Die Reaktionen auf den hallowil.ch-Artikel «Sind die blind oder Analphabeten?» (siehe Artikel unten) waren ziemlich unterschiedlich. Im Beitrag geht es um die Leinenpflicht in der Thurau, die laut eine Spaziergängerin nicht eingehalten wird. «Wundert mich nicht», schreibt ein hallowil.ch-Leser und Facebook-Nutzer, «viele sind sowohl blind als auch uneinsichtig.» Ein anderer Social-Media-Nutzer scheint sich über die Diskussion rund um die Leinenpflicht aufzuregen: «Jeder, der hier schreibt, dass Hunde an die Leine gehören, sollen still sein.» Ein Hund sei ein Lebewesen, das auch Rechte habe. Und dann führt er weiter aus: «Sind wir mal ehrlich, die meisten Hunde sind verspielt und würden höchstens ein Rehkitz abschlecken.» Eine hallowil.ch-Leserin erklärt, dass es ganz individuell auf den Hund ankomme. Sie selbst hat einen Hund, der nicht jagt und immer neben ihr läuft. «Warum soll er nicht ohne Leine laufen dürfen?» Als Vergleich nennt sie ihren ehemaligen Hund, der jederzeit etwas gejagt hätte: «Ihn musste ich viel an die Leine nehmen.» Sie ist aber der Überzeugung, dass man nie ein Wildtier gefährden darf.

Aber in der hallowil.ch-Umfrage (siehe im Beitrag ganz unten) – als gefragt wurde «Gehören Hunde in der Thurau an die Leine?» – waren sich die meisten Leser einig: «Ja, aus gutem Grund gibt es eine Leinenpflicht.» Von den 259 Umfrage-Teilnehmern haben 62 Prozent (also 160 Personen) für diese Antwort gestimmt. 65 hallowil.ch-Leser (25 Prozent aller Umfrage-Teilnehmer) waren der Meinung, dass Hunde nur in der Setzzeit im Frühjahr an die Leine gehören. Nur 34 Personen aller Umfrage-Teilnehmer (13 Prozent) finden, dass die Thurau gross genug ist, um den Hunden Auslauf zu geben. (red)

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Das sind die Umfrageergebnisse. (Bild red)

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«Sind die blind oder Analphabeten?» (21.04.): 

«Sind Hundebesitzer blind oder Analphabeten?». Mit diesem Satz wendet sich eine Leserin an hallowil.ch. Auslöser war ein Ereignis, das sie bei einem gemeinsamen Spaziergang mit ihrem Mann in der Thurau gemacht hat. «Am Anfang des Rundgangs steht eine Tafel, dass Hunde wegen der Setzzeit angeleint sein sollen. Doch jeder Hundehalter, der uns begegnet ist, liess seinen Hund oder seine Hunde frei laufen. Das hat mich geärgert.»

Die Thurau ist gerade bei Hundebesitzern ein beliebter Ort für einen Spaziergang. Tatsächlich stehen unweit des Schiessstandes zwei grosse Tafeln, welche auf die Leinenpflicht hinweisen. Denn momentan ist Setz- und Brutzeit, während welcher viele Wildtiere ihren Nachwuchs aufziehen. Dies hat etwa zur Folge, dass Rehkitz in den Feldern sind – und von freilaufenden Hunden angegriffen werden können.

Busse könnte ausgesprochen werden

Wer seinem Hund trotzdem freien Lauf lässt, droht zur Kasse gebeten zu werden. «Es besteht die Möglichkeit, fehlbare Hundehalter mit einer Busse von 50 Franken zu belegen. Dies nach dem Übertretungsstrafrecht des Kantons St. Gallen, sofern die Leinenpflicht von der politischen Gemeinde verfügt worden ist. Das ist in Wil der Fall», sagt Florian Schneider von der Kantonspolizei St. Gallen auf Anfrage von hallowil.ch. Die Ordnungshüter suchen aber in aller Regel zuerst das Gespräch und habe bislang noch keine negativen Erfahrungen damit gemacht.

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Hunde sind auf dem Gebiet der Stadt Wil zu jeder Tages- und Jahreszeit an der Leine zu führen. (Themenbild: Pixabay)