Ursula Brunner-Storz stammt aus einer kinderreichen Frauenfelder Brauereifamilie. Sie ist Pfarrfrau und Politikerin, die mit ihrer dezidierten Meinung zu sozialer Gerechtigkeit in der Welt, zu Handel und Friedensförderung Bewunderung hervorruft, aber zuweilen im bürgerlich geprägten Kanton auch aneckt. Wie kam es, dass die sich selbst als scheu bezeichnende Frau allein und ohne besondere Spanischkenntnisse 1976 nach Südamerika reist, um den grossen Bananenkonzernen die Stirn zu bieten?

Mit Leidenschaft und vollem Einsatz

Die erste öffentliche Aktion in Frauenfeld startet Ursula Brunner-Storz im Oktober 1973. Gemeinsam mit ihrer «Hausfrauengruppe» lanciert sie die 1. Bananenzeitung und wird zum Vorbild für starke Thurgauerinnen, die sich für ihre Anliegen auf politischer, gesellschaftlicher und kultureller Ebene engagieren. Trotz vieler Misserfolge und persönlicher Schicksalsschläge erreichen Ursula Brunner-Storz und ihre Mitstreiterinnen viel: In den 1980er-Jahren führt die Schweiz Bananen aus fairem Handel ein, 1993 hält die Frauenfelderin an der Konferenz der Bananenproduzenten Südamerikas in Costa Rica eine flammende Rede.

Welcher Motor die dynamische Frauenfelderin zeitlebens antrieb und weshalb sie bis ins hohe Alter täglich im Büro war, beleuchtet Nathalie Kolb Beck am Kurzvortrag über Mittag, der um 12.30 Uhr im Schloss Frauenfeld stattfindet. Der Eintritt ist frei, und es gilt eine Maskenpflicht. Beschränkte Teilnehmerzahl, Anmeldung über Museumswebseite erforderlich.