Fast 30 Zentimeter Neuschnee sind an einigen Orten in der Ostschweiz gefallen, dies zeigt ein Blick auf die Messwerte von Meteoschweiz. Ein Blick aus dem heimischen Fenster in Wil zeigt: Hier sind es gut zwölf Zentimeter. Was für die einen eine wahre Freude ist, ist für die anderen Ärgernis oder mindestens Mühsal. Immerhin bedeutet Schnee auch immer Arbeit, etwa, wenn es um verschneite Zufahrtswege oder Schnee auf Dächern geht.

Hauseigentümer sind dazu angehalten, verschneite Fuss- und Zufahrtswege so zu unterhalten, dass sich Dritte risikofrei darauf bewegen können. Das gilt auch für vom Dach herabhängende Eiszapfen oder Schnee auf dem Dach. Es ist allerdings nicht ganz einfach, allgemein gültige Regeln auszusprechen. Auch deshalb gibt es einige Bundesgerichtsurteile, die sich mit Fragen rund um die Unterhaltspflicht von Hauseigentümern befassen. Bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) findet sich eine Übersicht über die Rechtssprechung, hallowil.ch hat die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Recht im Überblick

Grundsätzlich gilt: Hauseigentümer haften für den Schaden, der entsteht, wenn der Unterhaltspflicht nicht nachgekommen wird. Dies ist in Artikel 58 des Obligationenrechts geregelt. Daraus kann abgeleitet werden, dass, sofern «zumutbar», …

  • … Hauseigentümer sich um die Schneeräumung vor dem Hauseingang, in den Zufahrten sowie auf den privaten Fusswegen kümmern müssen.
  • … Hauseigentümer um die Räumung von Schnee und Eis von den Dächern besorgt sein müssen.
  • … Hauseigentümer trotzdem davon ausgehen dürfen, dass sich Mitbenützer eigenverantwortlich verhalten.

Als «zumutbar» gilt der Aufwand für den entsprechenden Unterhalt, wenn …

  • … das Anbringen von Sicherheitsvorrichtungen resp. die Beseitigung allfälliger Mängel technisch möglich ist.
  • … die «zeitliche Möglichkeit zur Vornahme» gegeben ist; es wird nicht verlangt, dass rund um die Uhr Schnee geschippt wird.
  • … die Kosten für den Winterdienst in einem vertretbaren Verhältnis zum Schutzinteresse der Benützer stehen.