Der Stolz und die Zufriedenheit für das gesamte Team der Leuen überwiegt fast ausnahmslos, am donnerstäglichen Saisonschlussfest im Thurgauer Dörfli. Rappelvoll zeigt sich die «Arena» und von Minute zu Minute wird die Stimmung grossartiger. Klatschen und Singen, so, wie es die Fans schon die ganze Saison hindurch gemacht haben. Eigentlich schaffen es die East Amigos und weiteren Fanclubs schon beinahe an eine Stimmung, die es sonst nur in der Curva Nord (HC Lugano), oder in der Curva Sud (HC Ambri Piotta), zu erleben gibt. Das Dörfli ist fest in den Händen der Fans, Ultras und treuen Begleiter und das geniesst die ganze Mannschaft, samt Staff, jede Sekunde. Unaufhörlich werden Autogramme verlangt, die meisten wohl von den beiden Publikumslieblingen Jonathan Ang (Stürmer) und Luis Janett (Torhüter). Aber auch die Karten von Jan Derungs, Patrick Parati, Beni Winkler oder Silvio Schmutz gehen weg wie warme Semmel. Immer wieder werden Lieder angestimmt zu Ehren der Spieler, es wird gefeiert von A bis Z, jedoch nicht ganz ohne auf das eigentlich bittere Halbfinal-Ausscheiden gegen den EHC Kloten.

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Rappelvoll, das Thurgauer Dörfli.


Wenn bloss der Schiri nicht verpfiffen hätte

Trotz aller Euphorie, zahlreiche Fans haben nicht vergessen, wie ihrem Team im vierten Spiel in der Gütti die Chancen zum Sieg gestohlen wurden. «Was wäre echt geworden, hätte uns der damalige Schiedsrichter nicht das reguläre Tor gestohlen», fragt sich eine Weinfelderin. Und ein weiterer Leuen-Fan ergänzt, «ich weiss es noch haargenau. Unser Jan Petrig schiesst in der 28. Minute ein zum 2:1, doch die Schiedsrichter aberkennen das Tor, eine absolute Frechheit. Und dazu kommt, dass in besagtem Spiel keine einzige Strafe gegen die Flughafenstädter ausgesprochen wurde, echt krass.» Schlussendlich zogen die Thurgauer den Kürzeren, gegen den Aufstiegsaspirant Nummer eins. Doch, dass man sich derart auf Augenhöhe – trotz vieler Verletzten – bewegen konnte, zeigt die Mentalität die in der Mannschaft herrscht. «Jeder gab mehr als 100 Prozent, nur schon darum können wir richtig stolz auf unsere Leuen sein», sagt ein älterer Fan aus der Region Weinfelden.

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Grossandrang beim Fanshop.


Wenn der Vater vom Goalie…

Hochbetrieb herrscht derweil auch bei Martina und ihren Kolleginnen. Sie verkaufen grün-weiss-gelbe Fanshop-Ware im Sekundentakt. Insbesondere T-Shirts, für das spätere Signieren lassen der HCT-Cracks, seien beliebt, weiss die sympathische Verkäuferin. Nach der kurzen Teamvorstellung mit einigen knackigen Interviews, der Verabschiedung einiger Spieler und der Versteigerung der originalen Spielertrikots, sah sich derjenige getäuscht, der dachte, so, das war’s für diese Saison. Denn was folgte, war die Party mit DJ Enzo Amore. Und dieser DJ ist nicht irgendwer, es ist der Vater von Torhüter Luis Janett. Auch erste Saisonabonnemente für die kommende Spielzeit werden bereits verkauft, es scheint also definitiv so, dass es das Team des scheidenden Trainer Stephan Mair geschafft hat, im Kanton Thurgau und weit darüber hinaus, ein neues Eishockeyfieber entfacht zu haben.

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Stürmer und Publikumsliebling Jonathan Ang (dritter von rechts) beim Interview.