Welche Gedanken gingen Ihnen durch den Kopf, als Sie erfahren haben, dass Sie einen Anerkennungspreis erhalten werden?

Ich war total überrascht und es hat mich sehr berührt.

Was bedeutet Ihnen eine solche Auszeichnung?

Die Anerkennung – das Wort gefällt mir – der Stadt Wil bedeutet für mich, dass gesehen wird, was ich hier in Wil in meinem Atelier Impuls anbiete und mein langjähriges pädagogisches und tänzerisches Wirken geschätzt wird. Das freut mich riesig!

Sie sind als Tänzerin, Choreografin, Tanz und Gymnastikpädagogin tätig. Worin sehen Sie Ihre Stärken besonders?

Im Bewegungsunterricht versuche ich, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich die Menschen wohl fühlen, keinen Leistungsdruck empfinden, sondern sich in den ihnen gegebenen Möglichkeiten bewegen dürfen, den Moment oder den Tanz geniessen können. In meinen Choreografien und als Tänzerin geht es darum, den Stücken eine poetische Note zu geben und Bilder wirken zu lassen. Was ich beim Choreographieren besonders mag, sind Herausforderungen durch spezielle räumliche Vorgaben: das heisst, wenn eine Aufführung in einem speziellen Raum oder im Freien stattfindet. Die Umgebung inspiriert und gibt viel Spielraum fürs kreative Gestalten.

Wie haben Sie zum Tanz gefunden?

Ein Onkel von mir hatte auf Grund seiner Beobachtungen meine Eltern ermuntert, mich in den Tanzunterricht zu schicken. Darauf durfte ich als Kind und Jugendliche bei Esther Lehmann in Wil viele Jahre Tanzunterricht geniessen und auch in ihrer Showgruppe mitwirken. Nachdem ich zuerst die Ausbildung zur Primarlehrerin absolviert hatte und gut drei Jahre unterrichtete, wagte ich den Schritt und ging an die Aufnahmeprüfung des ch-tanztheaters in Zürich. In meinen Ausbildungsjahren habe ich dann den Modern Dance mit seinen fliessenden, schwungvollen Bewegungen kennengelernt und den Zeitgenössischen Tanz, der sehr vieles als Bewegungssprache und Ausdruck zulässt. Da fühle ich mich wie zu Hause und habe eine grosse Leidenschaft entwickelt. Meine zweite tänzerische Leidenschaft gilt der Tanzimprovisation, wo die Kreativität im Vordergrund steht und das sich Einlassen auf den Moment. Dabei hat Koni Hanft aus Deutschland, die Gast-Dozentin in meiner Ausbildung in Baden war, eine wegweisende Rolle gespielt.

Sie arbeiten dabei mit Kindern und Erwachsenen zusammen. Wie unterschiedet sich die Arbeit?

Die Kinder sind freier, spontaner und haben keine Angst, etwas falsch zu machen. Bei den Erwachsenen ist es hingegen schön, ihre Rückmeldungen zu hören, wenn sie sich äussern und sagen, wie wichtig ihnen die Bewegungsstunde ist und was ihnen gut tut.

Wie gelingt es Ihnen, sich durch Musik und Tanz auszudrücken?

In der Improvisation ist es schlicht ein «Bereit-sein» für den Tanz, für ein Thema und sich auf die Musik einzulassen. Wenn es um den Ausdruck auf der Bühne geht: Die Auswahl der Musik ist schon einmal ein entscheidender Punkt. Sie unterstützt dann unglaublich bei der Suche nach den passenden Bewegungen. Durch viele Improvisationen kann ich herausfiltern, was stimmig ist, um die gewollte Aussage über die Sprache der Bewegung auszudrücken. Ob dies gelingt, muss die Zuschauerseite beurteilen.

Sie werden an der Feierlichkeit auch eine Darbietung vortragen. Sind Sie vor solch einem Auftritt besonders nervös?

O ja, sehr.