Zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie fand die Internationale Informatik-Olympiade nicht mehr vollständig virtuell, sondern hybrid statt. 349 Jugendliche aus rund 90 Ländern waren dabei, wovon sich 269 vor Ort in Indonesien trafen. Für die Schweizer bedeutete das eine lange Reise. Zum Glück blieb vor den Prüfungen noch Zeit, Schlafdefizite aufzuholen und die fremde Stadt zu erkunden. 

Am 10. und 12. August war dann höchste Konzentration gefragt. Während zwei fünfstündigen Prüfungen mussten die Teilnehmenden Lösungen für knifflige Rätsel programmieren. Das Ergebnis ist ein Erfolg - sowohl für Elias, der zum ersten Mal mitgemacht hat, wie auch für Josia, der die Bronzemedaille letztes Jahr knapp verpasst hatte. «Eine starke Leistung», kommentiert Teamleiterin Stefanie Zbinden. Josia sagt, er habe zwar nicht ganz so viele Aufgaben gelöst, wie er sich erhofft hatte, sei aber sehr glücklich mit dem Resultat. «Bei meiner Lieblingsaufgabe musste man mithilfe einer Maschine Insekten zählen», erklärt der 17-Jährige. Die Aufgabe liess sich mit einem sogenannten Binary Search-Algorithmus lösen. Dieser gehöre glücklicherweise zu Josias grössten Stärken.

Programmieren am Pool

Neben den Stunden am Bildschirm hatten die Teilnehmenden auch Zeit für Vorträge, Ausflüge zu Tempeln, Tanzkurse oder Entspannung am Pool auf dem Hoteldach. «In diesem Pool fanden wir nicht nur eine stark benötigte Erfrischung, wir konnten auch die wunderschöne aufgehende Sonne beobachten und klatschten sogar zu von der irischen Delegation gesungenen Volksliedern», erzählt Lukas. Er denkt gerne an die Diskussionen mit Jugendlichen aus aller Welt zurück, beispielsweise darüber, wie sich durch künstliche Intelligenz das Wirtschaftssystem umkrempeln liesse. 

Elias bleibt die Begegnung mit der ukrainischen Delegation in Erinnerung, die es trotz aller Widrigkeiten an die Olympiade geschafft hatte. «Entgegen dem angeblichen Informatiker-Stereotyp waren die anderen Teilnehmenden sehr freundlich und offen», findet er. «Der Austausch mit anderen, die gleiche Interessen haben, gefällt mir immer sehr gut», meint Josia. Der Wettbewerb ist jetzt zwar vorbei, doch das Abenteuer dauert an: Ein Grossteil der Schweizer Delegation nutzt die Gelegenheit, um noch bis Ende Monat Indonesien zu bereisen.