Bei der zweiten, von 44 Mitgliedern besuchten GV der Genossenschaft „Wohnen 60plus“, Uzwil, erhielt man den Eindruck, dass die Realisierung des 10-Millionen-Baus für Betagte an der Fichtenstrasse in Uzwil auf gutem Wege ist. Die Baubewilligung der Gemeinde liegt vor, und auch die Finanzen lassen sich trotz einer Überschreitung der ursprünglichen Schätzung sehen.Präsident Werner Dintheer blickte in seinem Jahresbericht auf ein sehr befrachtetes Jahr zurück. Ab Herbst 2017 nahm sich die neu gebildete Baukommission der vielfältigen Aufgaben an. Dieser gehören Werner Dintheer, Horst Kämpfen, René Baer sowie Manfred Holenstein und Verena Knuchel an. Während der Auflagefrist von Zonenplan und Überbauungsplan gingen keine Einsprachen ein. Das Baugesuch konnte am 15. November eingereicht werden, wiederum ohne Einsprachen. Die Baubewilligung erfolgte wenige Tage vor der Generalversammlung der Genossenschaft.

Finanzen auf gutem Weg
Mit der Kantonalbank konnte ein Vertrag für eine Hypothek von 7 530 000 Franken abgeschlossen werden. Von 83 Genossenschaftern wurden für 1 088 000 Franken Anteilscheine gezeichnet. Zudem kann mit einem Darlehen von einer Million Franken aus dem „Fonds de Roulement“ gerechnet werden. Dieser stellte als Bedingung für dieses Darlehen die Revision von drei Artikeln der Statuten der Genossenschaft, was an der GV schlankweg durchging. Der Zinssatz bei diesem Fonds-Darlehen beträgt nur gerade 1 %. Ausserdem wurde am Vorabend der GV bekannt, dass die Stiftung für preisgünstiges Wohnen bereit ist, ein Darlehen von 300 000 Franken zu geben.

Die Genossenschaft ist aber – das hörte man an diesem Abend mehr als einmal – nach wie vor dankbar um den Verkauf von weiteren Anteilscheinen, zumal sich die Baukosten gemäss erstem Submissionspaket nicht wie geschätzt auf 10,03 Millionen, sondern auf 10,7 Millionen Franken belaufen werden.

Stand des Projekts
Die Genehmigung des Teilzonenplans durch den Kanton liess auf sich warten und brachte eine Verzögerung des Zeitplans um drei Monate mit sich. Bis zu den Sommerferien wird der komplette Kostenvoranschlag, eingeholt vom Architekturbüro Gähler Flühler, St. Gallen, vorliegen.

Der Vorstand strebt an, noch dieses Jahr mit der Aushebung der Baugrube zu beginnen. Im Frühling 2019 soll dann der Start zum eigentlichen Bau erfolgen. Der Rohbau sollte Ende 2019 beendet sein, so dass mit den Arbeiten im Innern begonnen werden kann. Ende 2020 dürfte der Bau bezugsbereit sein. Werner Dintheer: „Ich bin überzeugt, im Winter 2020 können wir mit Freude den Interessenten ihren neuen Wohnsitz zur Verfügung stellen.“

Ein Vorstoss an der Gemeindeversammlung?
Aus der Mitte der Versammlung, welche eine Stunde dauerte, kamen verschiedene Fragen. So erwähnte Dr. Baer das Beispiel der Gemeinde Oberuzwil, die an Betagtenbauten zwei à fonds perdu- Beiträge entrichtet hatte. Es ging die Einladung an die Genossenschafter, allenfalls an der nächsten Gemeindeversammlung Ende Mai einen diesbezüglichen Vorstoss zu wagen.
Ein Votant ermunterte den Vorstand, angesichts des guten Verlaufs des Projekts noch mehr in Werbung zu stecken.

Nach der GV bestand beim von der Markthalle zubereiteten Apéro weiterhin Gelegenheit, mit Vorstandsmitgliedern oder seinesgleichen das eine oder andere zu besprechen oder Pläne und Modelle des Projekts zu begutachten.