen Belangen, weiterhin gut geht. In der Politik werden uns wohl das Projekt Schule 2020 und das Dauerthema Verkehr besonders fordern. Ich wünsche mir, dass wir zusammen gute Lösungen finden können und dass die Diskussionen konstruktiv geführt werden."

Stadtpräsidentin Hartmann zeigte in ihrer Begrüssung die mögliche Entstehungsgeschichte des Dreikönigsbrauchs mit einer Figur im Gebäck auf. Der Legende nach wurde der römische Gott Saturn von seinem Kind Jupiter vom Thron gestürzt. Er floh nach Latium, dem Zentrum des antiken Römischen Reiches, wo er die Menschen die Kunst des Ackerbaus lehrte. Später fanden im antiken Rom zu seinen Ehren jeweils in der zweiten Dezemberhälfte die Saturnalien statt, das Hauptfest des Ackergotts Saturn. Zu seinen Ehren wurde dabei ein Kuchen gegessen, in dem eine Bohne versteckt war. Wer diese in seinem Stück fand, wurde zum Bohnenkönig gekürt.

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Die Universal Brass Band sorgte für die musikalische Umrahmung der Neujahrsbegrüssung.


Brauch bringt Menschen zusammen

Der Brauch mit dem Bohnenkönig ist in Europa seit Jahrhunderten verbreitet. Er wurde in allen sozialen Schichten begangen, am französischen Königshof, in den Klöstern, bei den Bauern und sogar in den Armenhäusern. Noch heute bringt dieser Brauch die Menschen zusammen, so auch an der Wiler Neujahrsbegrüssung, bei der es keinen Bohnenkönig, aber einen Wiler König zu feiern gibt.

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Die Gäste der Neujahrsbegrüssung richten ihre Aufmerksamkeit auf die Sternsinger.


Anstossen mit Glögi

Auf das neue Jahr angestossen wurde mit dem original finnischen Glühwein Glögi, der von den Mitgliedern der Regionalgruppe Ostschweiz der Schweizerischen Vereinigung der Freunde Finnlands zubereitet und ausgeschenkt wurde. Umrahmt wurde das Dreikönigs-Treffen von der 1982 gegründeten Wiler Universal Brass Band. Nicht fehlen durften auch die Wiler Sternsinger, welche den Anwesenden den Segen überbrachten und diese mit zwei Weihnachtsliedern beglückten.

Bildergalerie zum Wiler Dreikönigstreffen: