Wir sind gut unterwegs bei der Planung von ESP Wil-West, stellte Guido Grütter an den Anfang seiner Begrüssung der zahlreich erschienenen Wirtschafts- und politischen Vertreter aus der Region Wil und dem Thurgau. Es sei jetzt der Punkt erreicht, wo wir die Menschen für das Projekt abholen wollen. Es spreche ganz für das Projekt, wenn der Bund nun 37 Mio. Franken gesprochen hat für das eingereichte Aggloprogramm, welches schweizweit auf dem vorteilhaften 8. Platz gelandet ist.

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Der Region steht ein deutlicher Entwicklungsschritt bevor. 

Mit ESP Wil-West ergibt sich nach Grütter ein Plus an Wohn- und Lebensqualität, lokale Arbeitsplätze und eine spürbare Verbesserung der Verkehrssituation. Es geht um die Schaffung von bis zu 3'000 Arbeitsplätze. Allein auf dem Gebiet von Münchwilen werden es gegen 2'000 Arbeitsplätze sein, auf der Industriezone Gloten (Gemeinde Sirnach) können es gegen 1'000 Beschäftigte werden.

„Ein Diamant steht vor der Türe“
Regierungsrat Marc Mächler zur ersten Einschätzung: „Die Region Wil hat Potential nach oben“, was er mit einem passenden Vogelperspektive zur Region Wil unterstrich. Mit Wil-West gehe es nicht allein um einen Autobahnanschluss, sondern um ein eigentliches Infrastrukturvorhaben. Neben Verkehrsteilnehmern gehe es um die wirtschaftliche Entwicklung und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Als Ganzes betrachtet, stehe für die Region ein Diamant vor der Türe.

Mit ESP sei die ganze Ostschweiz gefordert, um jungen Berufsleuten eine Perspektive zu bieten, damit sie nicht abwandern müssten. Die Region Wil biete gegenüber dem Raum Zürich einen klaren Kostenvorteil für Unternehmungen, weil zu günstigeren Konditionen gebaut werden kann.

Nach Mächler gibt es noch Lücken bei der Infrastruktur zu schliessen, welche mit entsprechenden Massnahmen geschlossen werden. Darin sei auch eine Zentrumsentlastung für die Stadt Wil enthalten. ESP erhalte beste öV-Anschlüsse mit Bus und der Frauenfeld-Wil-Bahn, eine wichtige Grundlage für St.Gallen und dem Thurgau. Mit ESP erfolge auch ein wichtiger Beitrag gegen die Zersiedelung, wie es die beschlossene Vorlage des Bundes nun vorschreibt. Nach Mächler kann mit ESP ein Leuchtturmprojekt entstehen, welches Arbeiten und Leben attraktiv macht. Der nächste Schritt heisse: „Lokale Akzeptanz schaffen“.

Intelligente Massnahmen zur Verkehrssituation
Andy Heller, Leiter Tiefbauamt St. Gallen, ging in seinem Referat auf die Infrastrukturmassnahmen ein. Der zwischen 2010 und 2014 geschaffene Masterplan und der Charta bezeuge den Willen zur Realisierung. Seitens de Bundes hätten sie überzeugte Unterstützung des Vorhabens erhalten. Die geplanten Massnahmen ergeben nach Heller eine intelligente strukturelle Anordnung.

Es sei ein altbekanntes Anliegen, Grundlagen für die Verkehrsentlastung der Stadt Wil zu erarbeiten. Einer der wichtigen Schritte nannte Heller mit der Verlegung des Trasse der Frauenfeld-Wil-Bahn und der neuen Haltestelle. Der Autobahnanschluss werde zur Ein- und Ausfahrt als Kreisel ausgebildet. Zusammen mit den Netzergänzungen werde die Stadt und die Region vom Verkehr entlastet. (Siehe Bilder Heute und nachher) Seitens des ASTRA hätten sie bereits Zustimmung zum Projekt. Man könne heute von acht Jahren erfolgreicher Planung sprechen, schloss Heller seine Ausführungen.

Weiträumige Massnahmen integriert
Aus der Sicht des Thurgau informierte Marcel John, Leiter des Tiefbauamtes Thurgau. In Beurteilung der flankierenden Massnahmen spreche man von Verbesserung der Aufenthaltsqualität. Zum A1-Anschluss Wil-West gehöre die Netzergänzung Nord zur Dreibrunnenstrasse. Bei den Massnahmen Ost seien grossräumig Anpassungen bei der Tonhallen-, Toggenburger- und St.Gallerestrasse notwendig. Die neue Verkehrsführung müsse auch einen Nutzen zum Inhalt haben.

„Gewinnen können wir nur gemeinsam“
Nach Stadtpräsidentin Susanne Hartmann erhält das Vorhaben bei der Bevölkerung nur über fundierte Informationen Zustimmung. Die Komplexität des Vorhabens verlange auch ein schrittweises Vorgehen, um die Verständlichkeit zu erhalten.

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Grundlage für das Gelingen ist die Zustimmung der Gemeinden, welche über die Kredite für die Vorhaben abstimmen.

Es geht nach Hartmann jetzt darum, sich von technischen Details zu lösen und über den Nutzen zu sprechen. Ess bedürfe einer verständlichen Kommunikation. Kantone und Gemeinden müssten sich solidarisch für die Region einsetzen. Was in Bern erreicht wurde, soll nun die Leute in den Gemeinden überzeugen.

Bereits im 2021 werden die Stimmbürger der Gemeinden über erste Projektteile abstimmen können. Voraus gehend braucht es auch das Ja der Regierung und des Kantonsrates.

Der Gewinn für die Gemeinden sind Wohnangebote
In der Fragerunde kamen bereits Detailanliegen zur Sprache. So werde es auf dem Gebiet von ESP keine Einfamilienhäuser oder Wohnblöcke geben. Auch strebe man klar an, arbeitsplatzintensive Unternehmungen zu gewinnen und keine Lagerhallen zu bauen. Gefordert wurde zu den Massnahmen Nord, die bereits stehende Industriestrasse zu nutzen.

Klar wurde auch, dass die Gemeinden zu Gunsten von ESP auf industrielle Ansiedlungen verzichten. Der Gewinn für die Gemeinden werde sich mit Wohnangeboten für die Beschäftigen von ESP und deren Familien ergeben.