Nach dem Wahlanmeldeschluss hat die Stadt Wil am Mittwoch die bereinigten Kandidatenlisten veröffentlicht. Ein Blick auf die bunten Wahlzettel macht es noch einmal deutlich: Auf Wil kommen am 27. September spannende Gesamterneuerungswahlen zu. 

Es beginnt schon beim Kampf ums Stadtpräsidium, der zwischen drei Kandidaten ausgefochten wird. Halt, drei? Auf der Liste stehen ja vier Namen. Oliver Baumgartner hatte seine Kandidatur nach Verstreichen der Nominationsfrist noch zurückgezogen, sein Name steht jetzt deshalb doch noch auf der Liste. Die eine oder andere Stimme dürfte er so doch noch bekommen, auch wenn er eine (quasi unmögliche) Wahl nicht annehmen würde, wie er gegenüber hallowil.ch klarstellte. 

So bleiben der Eschliker Gemeindepräsident Hans Mäder (CVP) und zwei Stadträte; zum einen der seit Susanne Hartmanns Wechsel in die Kantonsregierung ad interim amtierende Daniel Meili (FDP) und Dario Sulzer, (SP) Vorsteher des Sozialdepartements. Für die Wahl zum Stadtpräsidenten ist gleichzeitig die Wahl in den Stadtrat erforderlich.

Die bisherigen Stadträte Daniel Meili, Jutta Röösli (parteilos), Daniel Stutz (Grüne Pro Wil) und Dario Sulzer treten alle nochmals an. Dazu stehen mit Oliver Baumgartner, Andreas Breitenmoser, (beide parteilos) Kantonsrätin Ursula Egli, (SVP) Beat Gisler, Hans Mäder (beide CVP) und Jigme Shitsetsang (FDP) 6 weitere Kandidaten auf der Kandidatenliste für die 5 Sitze in der städtischen Exekutive.

Spannende Schulratswahl

Auch die Wahl der 4 Schulräte verspricht Spannung. Neben den beiden Bisherigen Evelyne Engeler Mohn und Elmar Meile-Gantner stellen sich gleich 6 Kandidaten zur Wahl – und das für ein Amt, welches schon 2024 abgeschafft werden könnte. Der Schulrat wird von vielen Seiten als Auslaufmodell mit unklaren Aufgaben angesehen. Trotzdem wollen längst nicht alle der neu kandidierenden Donata D’Augello-Iona, Regula Huber, (beide parteilos) Franklin Munishi, (CVP) Albertina Palushi-Bullakaj, (SP) Daniel Schläpfer (Grüne Pro Wil) und Nathanael Trüb (SVP) nicht bloss noch das Nachfolgemodell des Schulrats aufgleisen helfen.

Lange Listen von SP und Grünen

SP und Grüne haben in Wil Grosses vor. Darauf lassen zumindest die Kandidatenlisten der beiden linken Parteien schliessen, die aktuell je 6 Sitze im Stadtparlament halten. Die SP tritt mit einer bis auf den letzten Platz gefüllten 40er-Liste an, auf derjenigen der Grünen stehen 32 Namen. Dazu kommen die beiden Jungparteien mit je zwanzig Namen auf der Liste.

Die CVP schickt 20 Kandidaten zur Verteidigung ihrer 9 Sitze ins Rennen, die SVP 17 für ebenfalls 9 zu verteidigenden Sitze. Für die FDP, die als einzige bürgerliche Partei eine separaten Jungparteien-Liste in den Wahlkampf steigt, geht es um 8 zu verteidigende Fraktionssitze. Auf der FDP-Haupliste stehen 20 Namen, hinzu kommen 10 Jungfreisinnige. Die Evangelische Volkspartei (EVP) hat derzeit einen Sitz im Stadtparlament, sie hat 7 Kandidaten nominiert. Auf der Liste der Grünliberalen, bei denen Aushängeschild Erika Häusermann sich nicht zur Wiederwahl stellt, stehen 10 Namen.