In der Folge durfte die Stadt zwei grosse Jahr- und einen Wochenmarkt sowie verschiedene Spezialmärkte, wie Schmalz- oder Salzmarkt, abhalten. Dieses Marktrecht ist eine wesentliche Grundlage für den Bestand und Aufstieg Wils.

1472 erhielt der initiative Abt Ulrich Rösch vom Kaiser Friedrich die Bewilligung zur Einführung zweier weiterer Jahrmärkte. So wurden über Jahrhunderte in Wil vier grosse Märkte abgehalten, je einer an Lichtmess, am ersten Dienstag im Monat Mai, an Pfingsten und am St. Othmarstag. In der Marktordnung von 1904 beschreibt einen Augustmarkt und einem Michaelsmarkt im September. Die Jahrmärkte verloren zusehends an Bedeutung. Einige verschwanden, jedoch der Mai- und der Othmarsmarkt erfreuen sich nach wie vor grosser Beliebtheit. Der Wiler Wochenmarkt, der lange Zeit am Dienstag stattfand, wurde in den neunziger Jahren auf den Samstag verlegt und wird rege besucht.

Am Rindermarkt wurde allgemein Vieh gehandelt. Er befand sich, wie 1474 erstmals erwähnt, in der «Oberen Vorstadt» und wurde 1849 auf den heutigen Viehmarktplatz verlagert. Durch Veränderungen im Handel mit Vieh verlor der Viehmarkt an Bedeutung und verschwand in diesem Jahr ganz.

Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung Stephan Sieber, Marktchef und Astrid Hollenstein, Info Center Wil setzen sich für die Wiederbelebung des Viehmarktes ein.

Mit Bauern und landwirtschaftlichen Marktfahrern wurden Gespräche geführt, um einen Weg zu finden, damit der landwirtschaftliche Teil des Jahrmarktes erhalten bleibt. An der Grabenstrasse werden Marktfahrer landwirtschaftliche Produkte, Utensilien und einige Maschinen feil halten. Auf dem Viehmarktplatz steht eine Festwirtschaft bereit, die ab 7 Uhr geöffnet hat. Ansonsten ist der Viehmarktplatz für Tiere reserviert. Dort dürfen die Bauern ihre Kühe ausstellen. Es hätte Platz für 60 Kühe. Zu Besuch sind einige Schweine wovon eine Sau mit ihren Ferkeln. Ein Kleintierzoo zum Streicheln ergänzt das Programm. Es lohnt sich, den Viehmarkt zu besuchen.

Der Othmarsmarkt findet am Dienstag, 22. November 2022, statt.