Flüsse prägen die Landschaft. Sie grenzen auch ab, früher natürlich stärker als heute. Übergänge zu bauen war nicht leicht. An wichtigen Verkehrswegen jedoch waren sie unerlässlich. Es wurden einfache, aber auch kunstvolle Holz- und Steinbrücken gebaut. Wenige überdauerten Jahrhunderte. Holzbrücken fielen oft Feuersbrünsten zum Opfer. Der wachsende Verkehr erforderte zudem immer grössere und stärkere Brücken.

Brücke mit Zollstation

Sowohl Wil als auch Schwarzenbach waren schon im Mittelalter bedeutende befestigte Orte. Es ist wahrscheinlich, dass es schon im 13. Jahrhundert eine einfach Brücke als Verbindung der beiden Städte gab. Urkundlich erwähnt wird eine Brücke aber erst um 1650. Für den aufwendigen Brückenunterhalt hatte die Gemeinde Jonschwil, zu der Schwarzenbach gehört, aufzukommen. Der St. Galler Abt führte einen Brückenzoll ein, der ans Kloster St. Gallen ging. Die Jonschwiler bekamen aus dem Ertrag des Brückenfonds einen Beitrag an den Brückenunterhalt. Das führte aber immer wieder zu Streit. Abt Beda Angehrn war verärgert und liess die Fürstenlandstrasse von St. Gallen nach Wil über Oberbüren bauen. Dadurch verlor der Verkehrsweg von St. Gallen über Schwarzenbach nach Wil vorübergehend an Bedeutung. Nach der Aufhebung des Klosters im Jahre 1805 übernahm der Kanton St. Gallen die Unterhaltspflicht an der Schwarzenbacher Brücke. In den Jahren 1872/73 wurde eine neue Eisengitterbrücke gebaut. Sie ist in den vierziger Jahren verstärkt worden. Das Zollhaus ist 1848 in ein Restaurant mit Wohnräumen umgewandelt worden.


Brücke mit Brückenwächter

Fürstabt Beda Angehrn habe im Kampf gegen immer wiederkehrende Hungersnöte eine Strasse durch sein Hoheitsgebiet von Rorschach bis Wil bauen lassen, liest man auf einer Tafel am untersten Zipfel des Toggenburgs, wo die Glatt in die Thur fliesst. Weil der Abt sich mit den Toggenburgern im Streit befand, musste die Brücke auf der gegenüberliegende Seite gebaut werden, damit sie auf fürstäbtischem Gebiet lag. Auch hier steht nicht mehr die damals erstellte gedeckte Holzbrücke. Sie ist im Jahre 1885 einem Brand zum Opfer gefallen. Dagegen ist der als Wächterhaus gebaute Thurhof erhalten geblieben. Darin hat damals der Brückenwächter gewohnt und gewirtet.


Historisch bedeutsame Grenze

Der Brübacher Übergang über die Thur ist schon 787 urkundlich erwähnt worden. Er liegt an der Grenze zwischen dem Toggenburg und dem Fürstenland und wird als historisch wichtigster Thurübergang der Region bezeichnet. Er stand oft im Zentrum des Geschehens. So wurde 1712 die 1680 erbaute Holzbrücke im Streit zwischen den katholischen Fürstenländern und den evangelischen Toggenburgern von den siegreichen Toggenburgern niedergebrannt. 1719 und 1858 wurden nochmals gedeckte Holzbrücken gebaut. 1947 entstand an dieser Stelle eine Stahlbetonbrücke, welche 1995 renoviert und verstärkt worden ist.


National bedeutende Brücken

Brücken von nationalem Rang sind die beiden durch den Brückenbaupionier Robert Maillart zu Beginn des letzten Jahrhunderts in Stahlbeton erbauten Bogenbrücken: Die Brücke zwischen Henau und Zuzwil und die Brücke bei Billwil, welche Oberbüren mit Niederhelfenschwil verbindet.

Im Beitrag werden alle Brücken und Stege im Bild vorgestellt. Sie lassen sich auf den Thuruferwegen praktisch steigungsfrei erwandern.