«Die Geschichte des Eissports in Uzwil kann weitergeschrieben werden. Die Sanierung ist ein Meilenstein für die Anlage, wie das damals auch die Überdachung des offenen Eisfeldes war. Das Ja ist auch ein Ja, eine Eishalle so fit zu trimmen und zu betreiben, dass sie die ökologische Verantwortung wahrnimmt», sagt Lucas Keel, Uzwils Gemeindepräsident, nach der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses. Damit zeigt sich das Gemeindeoberhaupt glücklich über das deutliche Ergebnis an diesem Abstimmungssonntag: Mit 1890 «Ja»- zu 442 «Nein»-Stimmen haben sich Uzwils Stimmbürgerinnen und Stimmbürger für den 5,8-Millionen-Franken Kredit für die Sanierung der Eishalle «Uzehalle» ausgesprochen. Ein Resultat, das nicht unbedingt verwundert: Grundlegend bestritten war dieser Kredit im Vorfeld nicht, wie eine hallowil.ch-Umfrage bei den Ortsparteien ergeben hatte (siehe Artikel unten). Schliesslich wussten die Parteien, dass eine Ablehnung die Zukunft der «Uzehalle» gefährdet hätte. Mit den 2337 eingegangenen Stimmzetteln (vier Zettel waren leer und ein Zettel ungültig) lag die Stimmbeteiligung bei 30,5 Prozent. Grünes Licht gab es von den Uzwiler Stimmberechtigten auch für die Jahresrechnung 2019 von Gemeinde und den Technischen Betrieben – diese wurde mit 1995 «Ja»- zu 204 «Nein»-Stimmen angenommen. Bei dieser Vorlage lag die Stimmbeteiligung mit 2227 eingegangenen Stimmzetteln bei 29,1 Prozent. 

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Ja für Eishalle und Gemeindepräsidenten? (23.8.20):

Bereits Anfang des Monats waren sich die Uzwiler Ortsparteien einig: Sie gaben dem 5,8-Millionen-Franken-Kredit für die Sanierung der Kunsteisbahn die Stimmfreigabe. «Die Sanierung der Eishalle ist ein klares Plus für die Infrastruktur und die Attraktivität der Gemeinde», sagte beispielsweise CVP-Vizepräsident Bruno Cozzio. Auch die SVP teilte diese Meinung und Präsident Marco Baumann äusserte sich ausdrücklich: «Uzwil braucht die Eishalle.» Auch aus der FDP-Ecke kam ein klares «Ja», denn die Ortspartei meint, «dass aus Sicht des gesellschaftlichen Nutzens und der technischen Ausgangslage diese Sanierung durchgeführt werden soll, damit die Eventhalle auch weiterhin sicher betrieben werden kann». Die SP-Präsident Burkhard Erne äusserte sich in einem Punkt kritisch, schloss sich aber den anderen Parteien an: «Trotz weiterhin hohem fossilem Energiebedarf sagt die SP ja zur Sanierung.»

In diesem Sinne sollte an diesem Abstimmungssonntag eigentlich nichts mehr schiefgehen, wenn alle Ortsparteien die Sanierung befürworten und die Gemeinde eine Erklärung für den Sanierungsbedarf liefert: Im Februar versicherte die Gemeinde Uzwil, dass sie der «Kunsteisbahn Uzehalle immer Sorge getragen und sie à jour» gehalten habe. In einer Ausgabe des «Uzwiler Blattes» meinte die Gemeinde Uzwil, dass die Tragkonstruktion der Anlage intakt ist und noch eine längere Lebensdauer vor sich hat – «auch dank grosser Investitionen vor gut 20 Jahren». Auch die ganze Kältetechnik werde in den nächsten Jahren in einem guten Zustand bleiben. «Nicht so die Fassade», sagte die Gemeinde offen vor der Abstimmung am 17. Mai, die dann wegen der Corona-Pandemie auf den 23. August verschoben werden musste. Die 35-jährigen Fassadenelemente seien nämlich brüchig und am Ende der Lebensdauer. «Und die Halle hat Handlungsbedarf, den Energieverbrauch zu reduzieren», führte die Gemeinde damals aus.

Das Kernstück des Sanierungsvorhaben soll die neue, isolierte Fassade, das neue, gedämmte Dach, die Umrüstung auf energieeffiziente LED-Beleuchtung und die grossflächige Photovoltaikanlage auf dem Dach sein. Der so produzierte Strom soll nach Angaben der Gemeinde die Eishalle, die Curlinghalle und im Sommer das benachbarte Schwimmbad versorgen.

Christoph Zarth dürfte wohl Gemeindepräsident werden

Auch in Bichelsee-Balterswil ist heute ein grosser und bedeutender Wahlsonntag: Denn es geht um das Amt des neuen Gemeindepräsidenten. Aber ähnlich wie in Uzwil dürfte es auch bei den Balterswilern und Bichelseern zu einem «Ja»-Ergebnis kommen. Denn für die Nachfolge von Beat Weibel gibt es nur einen einzigen Kandidaten: Christoph Zarth. «Es wäre insbesondere für die Stimmbürger von Vorteil, hätten sie eine Auswahl», meinte der 45-jährige Zarth noch vor rund zwei Wochen.