Jahrelang leisteten die Wagen gute Dienste. Zwar mussten sie zwischenzeitlich neu bemalt werden, um auf den damals noch nicht gesicherten Bahnübergängen zwischen Wil und Frauenfeld besser gesehen zu werden. Und ja: Behindertengerecht war der steile Einstieg nicht. Und ja: Ein 1.-Klasse-Abteil gab es auch nicht. Und ja: Steckdosen suchte man auch vergebens. Und ja: Im Sommer war das Klima wenig einladend.

Oder anders formuliert: Es war dann doch eine Wohltat, als im Jahr 2013 die bei der Firma Stadler gebauten Wagen in Betrieb genommen wurden. Fünf solcher Kompositionen sind heute auf der Strecke zwischen dem Knotenpunkt Wil und der Thurgauer Kantonshauptstadt unterwegs. Das sind genug, dass keine alten Kompositionen mehr gebraucht werden.

Die letzte Reise führt nach Langenthal

Am Montag und Dienstag sind die beiden letzten alten Wagen auf dem Strassenweg abtransportiert worden. Anspruchsvoll war bereits, den Wiler Bahnhofplatz zu umkurven, was zahlreiche Passanten zu einem staunenden Halt bewog. Die Frage war immer die gleiche: Was passiert nun mit diesen Wagen? Die Zieldestination war Langenthal im Oberaargau im Kanton Bern. Dort nahm die «Aare Seeland Mobil AG» (ASM) die beiden Wagen entgegen. Diese haben gleiche Fahrzeuge im Einsatz. Doch der «Wiler Blitz», wie man die Schmalspurbahn manchmal nennt, kommt nicht mehr zum Einsatz. «Es werden noch benötigte Komponenten entnommen und als Ersatzteile behalten. Das Fahrzeug wird im Anschluss entsorgt», sagt Erika Egger, Sprecherin der Frauenfeld-Wil-Bahn auf Anfrage von hallowil.ch.

Am Montag ging Triebwagen 16 weg, am Dienstag Triebwagen 17. Somit besitzt die Frauenfeld-Wil-Bahn nun keine Fahrzeuge von diesem Typ mehr. Und wie viel Geld lässt sich mit diesen ausgemusterten Wagen noch verdienen? «ASM bezahlt für das entnommene Ersatzmaterial einen angemessenen Betrag. Die Höhe wird nicht kommuniziert», sagt Egger.