Im Hebräischen wird dasselbe Wort für Brunnen und Gebärmutter gebraucht, der Ursprung des Lebens rückt ins Blickfeld. Wird von Wasser gesprochen, kann es real und symbolisch gemeint sein. Der einfache Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglicht ein neues Leben: Schutz vor Krankheit, Schutz vor Gewalt und mehr Bildung, da weniger krankheitsbedingte Fehltage in der Schule entstehen. 

Kampf um Wasser
Im Brunnenbau sah Jean Jaques Rousseau den Ursprung der Vergesellschaftung. In trockenen Regionen Wasser zu gewinnen und dieses zu verteilen, war nur als Gemeinschaftsleistung möglich. Der Kampf um die mit Wasser versorgten Plätze gehörte schon in die Zeit des Alten Testaments. An Beerschebas» (Schwurbrunnen) wurden aber auch Verträge geschlossen. Heute geht es zum Glück friedlicher zu an den vielen Wasserspendern. Trotzdem ist genügend Wasser ein Segen für diejenigen, die es haben und oft eine Katastrophe, wo es fehlt.

Der Tschudibrunnen in Fischingen
1961 wurde im Weiler Schurten, Fischingen ein Brunnen zu Ehren des Heimatdichtes Niklaus Tschudi von Egg-Schurten (1844-1931) erbaut und 2017 erneuert. Mit an der Einweihungsfeier war damals Bundesrat Hans-Peter Tschudi, sowie Rudolf und Hermann Tschudi, Söhne des Künstlers. 

Der Drei-Dörfer-Brunnen

Der schmucke Brunnen mit den Wappen von Niederhelfenschwil, Zuckenriet und Lenggenwil stand viele Jahre bei der Raiffeisenbank. Als er dort dem Umbau weichen musste, setzte sich der damalige Bankpräsident Gottfried Künzle dafür ein, dass der Wasserspender bei der Oberstufenschule Sproochbrugg wieder aufgestellt wird. Im Zusammenhang mit der Strassensanierung wurde bei der grossen Linde am ebenfalls ein Brunnen aufgestellt. Auch in privaten Gärten sind Brunnen sind sehr beliebt, unten drei Beispiele aus Niederhelfenschwil.

Brunnenvielfalt
In den meisten Dörfern und Städten der Schweiz sind Brunnen als ästhetische Blickfänge nicht wegzudenken und allgemein sehr beliebt, auch in privaten Gärten. Ein Blick ins Atelier eines Steinbildhauers zeigt den enormen Reichtum, den die Gestaltung von Brunnenanlagen bietet. Viele neue Gebäude ziert ein Brunnen. Sie erinnern an Anlässe, Menschen mit besonderen Verdiensten, können auch aus Dankbarkeit erstellt werden usw. Auch Wasserspiele haben ihren besonderen Reiz. Über die Region hinaus: im Zentrum der Platzanlage beim Kloster Einsiedeln steht der Marien- bzw. Frauenbrunnen, aus dem viele Pilger trinken. Die vierzehn Röhren entsprechen den vierzehn Nothelfern. Dem Wasser aus der Quelle des heiligen Meinrad wird heilende Wirkung zugeschrieben