Cheftrainer Brunello Iacopetta liess die Mannschaft mit einem neuen System auflaufen. Die Wiler spielten in der Offensivbewegung in einem 4-3-3-System, defensiv mit einer 4-1-4-1-Formation. Spielerisch war die Geschichte der Wiler in der ersten halben Stunde schnell erzählt, weil praktisch nur Vaduz spielte. Die Liechtensteiner hatten in den ersten 30 Minuten deutlich mehr Spielanteile. Vor allem hatten die Wiler ihre liebe Mühe mit Hug der gegen Frei auf der linken Aussenbahn jeden Zweikampf gewann und viele gefährliche Bälle in den Strafraum brachte. Das aus all diesen Flanken aber kein Tor resultierte lag einerseits an der Wiler Verteidigung andererseits aber auch an der Vaduzer Offensive, die mit ihren Chancen fahrlässig umging. So schafften es Cicek, Gajic und auch Djokic aus vielversprechender Position den Ball jeweils deutlich über oder neben das Tor zu befördern. Die Wiler liessen in dieser Phase auch zu viele stehende Bälle zu, die immer wieder für Gefahr sorgten.

Nach einer guten halben Stunde nahmen die Vaduzer dann etwas Tempo aus dem Spiel, was den Wilern etwas mehr Raum im Spielaufbau gab. Auf beiden Seiten dominierten in dieser Phase die Fehlpässe. Die Vaduzer blieben aber mit Kontern gefährlich und es war Frei zu verdanken, der gegen Gajic als letzter Mann den Ball doch noch klären konnte. Als man sich dann schon damit abgefunden hatte, dass es ohne Tore in die Kabine geht, bekamen die Wiler noch einen Freistoss aus halblinker Position. Zumberi brachte den Freistoss zur die Mitte, wo Lukembila den Ball mit der Brust annahm und weiterspielte zu Izmirlioglu. Dieser schloss direkt aus halblinker Position ab und traf in die weite rechte Ecke zur Führung. So gingen die Wiler mit einem 1:0 in die Kabine. Diese Führung durfte man durchaus als schmeichelhaft bezeichnen.

Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit

Die zweite Halbzeit begann mit einer Drangphase der Vaduzer. Vom Anpfiff weg setzten die Hausherren die Wiler unter Druck und liessen keinen Zweifel daran, dass sie so schnell wie möglich den Ausgleich erzielen wollen. Dieses Unterfangen galng den Liechtensteiner dann auch in der 49. Minute. Ulrich hatte auf der rechten Seite viel Platz, weil Brahimi zu langsam seine Position in der Verteidigung wieder einnahm. Er flankte den Ball in die Mitte, wo Rapp aus fünf Metern vollkommen frei zum Kopfball ansetzten konnte und mühelos den Ausgleich markierte. Nach diesem Ausgleich war es aber keineswegs so, dass die Vaduzer weiterhin mehr Spielanteile hatte. Vielmehr war dieser Gegentreffer ein Weckruf für die Wiler.

In der Folge waren es dann auch die Gäste die das Spiel bestimmten und sich Chancen erspielten. In der 66. Minute kam Silvio im Zentrum durch, spielte den Ball auf die linke Seite zu Lukembila, der gleich wieder zu Silvio spielte. Dieser legte den Ball auf den rechterhand mitgelaufenen Fazliu ab, der direkt den Abschluss suchte. Der Ball wurde von einem Vaduzer Verteidiger noch abgefälscht, sodass Torhüter Büchel keine Chance hatte und der Ball in der rechten Ecke landete. Nach diesem Treffer versuchten die Liechtensteiner wieder offensiv in Aktion zu treten. Sie waren in der Folge aber viel zu harmlos, sodass die Wiler die Angriffswellen der Vaduzer ohne Probleme abwehren konnten. Das Heimteam versuchte in der Nachspielzeit nochmals alles um den Ausgleich zu erzielen. Im Gegensatz zum Hinspiel gelang es ihnen diesmal aber nicht. So feierte Brunello Iacopetta seinen Permierensieg und die Wiler ihren zweiten Auswärtssieg in dieser Saison. Weil Xamax gleichzeitig in Kriens mit 1:0 gewann, haben die Wiler nun 14 Punkte Vorsprung auf den Abstiegsplatz. Der Blick der Wiler darf aber eher nach oben gehen. Mit diesem Sieg sind sie nur noch drei Punkte von Barrageplatz entfernt.

Cheftrainer Iacopttea zeige sich nach dem Spiel zufrieden mit seiner Mannschaft. Der FC Vaduz habe seine Mannschaft in Schwierigkeiten gebracht, sie seien aber immer besser ins Spiel gekommen. Nach dem Ausgleich war der Übungsleiter «selber gespannt, wie die Mannschaft reagiert». Die Spieler hätten sehr gut auf das Gegentor reagiert und sich nicht aus dem Konzept bringen lassen. Angesprochen darauf, dass die Wiler nun nur noch drei Punkte vom Barrageplatz entfertn seien, sagte der Trainer, dass man demütig bleiben muss und weiter hart arbeiten soll.

FC Vaduz – FC Wil 1:2 (0:1)

Rheinpark: 702 Zuschauer – Sr: Schärer

Tore: 44. Izmirlioglu 0:1, 49. Rapp 1:1, 66. Fazliu 1:2.

FC Wil: Keller; Frei (60. Dickenmann), Izmirlioglu (87. Talabidi), Sauter, Brahimi (60. Heule); Fazliu, Muntwiler, Zumberi (78. Kamber); Bahloul, Silvio, Lukembila (78. Jones).

FC Vaduz: Büchel; Ulrich, Schmid, Simani, Hug (83. Obexer); Gajic, Dobras (83. Gomes), Cicek (70. Ris), Gasser (70. Lüchinger); Rapp, Djokic (70. Sutter).

Bemerkungen: Wil ohne de Mol, Ismaili, Malinowski (alle verletzt), Abazi, Daniel, Miranda und Rustemoski (alle nicht im Aufgebot). Vaduz ohne: Antoniazzi, Di Giusto, Ibrisimovic, Wieser (alle verletzt), Saglam (krank) und Strübi (nicht im Aufgebot).

Verwarnungen: 19. Cicek (Foul), 25. Frei (Foul).