In einem familiären Gottesdienst segnete Kaplan Karl Wenzinger die Sternsinger, die Kreiden und Kleber, Wasser und Salz und sandte Kinder aus, den Familien den Segen Gottes zu bringen.
Nach dem feierlichen Einzug von Priestern, Sternsingern und Sternsingerinnen erklärte Diakon Primo Grelli: «Wir feiern heute ein grosses Fest im Kirchenjahr». Es erinnere daran, dass die Waisen aus dem Morgenland nach Bethlehem, an die Krippe des Christentums, gekommen seien, die ersten gewesen wären, welche Jesus als Sohn Gottes erkannt hätten, den Gott aller Menschen. Diese Botschaft würden die Sternsinger und -singerinnen zu den Menschen tragen.

Lesung aus dem Buch Jesaja
Im Buch Jesaja heisst es: «Auf, werde Licht Jerusalem, denn es kommt dien Licht und die Herrlichkeit des Herrn geht leuchten auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker, doch über dir geht leuchtend der Herr auf, seine Herrlichkeit erscheint über dir. Völker wandern zu deinem Licht und Könige zu deinem strahlenden Glanz. Im Evangelium nach Matthäus wird beschrieben, wie Waisen aus dem Morgenland den neugeborenen König der Juden gesucht haben. König Herodes erschrak über die unebekannte «Konkurrenz» und konnte nicht weiterhelfen. Die drei Waisen aber folgten dem Stern, der sie an die Krippe führte, wo sie dem Kinde huldigten. Sieschenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. Im Traum wurde ihnen befohlen, nicht zu Herodes zurückzukehren, sondern einen andern Heimweg einzuschlagen.

Harte Arbeit für einen Franken
Primo Grelli fragte die Kinder, ob sie bereit wären, für einen Franken an jedem Tag ihre Lebens zehn Freundschaftsbändchen zu knüpfen, was einige bejahten. Er erhöhte die Summe auf 150 und 600 Franken. Die Resonanz war sehr klein. «Kinder in Indien müssen für einen Franken sehr hart arbeiten und können keine Schule besuchen», erklärte er. Die Aktion Sternsinger ist die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder weltweit. Das gesammelte Geld wird verwendet, um Kindern den Besuch einer Schule zu ermöglichen.

Was bedeutet der Segen 20*C+M+B+18?
Bei ihren Hausbesuchen schreiben die Sternsinger den Segen mit Kreide über die Türen oder bringen einen Kleber an. 20*C+M+B+18, ist das aktuelle Jahr, in dem Fall 2018, es steht getrennt am Anfang und am Ende. Der Stern steht für den Stern, dem die Weisen aus dem Morgenland gefolgt sind. Zugleich ist er Zeichen für Christus. Die Buchstaben C+M+B stehen für die lateinischen Worte „Christus Mansionem Benedicat“ – Christus segne dieses Haus. Die drei Kreuze bezeichnen den Segen: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Religiöses Brauchtum
Das religiöse Brauchtum nimmt am Epiphanie Fest – Dreikönige einen besonderen Stellenwert mit der Segnung von Wasser, Weihrauch und Kreide ein. Seit dem 11. Jahrhundert ist Wassersegnung mit Salzsegnung verbunden. Das Wasser steht in Verbindung mit der Taufe. Die Verwendung von Salz bewahrte das Wasser vor Verderben. Nach dem feierlichen Gottesdienst machten sich die Sternsinger auf den Weg und werden in den kommenden Tage in den Dörfern und alle Weilern den Segen bringen.