Die Stadt Wil informiert in den sozialen Medien immer wieder mit schriftlichen Informationen sowie mit Fotos und mit Clips über für die Bevölkerung Wissenswertes sowie über die Tätigkeit einzelner Mitarbeitenden. Die Stadtverwaltung ist offensichtlich im digitalen Zeitalter angekommen und pflegt den Kontakt mit den Einwohnenden auch online.

Auch die beiden Landeskirchen suchen in Wil digital den Austausch mit der Bevölkerung.

Kaum Online-Präsenz

Wer dagegen im Internet nach der Präsenz der Wiler Parteien sucht, wird ernüchtert. Ihre Online-Auftritte kann man höchstens als marginal bezeichnen. Soweit sie überhaupt vorhanden sind, erfährt man sehr wenig bis nichts über ihre Positionen zu aktuellen politischen Wiler Sachfragen, zur Arbeit von Parteimitgliedern in Kommissionen oder zu parlamentarischen Vorstössen. 

Nach prägnant formulierten Positionen etwa zu Klimazielen, zu Autoposern, zum öV, zu Wil West, zur Schulraumplanung, zur Neugestaltung des Bahnhofs, zum Thema Sicherheit und weiterem mehr sucht man vergebens.

Post inside
Beispiel Stadtbus: Das Thema bewegt viele Menschen in Wil, klare Stellungnahmen der Parteien im Internet könnten aufklärend wirken und die Diskussion versachlichen.  (Archivfoto: Adrian Zeller)    


Keine aktuellen Einträge

Auch in sozialen Medien wie Instagram oder Facebook erfahren Interessierte sehr wenig über das politische Engagement der Wiler Parteien zugunsten der Bevölkerung.

Eine Partei hat sich online letztmals mit Ostergrüssen gemeldet, eine weitere dankte einem Parteimitglied vor einem Jahr für seinen Einsatz in einem Amt, eine andere politische Gruppierung hat letztmals ein Foto von einer lange zurückliegenden Unterschriftensammlung an der Oberen Bahnhofstrasse gepostet.

Angst vor Schlammschlacht

Im Gespräch mit hallowil begründen Parteienvertreter die weitgehende Abstinenz in der virtuellen Öffentlichkeit mit der Befürchtung, man könnte zur Zielscheibe von Hasskommentaren werden. Ein Argument, das nur bedingt überzeugt, denn während des Wahlkampfs haben diese Lokalparteien eine intensive Präsenz in den sozialen Medien.

Zwischen den Wahlperioden melden sich die Parteien oder die Parlamentsmitglieder online kaum zu Wort, abgesehen von wenigen Ausnahmen. 

Sie verpassen damit die Möglichkeit, ihre Wählerinnen und Wähler an sich zu binden und neue Wählende anzusprechen. Ein Dialog zwischen Gewählten und Bevölkerung findet bis zu den nächsten Wahlen kaum statt.

Post inside
Das Internet bietet verschiedene Möglichkeiten zur intensiveren Bürgerbeteiligung. (Foto: pixabay Tumisu) 


Austausch mit der Bevölkerung

Nur eine Minderheit der Wahlberechtigten verfolgt die Lokalpolitik über die Printmedien. Laut Studien nutzen unter Dreissigjährige die gedruckte Presse kaum noch. Um sie am demokratischen Meinungsbildungsprozess zu beteiligen, braucht es im digitalen Zeitalter erweiterte Formen.

Während den pandemiebedingten Einschränkungen von öffentlichen Anlässen, wie etwa Podiumsgesprächen, wäre die Kontaktpflege zwischen den politischen Akteuren und den Bürgerinnen und Bürgern auf digitaler Ebene sehr wichtig, um den Kontakt zur Basis nicht zu verlieren.