Diese Abstimmung spaltete im Vorfeld über Wochen die Gemüter. Die Pro- und Contra-Lager versuchten beide mittels gross angelegter Inserate-Aktionen die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von ihren Argumenten zu überzeugen. In unzähligen, veröffentlichten Leserbriefen tat auch die Bevölkerung Münchwilens ihre Meinung mal mehr, mal weniger sachlich und oftmals in ausschweifender Wortwahl kund. Gegner wie Befürworter warfen sich gegenseitig mangelnde Informationspolitik vor und schossen mit Begründungen für ihre Wahlempfehlungen nur so um sich. Zu gross, zu teuer und am falschen Ort hiess es da auf der einen Seite, dringend nötig, realistische Kosten im Vergleich mit ähnlichen Objekten in der Umgebung und für Münchwilen finanziell absolut tragbar, monierte die andere Seite. Die ablehnenden Voten schienen schlussendlich eine Mehrheit überzeugt zu haben, bei einer Stimmbeteiligung von 50.4 Prozent beziehungsweise 1764 gültigen Stimmzetteln legten derer 707 ein Ja und ganze 1057 ein Nein in die Urne.

Bahn frei für das Combo-Projekt?

Bereits im Vorfeld der Abstimmung vom 26. September erklärte die Schulbehörde in Person von deren Präsidenten Lukas Weinhappl, dass von Seiten der Schule zwar eine Sanierung der Turnhalle Oberhofen wünschenswert wäre, jedoch kein Bedarf für ein solches Neubauprojekt bestünde. Stattdessen präsentierten sie in der Abstimmungsbotschaft ein alternatives Combo-Projekt, welches am 24. November an die Urne kommen dürfte, falls die Münchwilerinnen und Münchwiler den Neubau Ende September bachab schicken. Da dieses Szenario am vergangenen Wochenende nun wahr geworden ist, sollte der Weg für das mit deutlich geringer budgetierten Kosten aufwartende Combo-Projekt frei sein. 4,6 Millionen Franken dürfte die Sanierung der historischen Oberhofen-Halle kosten; berechnet mit einer Genauigkeit von plus, minus 25 Prozent. Da der nun abgelehnte Neubau auf einen Wunsch der örtlichen Vereine zurückgeht und diese sich im Wesentlichen einen zeitgemässen Ort für ihre Abendunterhaltungen wünschen, sieht das Combo-Projekt einen zweiten Teil vor: Die bestehende reine Dreifachsporthalle Waldegg soll um einen Anbau mit Bühne und Bühnentechnik erweitert werden - für 3,3 Millionen Franken. Ob die Münchwiler Bevölkerung dazu grünes Licht gibt, wird sich voraussichtlich am 24. November entscheiden.
Karin Pompeo

___________________________________________________________________________________________

Das sagt Schulpräsident Lukas Weinhappl zum Abstimmungsausgang:
«Ich bin erfreut und doppelt überrascht vom Ausgang der Abstimmung. Einerseits, dass überhaupt ein Nein zustande gekommen ist und noch mehr von der Deutlichkeit der Ablehnung mit 60 Prozent der Stimmen. Es ist ein Vertrauensbeweis, dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der Einschätzung der Schulbehörde mit einem derart deutlichen Ergebnis gefolgt sind. Dem Vorwurf, dass die Schulbehörde im Abstimmungs-Endspurt plötzlich den Kurs geändert, die Kommunikation eingestellt und demokratische Beschlüsse ignoriert habe, möchte ich klar entgegenhalten, dass wir immer kommuniziert haben, dass eine neue Turnhalle Oberhofen lediglich wünschenswert wäre, weshalb dafür genau der erheblich erklärte Antrag der IG notwendig war. Diese seit jeher bestehende Positionierung haben wir im Abstimmungskampf nur nochmals klargestellt und eine auf die Bedürfnisse der Vereine orientierte Eventualvariante aufgezeigt. Von diesem sogenannten Combo-Projekt wird die Schule nun an der Gemeindeversammlung am 24. November 2021 für die Sanierung der Turnhalle Oberhofen einen entsprechenden Planungskredit beantragen.»
Lukas Weinhappl, Schulpräsident

___________________________________________________________________________________________

Das sagt die IG MZA Oberhofen zum Abstimmungsausgang:
«Danke für die Ja-Stimmen zur MZA Oberhofen: Die Interessengemeinschaft für eine neue Mehrzweckanlage Oberhofen (IG MZA) nimmt das klare Abstimmungsergebnis des Souveräns zur Kenntnis. Die alte Turnhalle bleibt somit denkmalgeschützt erhalten. Im Namen der IG und der Münchwiler Vereine bedanken wir uns herzlich bei den vielen JA-Stimmenden, welche ein zukunftsweisendes Konzept und eine neue Halle für die Schulkinder und die freiwillige Vereinsarbeit für Alt und Jung bevorzugt hätten. Für die Vereine, besonderes für die Kultur-, Gesangs- und Musikvereine ist das Resultat, gelinde gesagt, wenig motivierend für ihr zukünftiges Wirken im Dorfe. Heute, nach fast zweijährigem Einsatz zusammen mit Schul- und Politischer Behörde, sind auch wir vom IG-Kernteam betrübt wie sich in den letzten Monaten die Stimmung verändert hat. Wie nun weiter? Wir wissen es nicht. Allein unser Ziel hat sich nicht geändert - der Weg dorthin allerdings schon. Im Abstimmungskampf hinterlässt bei uns vor allem die Art und Weise wie die Schulbehörde am Schluss des Prozesses den Kurs änderte, die Kommunikation einstellte, demokratisch gefasste Beschlüsse ignorierte und mit Wucht in den Abstimmungskampf eingriff, einen schalen Nachgeschmack. Wer macht nun einen ersten Schritt um Zerbrochenes zu kitten?»
IG MZA Oberhofen