Wegen des verordneten Veranstaltungsverbots des Bundes mussten die beiden Banken ihre Generalversammlung samt Fusions-Abstimmung ausfallen lassen und eine schriftliche Abstimmung einberufen. Die Ergebnisse betreffend Fusion waren mehr als nur deutlich: Im Unteren Toggenburg sagten 90,5 Prozent Ja, im Neckertal 84 Prozent. Der Weg ist somit frei zur neuen Raiffeisenbank Regio Unteres Toggenburg & Neckertal. Der Verwaltungsrat wird durch den bisherigen Präsidenten der Raiffeisenbank Unteres Toggenburg, Adrian Gmür, geführt. Operativ wird die Raiffeisenbank Regio Unteres Toggenburg & Neckertal durch Markus Thalmann geleitet.

Mit der Zustimmung zur Fusion ist nun der Startschuss für die Umsetzung des Zusammenschlusses gegeben. Über das Pfingst-Wochenende werden die IT-Systeme der beiden Banken vereint, sodass am 2. Juni die neue Raiffeisenbank Regio Unteres Toggenburg & Neckertal an den Standorten in Bütschwil, Mosnang, Lütisburg, Oberhelfenschwil und Schönengrund ihre gemeinsame Tätigkeit aufnehmen kann.

Nicht immer ein Ja

Im Übrigen haben die Mitglieder beider Banken auch alle anderen Traktanden, namentlich die Genehmigung der Jahresrechnungen und die beantragten Statutenanpassungen deutlich gutgeheissen.

Die Fusion findet im Rahmen eines Umstrukturierungsprozesses von Raiffeisen Schweiz statt. Auch in der Region hatte es zuvor schon diverse Zusammenschlüsse gegeben, auch im Raum Uzwil und dem Hinterthurgau. Eine geplante Fusion der Raiffeisenbanken Wängi und Matzingen war von den Mitgliedern hingegen verworfen worden. (pd/red)

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Nächste Fusion steht bevor (12.12.19)

Fusionen bei Raiffeisen sind gang und gäbe geworden in den vergangenen Jahren. Waren es einst um die 1300 Genossenschaftsbanken, so ist die Zahl auf gegen 200 gesunken. Die Bankenbranche befindet sich im Wandel, der technologische Fortschritt schreitet voran und die regulatorischen Pflichten steigen. Auch die Region Wil blieb und bleibt vor Zusammenschlüssen nicht gefeit.

Im kommenden Frühjahr stimmen die Genossenschafter darüber ab, ob die Raiffeisenbanken Unteres Toggenburg und Neckertal verschmolzen werden – zur «Raiffeisenbank Regio Unteres Toggenburg & Neckertal». Der neue Hauptsitz wäre in Bütschwil, weitere Geschäftsstellen in Lütisburg, Mosnang, Oberhelfenschwil und Schönengrund. An den Standorten würde also nichts verändert. «Dank der Grösse steigen das Marktpotenzial und die Konkurrenzfähigkeit im Geschäftskreis. Die steigenden regulatorischen Anforderungen können einfacher bewältigt und so Synergien besser genutzt werden», schreibt Raiffeisen.

Das Veto aus Wängi und Matzingen

Ob die Fusion vollzogen wird, entscheiden die Genossenschafter am 27. März 2020 im Neckertal und am 3. April 2020 im Unteren Toggenburg. Beide müssen mehrheitlich zustimmen, dass es klappt. Oftmals gehen in der Region Wil diese Fusionen glatt über die Bühne. So sind schon Gebilde mit schwerfälligen Namen wie die Raiffeisenbank Flawil-Degersheim-Mogelsberg-Oberuzwil entstanden. Im Hinterthurgau wurden vergangenes Jahr «Dussnang-Fischingen», «Rickenbach-Wilen» und «Sirnach» zur Raiffeisenbank «Regio Sirnach» vereinigt.

Gerade der südliche Thurgau zeigt aber, dass es nicht immer funktioniert mit angestrebten Fusionen. Ebenfalls vergangenes Jahr lief das Bestreben, die Banken von «Münchwilen-Tobel» und «Wängi-Matzingen» zu vereinen. Während «Münchwilen-Tobel» ja sagte, gab es in «Wängi-Matzingen» ein ziemliches deutliches Nein, womit der Zusammenschluss vom Tisch ist. Die Genossenschafter hatten keinen Handlungsbedarf gesehen.