Die Versammlung der Kath. Kirchgemeinde Aadorf-Tänikon war informativ: Ein unerwarteter Ertragsüberschuss in der Jahresrechnung 2017 und die Totalsanierung des Pfarrhauses stachen dabei besonders heraus.Von den 2‘031 Stimmberechtigten der Kath. Kirchgemeinde Aadorf-Tänikon fanden sich knapp vier Prozent zur Kirchgemeindeversammlung im „Refental“ zu Tänikon ein.

Gewinn statt Defizit
Im Vorfeld hatte die Kirchenvorsteherschaft in einer gefällig verfassten Botschaft Rechenschaft über ihre Arbeit abgelegt. Bei einem Aufwand von Fr. 1‘486‘108 und einem Ertrag von Fr. 1‘487‘110 resultierte ein Ertragsüberschuss von 1‘001 Franken. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 111‘500 Franken. Dank höherer Steuereinnahmen kam das gute Ergebnis zustande. Das Budget 2018 sieht einen Aufwandüberschuss von 23‘100 Franken vor. Dies bei einem unveränderten Steuerfuss von 19 Prozent.

Pfarrhaus als Knackpunkt
„Wie geht es weiter mit dem Aadorfer Pfarrhaus? Wird das nicht zum Fass ohne Boden? Sollte es nicht verkauft oder gar abgerissen werden?“ wollte eine Votantin von Präsident Bruno Gerig wissen, bevor das Traktandum „Liegenschaften“ überhaupt zur Sprache kam. Liegenschaftsverwalter Markus Sax erläuterte die verzwickte Situation: „Es ist unser Bestreben, das Pfarrhaus zeitgerecht und zukunftsträchtig zu nutzen, nämlich mit dem Einbau von zwei Wohnungen und von Büros für die Verwaltung im Erdgeschoss. Um dies zu erreichen, wäre die Erschliessung von aussen wünschenswert, da der Treppenbereich im Innern äusserst komplex ist.“

Drei verschiedene Architekturbüros haben dazu Ideenskizzen erarbeitet, jedoch die Denkmalpflege nicht zu überzeugen vermocht. Diese pocht auf Volumenschutz, damit das Ortsbild gewahrt bleibt. Die Meinung der Baukommission der Gemeinde Aadorf ihrerseits sieht in der Umbauidee eher ein privates Wohnhaus und einen Verlust des öffentlichen Gebäudecharakters. Denkmalpflegerisch ist die nebenstehende Kirche als „besonders wertvoll“ und das Pfarrhaus als „wertvoll“ eingestuft. Diese Einstufung kann nach gängiger Volksmeinung wohl nur für die Nordfassade ihre Gültigkeit haben. Wie immer auch die Kosten/Nutzen-Analyse der Kirchenvorsteherschaft ausfällt, so liegt die Entscheidungshoheit nicht allein in ihren Köpfen.

Handlungsbedarf auch in Tänikon
In Tänikon stellt die unbefriedigende Akustik immer wieder neue Herausforderungen. Das Reflektion- und Nachhallproblem konnte noch nicht befriedigend gelöst werden. Zur Erhöhung der Brüstung auf der Empore von 75 Zentimeter auf 1 Meter muss die Denkmalpflege noch seinen Segen geben. So auch für die kostenintensive Sanierung der St. Anna-Kapelle, deren Mauerwerk durchnässt ist. Ein Beitragsgesuch beim Amt für Denkmalpflege in Frauenfeld ist eingereicht worden, doch wartet man noch auf eine Antwort.

Verschiedene Mitteilungen zum kirchlichen Leben folgten: Diakon David Pfamatter wird am 24. Juni in Tänikon seine Primiz feiern und seinen Ausbildungsweg beenden. Nachfolger wird der Dussnanger Cornel Stadler, der mit einem 50-Prozent-Pensum die Katechese und Jugendarbeit stärkt. Pfarrer Daniel Bachmann orientierte über die Verlagerung der Firmung vom letzten Schuljahr ins junge Erwachsenenalter und erinnerte daran, dass noch Gastfamilien für die „Musical Tour“ von Adonia gesucht werden. Astrid Keller, Daniel Bachmann und Markus Mazenauer nehmen zukünftig Einsitz in der Synode. Die uneigennützige Mitarbeit mehrerer Mitglieder der Kirchgemeinde wurde mit einem Präsent belohnt. Ein Apéro im Foyer beschloss die anderthalbstündige Versammlung.

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Die Kirchenvorsteherschaft mit Karin Ammann, Daniel Bachmann, Daniela Specker, Bruno Gerig, Markus Sax und Hans-Peter Lorenz. (von li.)