Apitherapie nennt man die natürliche Heilmethode, bei welcher Bienenprodukte zur Prävention, Heilung und Genesung von Krankheiten eingesetzt werdenFür Cécile und August Brunner haben Bienen seit 40 Jahren eine grosse Bedeutung, sie pflegen 50 bis 60 Bienenvölker. Die Gattin ist ausgebildete Pflegefachfrau und hat sich an Kursen im In- und Ausland intensiv mit der Bienentherapie befasst.

Wunderstaat
Der Bienenstock ist ein kleiner Wunderstaat, ein faszinierendes Miteinander. Die Arbeiterinnen pflegen die Brut, bewachen das Volk und gehen auf Sammelflüge. Mittels Schwänzeln und Rundtänzen können sie ihren Kolleginnen aus dem gleichen Bienenvolk mitteilen, in welcher Distanz und Richtung von der Sonne sie eine gute Nektar-, Wasser- oder Pollenquelle gefunden haben. Um innerhalb des Volkes zu kommunizieren, benützen sie auch Pheromone, um etwa zu erkennen, ob die Königin noch im Volk ist. Ganz nebenbei bestäuben sie auch unsere Blumen und Pflanzen und benötigen für ihren «Eigenbedarf» etwa 70 kg Honig. Sich einmal intensiv mit den diesen fleissigen Insekten zu befassen, ist unglaublich spannend.

Atemtherapie
Erkrankungen der Atemwege sind sehr verbreitet. Die Bienenstockluft-Therapie kann in allen Altersstufen angewendet werden und kennt kaum Nebenwirkungen. Der Biochemiker Dr. habil. Eberhard Bengsch vom Max-Planck-Institut in München geht davon aus, dass alle Wirkstoffe, die in den bekannten Bienenprodukten sind, auch in der Bienenstockluft enthalten sind. Die warmen Bedingungen von 36°C im Bienenstock hält er für optimal, um die Wirkstoffe aus der Luft im Körper aufzunehmen. Die Betroffenen atmen über eine Inhalationsmaske während dreimal zwölf Minuten die Luft dreier verschiedener Bienenstöcke ein, und das an mindestens zehn Sitzungen. Atemtherapie kann schon bei kleinen Kindern eingesetzt werden.

Heilmittel aus der Natur
«Wenn sie von einer Biene gestochen werden, tut es zwar ein bisschen weh, aber zugleich wirkt das Bienengift positiv auf das Immunsystem - also müsste man eigentlich danke sagen» betonte Cécile Brunner. Der Honig ist ein beliebtes Nahrungsmittel, hat aber auch erstaunliche Kräfte bei der Wundheilung. Eine Honig-Massage entschlackt fördert die Durchblutung. Eines der wichtigsten Heilmittel ist Propolis, für das fleissige Bienenvolk ein wichtiges, klebriges Baumaterial zum Verschliessen undichter Stellen. Es wird aus dem Kittharz der Bienen gewonnen, welches sie als Schutz gegen Viren, Bakterien und Pilze von den Bäumen sammeln und ins Volk bringen.

Die Propolis-Tinktur geniesst seinen Ruhm als natürliches Antibiotika. Es kann innerlich und äusserlich vielseitig angewendet werden. Ein Bienenvolk gewinnt jährlich zwischen 50 und 500 Gramm. Laut einer in Oxford durchgeführten Studie besitzt Propolis entzündungshemmende Eigenschaften- und zwar in doppelter Konzentration und überrascht durch seine antiviralen und antimykotischen Heilkräfte – also ohne Nebenwirkungen und ohne Resistenzmöglichkeiten, da es die Bienen immer wieder aufs Neue an die Umweltbedingung anpassen. Anerkannt ist auch die Verringerung der Nebenwirkungen bei Chemo- und Radiotherapien.

Professionelle Anwendung von Wundbehandlung
Mit Honig gearbeitet wird an folgenden Spitälern: Universitätsklinik Zürich, Kantonsspital Luzern, Kantonsspital Winterthur, Inselspital Bern, Spital Hohmad Thun, an der Universitäts-Kinderklinik Bonn und den chirurgischen Universitätskliniken von Limoges und Montpellier (Frankreich)

Mehr Details unter www.bienen-brunner.ch