«Man kann sich vorstellen, dass die Mitglieder der Thurgauer Regierung viele Anfragen für Ansprachen bekommen. Aber die Bundesfeieransprache auf dem Nollen ist für mich wahrhaftig etwas ganz Besonderes», sagte Walter Schönholzer. Erklärend fügte er an, dass ihn mit Wuppenau Vieles verbindet. «Meine ersten Ski-Erfahrungen machte ich am Skilift Nollen und schon als Kind besuchte ich die 1. Augustfeier an diesem schönen Ort. Am legendären Hügelball feierte ich kräftig mit und als Schüler von Schönholzerswilen besuchte ich das Hallenbad in Wuppenau. Zu gewissen Orten hat doch jeder eine ganz besondere Beziehung; bei mir gehört der Nollen definitiv zu so einem solchen», sagte der Regierungsrat.

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Regierungsrat Walter Schönholzer regte mit seiner Festansprache zum Nachdenken an.

Das ist Heimat
Solche Orte bedeuten für Schönholzer enorm viel. «Heimat deutet wohl jeder anders, für mich ist Heimat ein Ort der Ruhe und Besinnung, gefüllt mit Erinnerungen, dort wo ich Wurzeln geschlagen habe.» In seiner Ansprache thematisierte der Regierungsrat aber nicht nur „seine“ Heimat. Die neuen elektronischen Medien etwa, oder US Präsident Donald Trump, schnitten dabei nicht ganz so gut ab. «Ebenso gehören die an Oberflächlichkeit kaum zu überbietenden Fernsehsendungen wie der „Bachelor“, das „Dschungelcamp“, oder „Frauentausch“, zu den täglich sichtbar gemachten Gipfeln an Volksverblödung. Gleichzeitig regt sich aber kaum mehr jemand auf, wenn tagtäglich Menschen im Mittelmeer ertrinken. Diese traurigen Schicksale verkommen zu einer Randnotiz.» Worte eines Politikers und dreifachen Vaters, die zum Nachdenken anregen.

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Trotz zum Teil kräftigen Regengüssen füllte sich das Festzelt auf dem Nollen sehr gut.
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Wuppenaus Gemeindepräsident Martin Imboden bedankt sich bei Regierungsrat Walter Schönholzer für seine Festansprache.

Gesang und Musik, statt Höhenfeuer und Vulkan
Fehlen durfte an der diesjährigen Bundesfeier natürlich auch die musikalische Umrahmung mit der Sängerrunde am Nollen und der Musikgesellschaft Wuppenau nicht. Infolge des kantonal verhängten Feuer- und Feuerwerkverbot mussten die Kinder auf das Höhenfeuer verzichten. Einige von ihnen genossen demnach einfach die Auftritte auf der Bühne, die feinen Pommes Frites und das Versteckspiel im Freien. Obwohl sich das Festzelt am Abend nicht mehr ganz so gut gefüllt hat wie zum Ökumenischen Gottesdienst am Morgen, dürfen sich die Organisatoren mitsamt ihren Helferinnen und Helfern zufrieden zeigen. Manch einer freut sich mit Bestimmtheit schon jetzt auf nächstes Jahr, wenn die Schweiz ihren 728. Geburtstag feiert, dann hoffentlich wieder mit Vulkan und Höhenfeuer.

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Die Musikgesellschaft Wuppenau an der Bundesfeier auf dem Nollen.
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Die Sängerrunde am Nollen sang sich am Abend des 1. August in die Herzen der Zuhörer.
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Keiner zu klein, ein Bundesfeier-Besucher auf dem Nollen zu sein.