Hallowil.ch - Leser Jörg Roth aus Wil hat gestern, Sonntagabend, den herrlichen Sonnenuntergang genossen. Über den Dächern vom Westquartier in Wil sichtete er die Abendstimmung über dem Sirnacherberg.

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So hat hallowil.ch bisher berichtet (17.9.21)

Die Region unter der Nebeldecke: Wie entsteht Hochnebel überhaupt?

«Seltsam, im Nebel zu wandern, einsam ist jeder Busch und Stein, kein Baum sieht den andern, jeder ist allein ...», so beginnt das Gedicht «im Nebel» des Dichters Hermann Hesse. In diesen Tagen kann man ihm in der hallowil.ch-Region gut nachfühlen: Mit Ausnahme von ein paar Stunden versteckt sich die Sonne über der Hochnebelgrenze.

Aber was ist das überhaupt, «Hochnebel»? Und warum gibt es im Mittelland so viel davon? Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie «Meteo Schweiz» erklärt auf seiner Website verschiedene Wetterbegriffe, darunter auch das «Nebelloch Mittelland». So heisst es, dass grundsätzlich vier Voraussetzungen erfüllt werden müssten, damit länger andauernde (Hoch-)Nebellagen zustande kommen:

  • Tief stehende Sonne bzw. schwache Sonneneinstrahlung: Voraussetzung erfüllt im Zeitraum von Mitte Oktober bis zur ersten Februarhälfte
  • Wenig Wind in den unteren Luftschichten mit Ausnahme der Bise: Voraussetzung erfüllt bei Hochdrucklagen
  • Wenig Bewölkung: Voraussetzung erfüllt bei Hochdrucklagen
  • Feuchte Kaltluft muss sich in einem Becken sammeln können: Voraussetzung speziell gut erfüllt im Mittelland

Zähen (Hoch-)Nebel findet man nur während Hochdrucklagen in den Herbst- und Wintermonaten vor, erläutert Meteo Schweiz: Bei stabilen Hochdrucklagen entstehe nachts jeweils schwere Kaltluft. Da die kalte «Nachtluft» schwerer ist als die erwärmte «Tagesluft» fliesst sie zum einen in Bodennähe von den Alpen und dem Jura in Richtung Mittelland, zum anderen bildet sich kalte Luft im Mittelland auch an Ort und Stelle. So kann sich eine sogenannte «Inversionsschicht» bilden: Da die Sonne tagsüber tief steht, kann dieser so entstandene «Kaltluftsee» tagsüber nicht richtig erwärmt und damit auch nicht vollständig abgebaut werden, was wiederum dazu führt, dass die Temperaturen von Tag zu Tag abnehmen. Da kalte Luft grundsätzlich weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann als warme, beginnt sie zu kondensieren. Damit kommt es zur Nebelbildung. Habe sich einmal eine ausgeprägte Inversion gebildet, könne diese nur noch mit stärkeren Winden ausgeräumt werden.

Meteo Schweiz schreibt aber auch, dass wir derzeit Glück haben können. Denn: «Ende Oktober ist die Sonne bei manchen Inversionslagen noch kräftig genug, um den Nebel- oder Hochnebel mindestens teilweise aufzulösen.» Bei einer Obergrenze von 900 Metern liege die Wahrscheinlichkeit für die Nebelauflösung bei rund 60 Prozent.

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Im Nebel – das ganze Gedicht von Hermann Hesse

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.