Die Bäume wachsen auch bei Alina Granwehr nicht in den Himmel. Nach einer zuvor überragenden Woche, welche ihr den Final-Einzug brachte, war das Endspiel eine klare Sache. Die deutlich favorisierte Viktorija Golubic war eine Nummer zu gross und setzte sich wie erwartet in zwei Sätzen durch. Im ersten Umgang kassierte die Hinterthurgauerin schnell zwei Breaks. Das war eine zu grosse Hypothek, obwohl sie später ein Re-Break schaffte. Mit 3:6 ging der Satz verloren. Im zweiten Umgang fiel die Entscheidung bereits früh. Beim Stand von 0:1 konnte Granwehr ein umstrittenes Service-Game nicht halten. Schliesslich gab sie dieses mit zwei Doppelfehlern hintereinander ab. Davon erholte sie sich nicht mehr und verlor den zweiten Umgang gleich mit 0:6.

Trotz der deutlichen Final-Niederlage setzte Alina Granwehr in Biel ein dickes Ausrufezeichen. Als Nummer 21 der Schweizer Tennis-Frauen angetreten, spielte sie sich überzeugend ins Endspiel. In vier Partien hatte sie nur einen Satz abgeben müssen. Und dies bei den Aktiven. Granwehr ist noch auf Stufe Juniorinnen aktiv. Bei den U18 hatte sie im laufenden Jahr bereits zweimal den Schweizer Meistertitel gefeiert (siehe Artikel unten).

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Schweizer Meisterschaften: Granwehr im Final (19.12.20)

Holt die 17-jährige Alina Granwehr ihren dritten Schweizer Meistertitel des Jahres? Das ist tatsächlich möglich. Im Frühjahr und Sommer hatte die Hinterthurgauerin auf Stufe U18 das zweimal jährlich ausgetragene Turnier gewonnen. Nun steht die Wilenerin völlig überraschend auch bei den Aktiven im Final. Auf dem Weg dorthin hat sie in Biel bisher vier Spiele gewonnen und auch die Kirchbergerin Nina Stadler ausgeschaltet. Dies geschah in drei Sätzen. Dies wiederum ist bemerkenswert, weil es der einzige Satzverlust Granwehrs auf den Weg in den Final war.

Auch den Halbfinal gewann Granwehr gegen Sebastianna Scilipoti am Samstag in zwei Sätzen. Nachdem sie den ersten Umgang souverän 6:1 für sich entschieden hatte, lag die Wilenerin im zweiten Satz mit 1:4 zurück. Zwei Breaks hatte sie kassiert. Da sie danach kein einziges Game mehr abgab, kann sie nun am Sonntag ihren grössten Erfolg der jungen Karriere gar noch toppen. Gegen Viktorija Golubic, die auch schon Fed Cup gespielt hat und teilweise mit Granwehr trainiert, ist die Wilenerin allerdings Aussenseiterin. Wie beachtlich der Erfolg bereits jetzt ist, zeigt die Tatsache, dass Granwehr aktuell die Nummer 21 im Schweizer Frauen-Tennis ist. Es sei aber auch gesagt, dass zum Beispiel Belinda Bencic nicht mitmacht bei den Schweizer Meisterschaften.

Nächstes Jahr sollen es Grand-Slam-Turniere sein

Alina Granwehr setzt derzeit alles auf die Karte Tennis, tut dies am Tennisleistungszentrum in Biel und hat die Mittelschule unterbrochen. Noch ist sie auf Junioren-Stufe klassiert und hat kein WTA-Ranking. Ihr Ziel ist, kommendes Jahr Grand-Slam-Turniere auf Juniorenstufe spielen zu können. Ob dies bereits in Australien beim ersten grossen Turnier möglich ist, hängt auch von der Corona-Situation und allfälligen Quarantäne-Massnahmen ab.