«Wolf überwindet 1.80 Meter hohen Zaun» - «Wolf riss Schafe» - Aber auch: «Es braucht beim Wolf keine Jagd, wie sie beim Steinbock praktiziert wird» Kaum ein Thema löst hierzulande solche Grundsatzdiskussionen aus, wie es beim Wolf der Fall ist. Kürzlich haben sich Verantwortliche und Vertreter der Alpwirtschaft in Valens getroffen. Mit dabei waren auch Vertreter des Bauernverbands, der Ortsgemeinden und des Kantonsrats. Lorena Ritter war als Direktbetroffene ebenfalls vor Ort. «Meine Familie und ich mussten in diesem Sommer gleich mehrere Angriffe von Wölfen auf unsere Rinder- und Mutterkuhherde miterleben. So, wie es jetzt ist, kann es nicht weitergehen», bringt sie es auf den Punkt.

Die Situation müsse sich auf den Alpsommer 2023 rapide ändern. «Es war fast nicht mehr zu ertragen. Aus Angst vor erneuten Wolfsangriffen übernachteten wir etliche Male draussen. Aber trotzdem fanden Angriffe statt. Dabei wurden Tiere getötet oder sehr schwer verletzt.» Die Angst und der fehlende Schlaf würden alle an die körperliche und geistige Grenze bringen.

Die Stimmung beim Treffen beschreibt sie als hoffnungsvoll. Laut Lorena Ritter setzen die Betroffenen darauf, dass zusammen mit der Regierung und dem Departement Lösungen gefunden werden. Denn bis anhin fühle man sich von ihnen alleine gelassen. «Die Regierung hat bisher keine Stellung bezogen, geschweige denn Massnahmen ergriffen.» Nun wurden entsprechende Forderungen an den Kanton getragen. Welche es genau sind, möchte Lorena Ritter zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Erst möchte man eine entsprechende Antwort der Regierung erhalten.

Die Betroffenen seien nicht grundsätzlich gegen den Wolf – oder würden gar eine Ausrottung fordern. «Wir kämpfen lediglich für den Schutz der Bergbevölkerung und für die Zukunft der Alpwirtschaft.» Schliesslich sei letzteres ein wichtiges Kulturgut und somit Bestandteil unserer Kulturlandschaft.