Im Januar 2020 wurde der Verbund «Feuerwehr Region Uzwil» umgesetzt, seit Februar 2021 haben sie den Vorstand präsidiert. Eine intensive Zeit für Sie, oder?

Ich muss für die Antwort ein bisschen ausholen. Der operative Start dieser Organisation war im Januar 2020, bereits einige Jahre und Monate davor haben im Hintergrund viele Arbeiten und Koordination unter den zusammenschliessenden Organisationen und politischen Gemeinden stattgefunden. Diese Phase kann ich nur den entsprechenden Dokumentationen entnehmen, ich kenne sie also quasi vom «Hörensagen». Mit meinem Amtsantritt als Gemeindepräsident in Niederhelfenschwil im Januar 2021 war ich damit im Vorstand der FWRU vertreten. Die Startphase im Jahr 2020 wurde durch meinen Amts-Vorgänger Simon Thalmann geführt. So kam der Wunsch auf, dass wiederum der Vorstandsvertreter von Niederhelfenschwil das Präsidium übernehmen soll. Ende Januar 2021 wurde ich durch den Vorstand als Präsident FWRU bestätigt. Zwischenzeitlich wurden die Geschicke durch den Vize-Präsidenten des Vorstandes, Ruedi Müller, Gemeinderat Uzwil, geführt. Um auf Ihre Frage zurückzukehren: Die zurückliegende Zeit war für alle Beteiligten sehr intensiv, dennoch konstruktiv und gemeinsam zielgerichtet.

Sie schreiben, dass personelle, strukturelle und organisatorische Themen immer wieder kritisch hinterfragt und beleuchtet wurden. Worin bestand die grösste Herausforderung bei der Umsetzung?

Diese Arbeiten wurden während des laufenden Betriebes in Angriff genommen. Dabei die verschiedenen beteiligten Personen einzubinden, abzuholen und mit auf die Reise zu nehmen, war nicht immer ganz einfach. Stand heute sind wir der Ansicht, dass uns dies mehrheitlich gelungen ist. Dabei galt es, zusammen mit allen Verantwortlichen den laufenden Betrieb dieser Milizorganisation aufrechtzuhalten und sicherzustellen.

Seit dem Sommer 2022 wurde nach einer neuen Geschäftsführung gesucht – in Ignaz Niedermann wurde nun die passende Person gefunden. Wie gross war das Interesse am Amt?

Auf die ausgeschriebene Stelle sind insgesamt 18 Bewerbungen eingegangen. Alle Bewerbungen haben ein qualitativ gutes Niveau gehabt. Somit waren wir im Auswahlprozess gefordert – wobei dies ein sehr positiver Aspekt war.

Welches werden die Arbeiten sein, die ihn am meisten beschäftigen werden?

Persönlich ist mir wichtig, dass wir dem künftigen Geschäftsführer, Ignaz Niedermann, eine solide Einarbeitungszeit einplanen können. Kurzfristig wird er sich mit dem Budgetprozess und künftigen Investitionen beschäftigen. Mittelfristig sind es Themen der strategischen Ausrichtung und grössere Beschaffungen. Die Verantwortung für die Geschäftsstelle, alltägliche Routinearbeiten und Führungsaufgaben werden das Aufgabenfeld abrunden.

Auch andere Regionen, wie beispielsweise Sirnach, deutet demnächst solche Schritte an. Gibt man die gemachten Erfahrungen dann weiter?

Gegenüber anderen Organisationen sind wir natürlich offen und tauschen uns aus. Die gemachten Erfahrungen geben wir gerne weiter.

Die Zusammenlegung der Feuerwehren beschert also viel Arbeit. Welches sind dennoch die bedeutendsten Vorteile?

Die Zusammenlegung, Fusion oder erweiterte Zusammenarbeiten in jeglichen Organisationen ist immer mit viel Arbeit verbunden. Dies wird sich jedoch mittelfristig auszahlen. Denn mit dieser Organisationsgrösse können wir verschiedene Synergien nutzen und einfliessen lassen, die über Organisationsgrenzen hinweg manchmal nicht ganz einfach zu erschliessen sind. Wir sind somit in der Lage, verschiedene Ressourcen zu bündeln und gemeinsam einzusetzen. Wir dürfen nicht vergessen: Der grösste Teil der Organisation ist im Miliz-System verankert. Gerade deshalb sind wir in der Lage, personelle Themen, Ausbildung, Ausgleich von Knowhow und Einsatzbereitschaft in einem Verbund zu gewährleisten.