Brunnen – Teil

Bevor gegen Mitte des 20. Jahrhunderts die Selbsttränken in den Ställen Einzug hielten, war ein Hofbrunnen zum Tränken der Tiere unumgänglich – von ganz einfach bis künstlerisch auffallend. Noch heute erinnern viele dieser Wasserspender an diese Zeiten und werden weiterhin genutzt. Andere sind gepflegte Blumengefässe – wieder andere sind leider langsam aber sicher am zerfallen. Praktisch bei jeder Kirche oder Kapelle steht bis in die heutige Zeit ebenfalls ein Brunnentrog, erstellt zum Tränken der Gräber und Friedhofanlagen. Auch viele Restaurants verfügten über einen Brunnen, wo jeweils die Pferde der Reisenden ihren Durst löschen konnten. In Zuzwil und anderen Orten bestehen Pfrund Brunnengesellschaften, die sich um Pflege, Unterhalt und allenfalls Restaurierung kümmern. Der ehemalige Gemeindepräsident Hermann Fässler hat geforscht und über die Zuzwiler Brunnen ein Buch herausgegeben.

Geschichtliches
Der Flawiler Weiler Burgau wurde 964 erstmals urkundlich erwähnt, kann also auf eine deutlich über tausendjährige Geschichte zurückblicken und hat über all die Jahrhunderte hinweg trotzig seine ursprüngliche Weilerstruktur fast unverändert erhalten können, was heute als bauhistorisch sehr wertvollen Glücksfall bezeichnet werden darf. Der historische Weiler ist ein Schutzgebiet von nationaler Bedeutung. Der Weiler hat ein bäuerlich-kleinstädtisches Gepräge mit fast allen Haustypen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Beim Rundgang durch Flawil findet man reich bemalte Häuser, deren erste urkundliche Erwähnung bereits auf das Jahr 1318 zurückgehen. Die Häuser rund um den Bärenbrunnen sind vermutlich der älteste Kern Flawils. Bereits 1659 wurde eine Brunnenkorporati gebildet. In der Folge gab es verschiedene Verträge mit diversen Gremien rund um die Burgauer Brunnen


Restaurierter Brunnen in Zuckenriet
«Der Brunnen ist einer der letzten Tränkebrunnen in der Gemeinde und als bauhistorischer Zeitzeuge von besonderer Bedeutung», betonte Gemeindepräsident Simon Thalmann bei der Einweihung. Der 132-jährige Betonbrunnen stamme aus der Anfangszeit des heute alltäglichen Baustoffes, der erst anfangs des 20. Jahrhunderts in der Architektur verbreitet eingesetzt wurde. Während rund acht Monaten beschäftigte sich der Restaurator Tobias Hotz, Weinfelden mit der Instandstellung des stark beschädigten Brunnens. Bei der Erstellung des so genannten Laufbrunnens im Jahr 1882 bildeten drei Landwirtschaftsbetriebe und die Dorfkäserei eine Brunnengemeinschaft. An der Schmalzgasse diente er zur Wasserversorgung der Gehöfte. Gespiesen wurde er aus einer Quelle im Gelände des heutigen Wohnquartiers Obstgarten. Das Vieh wurde nach der Rückkehr vom Weiden am Brunnen getränkt. Die Bäuerinnen nutzten das Wasser zum Kochen, Wäschewaschen und zum Giessen der Gärten. Oft diente der Treff am Brunnen auch zum Austausch von Neuigkeiten. An heissen Sommertagen war der Brunnen für die Bauernkinder herrlich für ein kühles Bad. Auch in Wuppenau mit den vielen Weilern wie Heilkreuz, Gabris, Hosenruck usw. stehen noch immer genutzte Brunnen.

Wohin das Auge schaut, irgendwo in allen kleinen und grösseren Dörfern finden sich Brunnen, die heute noch oder wieder genutzt werden. Wahrscheinlich spüren wir in diesem Hitzesommer ganz besonders, was sein kühles Nass bedeutet und sind froh, dass noch viele erhalten sind und auch noch Wasser spenden. Der sehr schöne Brunnen bei der Lindenstrasse in Uzwil steht schon über hundert Jahre in diesem Gebiet, hat den Platz allerdings einige Male gewechselt. «In und an diesem Brunnen haben wir Kinder uns immer vergnügt, einander angespritzt und sind oft klatschnass heimgekommen, und darin hat sich nicht sehr viel geändert» betonte Gemeindepräsident Lucas Keel, Solch lustige Geschichten hört man da und dort.

Beliebt auch im angrenzenden Thurgau

Die nächste, letzte Serie gehört den vielen neuen Brunnen in der Region. Eines ist sicher, wir zeigen hier nur eine Auswahl, man entdeckt immer mehr dieser begehrten Schmuckstücke - auch selber finden macht Spass.