Das seit 2013 geltende Namensrecht sieht für Verlobte anlässlich der Eheschliessung zwei Möglichkeiten vor: Sie können entweder den zum Zeitpunkt der Eheschliessung geführten Namen behalten oder sie erklären, dass sie den Ledignamen der oder des Verlobten als gemeinsamen Familiennamen tragen wollen. Das Gewohnheitsrecht bietet zudem die Möglichkeit, einen Allianznamen zu bilden, dabei handelt es sich jedoch nicht um einen amtlichen Namen. Amtliche Doppelnamen sind im seit 2013 geltenden Namensrecht nicht vorgesehen. Den Eheleuten ist es dadurch nicht mehr möglich, ihre Zusammengehörigkeit mit dem Namen zum Ausdruck zu bringen, ohne dass jemand von ihnen auf den vor der Ehe geführten Namen verzichtet.

Nun schlägt der Bund eine Revision im Zivilgesetzbuch vor, welche die vorgesehenen Möglichkeiten der Namensführung während der Ehe um einen amtlichen Doppelnamen erweitert. Dabei werden zwei Varianten zur Diskussion gestellt: Die «kleine Lösung» entspricht weitgehend der Regelung vor dem Inkrafttreten des geltenden Rechts. Der oder die Verlobte, dessen oder deren Ledigname nicht zum gemeinsamen Familiennamen wird, kann dem Familiennamen den eigenen, vor der Ehe geführten, Namen voranstellen. 

Die «grosse Lösung» sieht die Möglichkeit vor, dass beide Eheleute einen amtlichen Doppelnamen führen können, unabhängig davon, ob ein gemeinsamer Familienname gebildet wird. Der eheliche Doppelname setzt sich dann aus dem eigenen bisherigen und dem nachgestellten bisherigen Namen der oder des anderen Verlobten oder dem Familiennamen und dem nachgestellten bisherigen Namen der oder des Verlobten, deren oder dessen Name nicht zum Familiennamen erklärt wurde, zusammen.

Der Regierungsrat befürwortet die Einführung der Möglichkeit zur Bildung eines Doppelnamens, da dies einem Bedürfnis vieler entspreche. In seiner Vernehmlassungsantwort an die nationalrätliche Kommission für Rechtsfragen schreibt er aber, dass er keine der beiden Varianten in der vorgeschlagenen Ausgestaltung unterstützt. Er regt an, unter Berücksichtigung der bewährten Grundsätze und Prinzipien eine Lösung mit folgenden Möglichkeiten zu prüfen: Die Eheleute behalten ihren bisherigen Namen (Ledigname oder aktuell geführter Name); Mittels Namenserklärung kann durch die Verlobten gegenüber der Zivilstandsbeamtin oder dem Zivilstandsbeamten erklärt werden, einen ihrer Ledignamen als gemeinsamen Familiennamen oder einzeln oder gemeinsam einen Doppelnamen (ohne Bindestrich) zu führen, bestehend aus dem jeweiligen Ledignamen der Ehegatten, unter freier Wahl der Reihenfolge; Die Eheleute bestimmen den Namen der gemeinsamen Kinder (Ledignamen der Mutter, Ledignamen des Vaters, gemeinsamer Familiennamen, einer der beiden Namen des Doppelnamens); Der Allianznamen wird rechtlich nicht reglementiert, sondern es wird weiterhin eine gewohnheitsrechtliche Führung ermöglicht.