Über die Jahresrechnung 2020 mit dem erzielten Ertragsüberschuss von 4,7 Millionen Franken – hallowil.ch hat darüber berichtet – haben die Uzwiler Stimmberechtigten an der Bürgerversammlung vom 31. Mai zu befinden. Der von Verwaltungsleiter Thomas Stricker gestaltete Bericht enthält wie üblich viele Einzelheiten zu den Amts- und Verwaltungsbereichen. Aufschlussreich illustriert ist er diesmal durch Bilder von jungen Menschen in einer Berufslehre, zusammen mit ihren Ausbildnern. Die Fotos stammen alle von Bildforum Peter Dotzauer, Henau.

Als Königsweg bezeichnet Gemeindepräsident Lucas Keel in seinem Vorwort das duale Bildungssystem. Es sei Ausdruck einer Weitsicht und der Überzeugung, dass es sich lohne, in die Ausbildung der künftigen Generation zu investieren. Auch dann, wenn der junge Mensch das im Betrieb und in der Berufsschule Gelernte später allenfalls bei der Konkurrenz einsetze.

Keine «richtige» Stadt

Mit seinen 13'000 Einwohnern ist Uzwil eine von neun Städten im Kanton St. Gallen. Statistisch braucht es dazu 10'000 Einwohner. 40 Prozent aller St. Gallerinnen und St. Galler wohnen in diesen neun Gemeinden. 62 Prozent aller Beschäftigten des Dienstleistungssektors und 38 Prozent aller Beschäftigten des Industriesektors arbeiten hier. Hier stehen auch zwei Drittel aller Hochhäuser. Auch wenn Uzwil zum illustren Kreis der St. Galler Städte gehört, wird im Amtsbericht folgendes Fazit gezogen: «Uzwil weist zwar an verschiedenen Orten urbane Züge auf und ist auch Zentrum einer Region. Es ist aber trotzdem keine ‘richtige’ Stadt. Das passt zum Selbstverständnis der Siebendörfer-Gemeinde an den Gestaden von Uze, Thur und Glatt. Einwohnerzahl hin oder her.»


Uzwiler Besonderheiten

Aus dem Bericht «Städte im Kanton St. Gallen» sind im Uzwiler Amtsbericht einige Besonderheiten aufgeführt. Uzwil ist eine junge Stadt. Es weist den höchsten Anteil an Kindern und Jugendlichen auf, was eher untypisch für eine Stadt ist und nur von Flawil überboten wird. Am anderen Ende der Altersskala ist der Anteil der über 65 Jahre alten Einwohner in Uzwil geringer als in den meisten anderen Städten. Was die Beschäftigung betrifft, weist Uzwil den höchsten Anteil im industriellen Sektor und den tiefsten im Dienstleistungssektor auf. Beides ist ebenfalls untypisch für eine Stadt. Und der Besonderheiten sind noch weitere: Fast 70 Prozent der Wohnbauten in der Gemeinde – so viele wie in keiner anderen Stadt – sind Einfamilienhäuser. Mit durchschnittlich 2,4 Personen pro Haushalt weist Uzwil den höchsten Wert von allen neun Städten auf.  Typisch Stadt ist Uzwil beim Anteil der öffentlich zugänglichen Räume wie Plätze, Park- und Sportanlagen: Hier belegt Uzwil Rang drei hinter St. Gallen und Rorschach. Uzwil weist eine vergleichsweise hohe Zahl Personenwagen pro Haushalt auf. Diesbezüglich ist Uzwil mehr Dorf als Stadt. Schliesslich ist auch die Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr in den meisten der neun Städte besser als in Uzwil.