Am Samstag fand bereits die 24. Auflage des Fest der Nationen seitens der Kath. Pfarrei Wil statt. Wiederum startete der überaus gut besuchte Anlass mit einem Festgottesdienst, der gleich viersprachig geführt wurde. An der Gestaltung des Gottesdienstes beteiligen sich auch Menschen aus verschiedensten Nationen. Im Anschluss folgte das grosse Nationenfest, wo die Gäste landestypische Speisen geniessen konnten. Unterhaltsam ging es zu späterer Stunde weiter mit den farbenprächtigen Tanz-Auftritten von Menschen verschiedenster Herkunft. Das Fest der Nationen bedeutet den Menschen aus anderen Kulturen eine wertvolle Möglichkeit, die Sitten und Bräuche, aber auch die Essgewohnheiten aus ihrer Heimat vorstellen zu können. An diesem Fest kommt immer auch der tiefere religiöse Bezug fremder Kulturen zum Ausdruck. Genauso liebevoll wie sie ihre Stände und Angebote nach dem Gottesdienst vorbereiten, zeigt sich deren Einsatz bei der Gestaltung des vorangehenden Gottesdienstes.

Mit einem festlichen Einzug, voran Familien aus verschiedenen Nationen, begann der Gottesdienst in der gut besuchten St. Peterskirche. Klein und Gross trugen eine Rose bei sich, welche sie dann bei der Opferung zum Altar brachten.

Mehrsprachiger Gottesdienst
Wohl im Wissen um den grossen Einsatz fremder Nationen beim Gottesdienst, bemüht sich Stadtpfarrer Roman Giger immer auch darum, mit einem Festgottesdienst den Bedürfnissen der vielen Menschen aus verschiedensten Nationen entsprechen zu können. Vier Seelsorger zelebrierten den Gottesdienst mit dem Stadtpfarrer. Neben Deutsch wurden verschiedene Gebete, so auch eine Kurzpredigt in Italienisch, Albanisch und Spanisch vorgetragen. Die Fürbitten, von Gottesdienstbesuchern vorgetragen, kamen ebenfalls mehrsprachig daher.

Stadtpfarrer Roman Giger stellte in seiner Begrüssung fest, dass die Menschen verschiedener Herkunft, Farbe und Kulturen alle als Menschen vor Gott erscheinen. Es bedürfe dem Zusammenwirken, damit wir alle miteinander Kirche seien.

„Gott im Nächsten entdecken“
Passend zum Nationenfest kam bereits zum Evangelium das Gleichnis aus dem neuen Testament zur Sprache wo Jesus sagt: „Was ihr dem Geringsten getan habt, habt ihr mir getan“. Roman Giger präsentierte in seiner Predigt eine nähere Auslegung dazu. Schon Papst Franziskus habe zum Jahr der Barmherzigkeit im 2017 aufgerufen. Die Worte Jesus zielten darauf ab, das Gottes Antlitz in jedem Menschen zum Ausdruck komme.

Die Aufforderung gehe an uns, Gott im Nächsten entdecken zu wollen, gleich welcher Herkunft und Farbe er sei. Wenn in den Worten Jesu vom „Geringsten“ gesprochen werde, liege darin eine zweite Botschaft. Die Hinweise, hungrig, durstig, fremd und obdachlos, stellten aktuell die Verbindung zu Asylanten und Flüchtlingen her. Jesus stelle sich auf die Seite der Schwachen und Benachteiligten. Ein Jedes könne sich selber die Frage stellen, ob es in seinem Umfeld Menschen mit Bedürfnissen gebe, denen es zu helfen gelte.

Nationenfest für Geselligkeit und Identifikation
Das anschliessende Fest auf dem Platz des Pfarreizentrums und den nachfolgenden Aufführungen im grossen Saal ermöglichte das spontane Zusammensein und Geniessen unter den Nationen. Die vielen Köche verschiedener Nationen boten Speisen aus ihren Kulturen und Ländern an. Aus Stadt und Region fand sich wiederum viel Publikum ein, um sich den Genüssen anderer Länder zu widmen. Der Ansturm auf die Speiseangebote war kurz nach dem Gottesdienst überaus gross, sodass sich an vielen Ständen gar Schlangen bildeten. Der Pfarreirat unter der Leitung von Markus Lehner, wie auch das Personal des Peterskafi hatten alle Hände voll zu tun bei der Getränkeausgabe.

Nachdem bei Jung und Alt der Hunger gestillt war, konnte auf der Bühne des Pfarreizentrums das Abendprogramm mit Tanzaufführungen folgen. Wiederum waren es die beteiligten Nationen, welche eine Aufführung vorbereitet haben. Beteiligt hatten sich die Gemeinschaften von Italien, Spanien, Kroatien, Brasilien, Assyrien, Philippinen, Indien, Albanien und Inside Afrika. Die Vielfalt zeigten auch die Landesfahnen auf der Bühne an. In kleineren und grösseren Gruppen, immer in ihren landestypischen Kostümen, traten die teilnehmenden Gemeinschaften auf.

Die Vielfalt und die verschiedenen Tänze locken immer auch viele Kinder in die Bühnennähe, um ja nichts zu verpassen. Für die Erwachsenen war im Saal nicht genügend Platz vorhanden, um das Geschehen verfolgen zu können. Dank schönster Witterung blieb auch der Aussenbereich noch länger mit viel Publikum belegt, welches sich weiteren Genüssen aus aller Welt widmen konnte.