Es wird eine ganz eigene Stimmung herrschen am Fête de Lion. Die Wegweiser sind selbst gemalt, alte Nachttisch-Lampen sorgen für Licht, grosse Werbebanner sucht man vergebens und auch die Bepflanzung ist speziell. «Wir wollen ein alternatives Festival sein und zelebrieren das», sagt Simon Müller vom Organisationskomitee des Fête de Lion. Das Hauptziel besteht darin, die verschiedenen Genres, welche unter dem Jahr im Gare de Lion geboten werden, an einem Wochenende zu präsentieren.

Die dritte Ausgabe des Fête de Lion findet erstmals an zwei Abenden statt. Am Freitagabend (3. August) kommen hauptsächlich die Freunde der elektronischen Musikszene auf ihre Rechnung, am Samstagabend (4. August) die Konzertfans. Oder anders formuliert: Während am Freitag hauptsächlich DJs auflegen, dominieren am Samstag Live-Auftritte. «Die Infrastruktur müssen wir ja ohnehin aufbauen. Also können wir diese auch grad an zwei Abenden nutzen», sagt Müller. Zwei Bühnen stehen zur Verfügung. Eine im Gare de Lion, eine davor. Während indoor eher spezifische Sachen präsentiert werden, soll draussen das grössere Publikum angesprochen werden. Seit Montag sind die Aufbauarbeiten in vollem Gang.

Wenn eine Identitätskrise phänomenal klingt
Rund 2000 Besucher werden an den beiden Abenden erwartet – 500 am Freitag und 1500 am Samstag. Das wären doppelt so viele Leute wie bei der zweiten Durchführung des Anlasses im Jahr 2016. Ein möglichst grosses Wachstum streben die Organisatoren aber gar nicht an. «Wir wollen nicht allzu gross werden und somit den Charme behalten», sagt Müller.

Das Programm ist etwas für Szenekenner. Die Hamburger Rockband Kettcar und die Alternative Rocker Wolf Alice aus London bringen eine ordentliche Portion Grossstadtluft in die Äbtestadt. Auch die Ostschweizer Musikszene ist mit Dachs und Panda Lux würdig vertreten. Das Elektropop-Duo Mynth aus Salzburg dürfte Electro-Kennern ein Begriff sein. Mit ihren unverwechselbaren Vibes im Gepäck haben sie die halbe Welt bereist. Der Sound von Weval setzt sich zusammen aus kraftvollen Beats und epischen Melodien. Die Electro-Formation aus Holland erzeugt dynamischen Sound und etwas Pop-Magie. Hip-Hop-Fans wird das Herz beim Namen Estikay höherschlagen. Der Hamburger Rapper war bereits mit Sido im Studio. Die Progressive-Rock-Band Tides Of Man aus Florida entwickelt sich gerade hin zu einer Postrock-Instrumentalband und befindet sich damit mitten in einer Identitätskrise – die phänomenal klingt. Fern aller Balkan-Pop Klischees bringt die zehnköpfige Band Šuma Čovjek pure Lebenslust auf die Bühne. Einen flauschigen Gefühlsteppich legen Xul Zolar mit ihren Popmelodien aus. Die Kölner Indie-Pop Band beweist Mut zu zarten Klängen.