Auch wenn der Überraschungseffekt fehlte, wie er bei der Präsentation der Kandidaten durch die Findungskommission gegeben war, so waren doch zahlreiche CVP-Mitglieder neugierig darauf, die Anwärter aufs Gemeindepräsidium näher kennenzulernen.

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Niklaus Hollnstein tritt als Gemeindepräsident von Niederbüren zurück, bleibt aber CVP-Ortparteipräsident.


Aufgaben gemeinsam lösen

CVP-Ortparteipräsident Niklaus Hollenstein erinnerte in seinem Jahresbericht an das gescheiterte Bemühen um die Bildung einer Einheitsgemeinde. Politische Gemeinde und Schulgemeinde bleiben selbständige Körperschaften. Zur bestmöglichen Aufgabenerfüllungen müssten deshalb Zusammenarbeitslösungen angestrebt werden, forderte der Präsident. Als weiteres Hauptgeschäft auf Gemeindeebene führte er die Siedlungsentwicklung an. In Etappen gelte es einen neuen Rahmennutzungsplan mit Zonenplan und Baureglement auszuarbeiten.

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Der Vorstand der CVP Niederbüren: Daniele Di Bella, Josy Kuster, Niklaus Hollenstein (Präsident), Marianne Bernhardsgrütter und Mike Jäger. Auf dem Bild fehlt Hans Linder.


Eigenständige Gemeindezukunft

Hollenstein bekräftigte, dass die CVP massgeschneiderte Lösungen für Niederbüren und entsprechende behördliche Vorlagen und Beschlüsse auch künftig mittragen werde. Die Entschuldung der Gemeinde lasse eine weitere Senkung des Steuerfusses um 6 Prozent auf 129 Prozente zu. Diese Entwicklung lässt den Präsidenten optimistisch in eine eigenständige Gemeindezukunft blicken.

Die Neuen im Kurzporträt

Die Abwicklung der Traktanden hatte wenig Zeit in Anspruch genommen. Es blieb den beiden Kandidaten aufs Gemeindepräsidium Zeit, sich vorzustellen und mit den Versammlungsteilnehmern ins Gespräch zu kommen. Die Anwärter im Telegrammstil: Caroline Bartholet wohnt in Oberuzwil, ist 49 Jahre alt, verheiratet, hat zwei Söhne und ist Mitglied der FDP. Sie ist eidgenössisch diplomierte Drogistin, führte 20 Jahre eine eigene Drogerie, ist seit 10 Jahren Gemeinderätin in Oberuzwil und ab April 2019 Kantonsrätin. Sie möchte Gemeindepräsidentin mit einem 60-Prozent-Pensum werden.

Christoph Koenig wohnt in Aarau, ist 48 Jahre alt, ledig, parteilos. Er ist diplomierter Geograf, war Meteorologe bei MeteoNews, Lehrer an den Kantonsschulen in St. Gallen und Wil, pädagogischer Leiter am Colegio Helvetia de Bogota in Kolumbien und Gemeindeschreiber in Staffelbach im Kanton Aargau. Er strebt eine 100-Prozent-Anstellung an: Gemeindepräsidium 60 Prozent, Verwaltungsaufgaben 40 Prozent.

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Zwei Kandidaten mit unterschiedlichem Profil: Caroline Bartholet und Christoph Koenig.


60- oder 100-Prozent-Pensum?

In ihren Vorstellungen zur Zukunft Niederbürens unterschieden sich die beiden Kandidaten nicht wesentlich. Beiden scheint eine lebendige Gemeinschaft und eine eigenständige Zukunft der Gemeinde erstrebenswert. Dazu brauche es aber auch den entsprechenden Willen in der Bevölkerung. Genauso wie die Förderung des Gewerbes, beispielsweise der Erhalt eines Dorfladens, nicht allein mit behördlichen Massnahmen bewerkstelligt werden könne.

Sowohl Caroline Bartholet als auch Christoph Koenig wollen 60 Prozent für das Gemeindepräsidium aufwenden. So war die Stelle auch ausgeschrieben. In der Diskussion aber wurde die Meinung geäussert, die Aufgabe lasse sich im Vollamt besser bewältigen. Beispielsweise sei dann eine bessere Präsenz im Gemeindehaus gewährleistet.

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Das Textilmuseum zählt auf Solidarität der Bevölkerung

Im Rahmen der CVP-Hauptversammlung kam auch das Textilmuseum zur Sprache. Gemeindepräsident Niklaus Hollenstein bedauerte einmal mehr die Ablehnung des Kaufs an der Urne. Im Engagement des neu gegründeten Vereins aber machte er einen Lichtblick für die Zukunft des 25 Jahre alten Museums von nationaler Bedeutung aus.

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Richard Holenstein ist Präsident des Trägervereins Textilmuseum.

Für den neuen Verein sprach dessen Präsident Richard Holenstein. Erfreut hielt er fest, dass der Verein bereits 250 Mitglieder zähle, davon über 130 aus Niederbüren. Holenstein verteilte die druckfrische Broschüre, in welcher das Textilmuseum und der Verein vorgestellt werden. Das Museum verfügt über mehr als 5000 Exponate und über zwei Millionen Stoffmuster. Bis Ende Jahr muss der Verein den Kaufpreis von 430'000 Franken zusammenbringen. Im Budget der Gemeinde ist ein Beitrag von 100'000 Franken enthalten. Richard Holenstein gab der Hoffnung Ausdruck, dass sich die Stimmbürger diesmal solidarisch zeigten.