hallowil.ch hat die Gegenkandidatin,  Marion Harzenmoser, des amtierenden Uzwiler Schulpräsidenten Daniel Wyder bereits vorgestellt. Am Dienstagvormittag hat sie ihre Gründe für die Bewerbung um das Amt und die Schwerpunkte, die sie bei einer Wahl setzen möchte, den Medien unterbreitet. Die 47 Jahre alte Mutter zweier Töchter im Schulalter sieht sich von ihrer Ausbildung und Berufslaufbahn her befähigt, eine Führungsfunktion zu übernehmen, wie sie das Schulpräsidium darstellt. Nach einer kaufmännischen Lehre hat sie sich zur Marketingplanerin mit eidgenössischen Fachausweis weitergebildet. Schon zu Beginn ihrer beruflichen Tätigkeit sei ihr Verantwortung übertragen worden, und sie habe in Teams gerne den Lead übernommen. In die Waagschale wirft sie auch ihre Funktionen als ehemalige Präsidentin der Junior Chamber International Fürstenland, als OK-Mitglied von Anlässen wie Openair St. Gallen oder Rock dä Neuhof und als Leiterin des Kinderfeier-Teams.

Bündnis Uzwil als Basis

Bei der Vorstellung der Kandidatin für das Schulpräsidium war Giorgio Favero als Sprecher des Bündnisses Uzwil dabei. Vor etwa einem halben Jahr haben sich zwölf Personen, alle mit schulpflichtigen Kindern, zum Bündnis Uzwil zusammengeschlossen. Das Bündnis sei gegründet worden, um sich für eine moderne, zukunftsgerichtete Schulgemeinde einzusetzen und den Kindern eine gute Infrastruktur und innovative Lösungen anzubieten. In dieser Vereinigung habe sich Harzenmoser als führungsstarke, konzensorientierte Persönlichkeit profiliert. Deshalb habe man sie ermuntert, sich für eine Kandidatur für das Schulratspräsidium zu bewerben.

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Giorgio Favero stellte als Sprecher des Bündnisses Uzwil Marion Harzenmoser und die Ziele der Vereinigung vor.


Für eine offenere Schule

Das Bündnis stehe für einen attraktiven Lebensraum Schule, in welchem Wertschätzung, Respekt und Fairness gelebt würden. Die natürliche Neugier der Schüler müsse erhalten werden. Vorhandene Ressourcen gelte es bestmöglich auszunutzen. Behörden, Lehrpersonen und Eltern müssten konstruktiv zusammenarbeiten. Im Wettbewerb der Ideen auch mit anderen Schulgemeinden müsse nach den besten Lösungen gesucht werden. Zur Verfügung gestellt werden müssten auch flankierende Massnahmen wie integrative Frühförderung.

Marion Harzenmoser und Giorgio Favero betonten, dass sich die Kandidatur nicht gegen jemanden richte. Sie habe eine offenere Schule zum Ziel und wolle den Stimmbürgern eine echte Wahl bieten.

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Daniel Wyder, Schulpräsident seit dem Jahr 2013, hat in Marion Harzenmoser kurz vor dem Einreichungstermin der Wahlvorschläge unerwartet Konkurrenz bekommen.


Wyder trägts mit Fassung

hallowil.ch hat den amtierenden Schulpräsidenten Daniel Wyder mit der neuen Situation konfrontiert. Zur Konkurrenz sagt er: «Dass alle vier Jahre die Ämter neu zu besetzen sind, gehört zu den politischen Regeln, und das ist gut so. Dadurch habe auch ich mich klar dafür entschieden, für eine weitere Amtsdauer zur Verfügung zu stehen.» Wettbewerb belebe das Geschäft, sei eine geläufige Feststellung. Dann aber lässt Wyder im Zitat eines Managers doch eine leise Enttäuschung durchblicken: «Jeder Unternehmer behauptet am Tage, der Wettbewerb belebe das Geschäft, und träumt dann in der Nacht davon, sich durch ein Monopol dieser Belebung zu entziehen.»

Auf die Frage, ob es einen Grund dafür gebe, dass alle bisherigen Schulräte ihren Rücktritt eingereicht hätten, sagt Wyder: «Nein – es gibt vier Gründe. Alle bisherigen Schulräte haben ihren eigenen Grund, weshalb sie für die nächste Amtsdauer nicht mehr antreten: das Pensionsalter, eine Amtsausübung über 16 Jahre oder eine neue Herausforderung im Beruf mit dazugehöriger Weiterbildung. Wir haben im Schulrat ein gutes Einvernehmen miteinander, einen offenen Austausch und wertvolle Diskussionen.»

Für die Beurteilung, ob sich die Reduktion des Pensums für den Präsidenten auf 80 Prozent bewährt habe, erachtet Wyder die Zeit als zu kurz. Für die ausserordentliche Corona-Lage jedenfalls sei das Pensum, gepaart mit Flexibilität, ein Gewinn.