Es ist das ewige Duell zwischen diesen beiden Mannschaften, das seit der Saison 2004/05 immer ausgetragen wurde. Ein Spiel zwischen den beiden dienstältesten Mannschaften in der zweithöchsten Spielklasse, welches immer Zündstoff lieferte. Auch heuer darf man wieder ein attraktives und umkämpftes Spiel erwarten. Die Gefühlslage der beiden Mannschaften könnte unterschiedlicher nicht sein. Die Winterthurer auf Rang zwei haben keines der vergangenen fünf Spiele gewinnen können. Die letzten drei Spiele gingen gar allesamt verloren. Nun zogen sie die Reissleine: Trainer Ralf Loose wurde am Donnerstag nach dreieinhalb Jahren per sofort freigestellt. Für die kommenden zwei Spiele bis zur Winterpause übernehmen die Assistenztrainer Davide Callà und Dario Zuffi die Mannschaft. Die Wiler ihrerseits, nur zwei Punkte hinter den Winterthurern auf Rang vier liegend, haben seit sechs Spielen nicht mehr verloren. Nimmt man die Tabelle der vergangenen fünf Spiele sieht das Verdikt noch deutlicher aus. In dieser Tabelle liegen die Wiler mit elf Punkten auf Rang eins, die Winterthurer mit nur zwei Punkten auf dem letzten Rang, sogar noch hinter dem SC Kriens.

Auch für ein Spektakel spricht die Offensive der beiden Mannschaften. Die Wiler haben mit 31 erzielten Tore den besten Angriff der Liga. Die Gäste aus der Eulachstadt konnten in dieser Saison bereits 26 mal jubeln. Zudem haben die Winterthurer Topscorer Roman Buess in ihren Reihen, der bereits neun Saisontore erzielt hat. Einen Dämpfer gibt es aber im Vorfeld dieses Spiels. Die SFL hat entschieden, dass bis zur Winterpause keine Gästefans zugelassen werden. Aus neutraler Sicht ist es sicherlich schade, würden die Winterthurer Fans, die immer sehr zahlreich ins Bergholz pilgern, für zusätzliche Stimmung sorgen. Die Wiler könnten mit einem Sieg theoretisch sogar auf Rang zwei vorstossen, wenn der FC Aarau gegen den SC Kriens nicht gewinnt, was unter Anbetracht der Umstände aber eher unwahrscheinlich ist, haben die Innerschweizer bislang doch erst sechs Punkte gesammelt.

Der 100-fache Silvio

Am vergangenen Samstag in Thun hat Silvio nicht nur das vierte und letzte Tor der Wiler erzielt, es war dies auch sein 100. in der Challenge League. Mit den Knacken dieser magischen Marke bewegt sich der Schweiz-Brasilianer im erlauchten Kreis mit nur zwei anderen Spielern. Moreno Merenda schaffte es ebenfalls 100 Tore in der zweithöchsten Spielklasse zu erzielen. Igor Tadic beendete seine Karriere gar mit 108 Challenge League Toren. Weil Merenda ebenfalls nicht mehr aktiv ist, könnte es Silvio also schaffen, dass er alleiniger Rekordtorschütze der Challenge League wird. Sollte er das schaffen, dürfte man ihn – in Anlehnung an den ehemaligen Brasilianischen Topstürmer Ronaldo – auch "Il Fenomeno der Challenge League" nennen. Silvio lief sowohl für den FC Wil als auch für den FC Winterthur auf. Für die Wiler erzielte er bislang 43 Tore, für die Eulachstädter 27 Tore. Im Dress der Wiler traf Silvio in 14 Spielen sechsmal gegen den FC Winterthur.

Cheftrainer Brunello Iacopetta kann wieder auf die Dienste seines Captains Philipp Muntwiler zählen, der nach seiner Gelbsperre wieder im Kader fungieren wird. Weiterhin fehlen dürften die Verletzten Daniel, de Mol, Ismaili, Malinowski und Krunic. Fraglich sind Kamber, Ndau und Sauter.