Vor dem Dank kam die Musik. Im grössten der drei neuen Räume stellte sich die Nachwuchsband der Musikschule Oberuzwil-Jonschwil auf und spielte zu Einstimmung zwei Lieder. Rund 50 Interessierte wohnten der Einweihung im Haus 4 der Primarschulanlage Breite bei. Im März hatte die Bürgerversammlung der Kreditsumme von 1,24 Millionen für den Umbau der Musikschulräume und die Verbesserung des Feuerschutzes der Häuser 2 und 3 zugestimmt. Seit den Herbstferien findet nun in den neuen Zimmern Unterricht statt.

Am Freitag herrschte deshalb allenthalben Zufriedenheit und Gemeindepräsident Cornel Egger hatte viel zu danken, bevor er mit Musikschulleitern Marietta Bosshart als offizieller Akt der Einweihung ein blauweisses Band zerschnitt. Besonderes Lob ernteten Architekt Benjamin Saner, Bauleiter Thomas Eberle und Claudia Lenz-Kunz, Bereichsleiterin Bäder und Schulanlage. Mit dem «exklusiven Trakt für die Musik» sind die Umbauarbeiten an den Oberuzwiler Schulanlagen jedoch noch nicht abgeschlossen. Im Haus 1 stecke man mitten in den Arbeiten und auch beim Kindergarten an der Schulstrasse sei die Detailplanung für den Umbau bereits fortgeschritten, so Egger.

Von Akustik und Schalldämmung

Voll und warm tönten die Instrumente der Nachwuchsband durch den hellen Raum. Verantwortlich für den exzellenten Klang ist die längste Wand des Zimmers mit ihrer handorgelähnlichen Oberfläche. Von Winkeln zwischen fünf und zehn Grad werden die Schallwellen so in den Raum zurückgeworfen, dass ein differenziertes Klangspektrum entsteht. Auf Aspekte der Akustik und der Schalldämmung sei bei Planung und Bau das Hauptaugenmerk gelegt worden, führte Architekt Saner in seiner Ansprache aus. Um die Schallausbreitung nach draussen und in die Schulzimmer oberhalb zu testen, hätten Bauphysiker die Räume mit 120 Dezibel beschallt. Weil sich die neuen Musikzimmer in ehemaligen Schutzräumen mit dicken Wänden befinden, seien die baulichen Voraussetzungen in dieser Hinsicht aber von Anfang an gut gewesen, so Saner.


«Kammermusikalische Atmosphäre»

«Verschiedene Instrumente stellen verschiedene Ansprüche an die Räume», sagte Werner Isenegger, Leiter der Musikschule Oberuzwil-Jonschwil, in seiner Rede. Kollegin Marietta Bosshart pflichtete bei: «Die Räumlichkeiten sind für guten Musikunterricht zentral.» Bosshart schätzt an den neuen Räumen die Grösse, die genügend Platz biete und gleichzeitig eine «intime, kammermusikalische Atmosphäre» zulasse. Ausserdem sei die Ausstattung mit einem Klavier oder Flügel pro Zimmer perfekt und im grössten Raum seien sogar kleine Konzerte denkbar, so Bosshart.

Bevor die Interessierten nach dem Apéro in die kalte Nacht entlassen wurden, sprach nochmals die Musik. Nun durfte die «grosse» Musikschulband ran und ein paar Hits spielen. Von draussen, auf dem ebenfalls im Lauf des Umbaus erstellten Fussweg neben Haus 4, war noch «Dance With Somebody» der Band Mando Diao zu erkennen. Gut gedämpft natürlich.