Über die geplante Sanierung des Zuzwiler Dorfbachs informierten der Gemeinderat und die Projektleiter der Brühwiler AG, Bauingenieure und Planer sowie Armin Meier von der Strittmatter Partner AG.Das heftige Gewitter vom 14. Juni 2015 mit starken Regenfällen liess den Zuzwiler Dorfbach an verschiedenen Stellen über die Ufer treten und richtete Schäden an. Mit Bildern erinnerte Gemeindepräsident Roland Hardegger einleitend an diese Naturkatastrophe. Sie löste beim Gemeinderat und der Perimeterunternehmung Dorfbach den endgültigen Entscheid aus, für die Sanierung ein Projekt zu erstellen. Aufgrund der Naturgefahrenkarte des Kantons beauftragte der Gemeinderat schon im Oktober 2014 die Brühwiler AG, Bauingenieure und Planer, Gossau mit der Ausarbeitung eines Vorprojekts. Die verantwortlichen Planer stellten nun an der Informationsveranstaltung das Vorprojekt vor.

Interessierte Bürgerschaft
Der volle Saal des Begegnungszentrums Triangel zeigte das grosse Interesse der Bürgerschaft. Das kam auch an der rege benutzten Fragerunde nach der Vorstellung des Vorprojekts zum Ausdruck. Die kompetenten Fachleute gingen auf die vorgebrachten Anliegen und Fragen ein. So wurden unter anderem einige utopische Vorstellungen von Umleitungen des Bachs oder Unterquerung des Kirchhügels mit einleuchtenden Kosten-Nutzen-Argumenten widerlegt. Vorschläge aus der Bevölkerung bezüglich Zonen- und Richtplan würden gerne entgegengenommen, sagte der Gemeindepräsident. Neben den Planern waren am Anlass auch Vertreter der zuständigen kantonalen Fachstellen anwesend.

Sanierungsmassnahmen vorgestellt
Jasmin Lude von der Brühwiler AG informierte mit einer Powerpoint-Präsentation über den Istzustand und die vorgesehenen Sanierungsmassnahmen. Das Projekt sieht einen naturnahen, hochwassersicheren Vollausbau des Dorfbachs vor. In das Zuzwiler Gemeindegebiet kommt der Dorfbach aus der Gemeinde Wuppenau und fliesst unterhalb von Weieren in die Thur. Bei einer Gesamtlänge von 2‘470 m fliesst er rund 700 m durch dichtbesiedeltes Gebiet. Nicht weniger als elf Brücken überqueren den Dorfbach. Dazu kommen noch zwei Unterquerungen von Strassen. Fast alle Übergänge müssen angepasst werden, weil die Abflusskapazität zu gering ist. Die Abflussprofile werden erweitert, die Bachsohlen abgesenkt und neue Ufer- und Stützmauern erstellt.

Hochwasserschutz gewährleistet
In einem Variantenstudium wurde eine allfällige Umleitung bei Hochwasser im Gebiet Mettlen untersucht. Eine Ausleitung sowie eine Umleitung beim Gerenbach überzeugte nach Meinung der Fachleute bezüglich Wirtschaftlichkeit, Systemstabilität und Überlastfall. Mit der im Vorprojekt vorgesehenen Ausbaulösung für den Zuzwiler Dorfbach kann der Hochwasserschutz für Zuzwil und Weieren auf der ganzen Ausbaulänge gewährleistet werden. Das gewählte Bachprofil trägt einem naturnahen Ausbau der Gewässer nachhaltig Rechnung. Der Kanton erachtet das Vorprojekt gesamthaft als ausgewogen und attestiert eine hohe Planungsgenauigkeit.


Auflage Vorprojekt
Armin Meier von der Strittmatter Partner AG beleuchtete die rechtliche Seite der Baulinien- und Teilzonenpläne. Im Gewässerschutzgesetz vom 1. Juli 2011 sind die Festlegung der Gewässerräume und Funktionen beim Hochwasserschutz, der Ökologie und der Nutzung geregelt. Damit wurde eine Rechtssicherheit für Grundeigentümer geschaffen. Gewisse Abweichungen und Kompromisse sind bei Bedarf möglich. Im Teilzonenplan sind die Grünzonen beim Gewässerraum definiert. Das Vorprojekt und die Baulinien- und Teilzonenpläne werden im September 2017 öffentlich aufgelegt.

Kostenschätzung 8 Millionen Franken
Das Auflageverfahren für das Bauprojekt ist auf Frühsommer 2018 geplant. Die Gesamtkosten werden auf etwa 8 Mio. Franken geschätzt. Die Beiträge von Bund und Kanton stehen bei 50 bis 60 Prozent. Bei den Gemeindebeiträgen beträgt der Anteil wenigstens 25 Prozent der Kosten für Bau und Unterhalt. Ein Kostenanteil wird auch von der Perimeterunternehmung Dorfbach erwartet.

Im Artikel 40 Absatz 3 des Wasserbaugesetzes heisst es: „Die Eigentümerinnen und Eigentümer der betroffenen Grundstücke, Bauten und Anlagen leisten an die Kosten von Bau und Unterhalt der Gemeindegewässer Beiträge. Die Höhe richtet sich nach dem Interesse des Grundeigentums am Schutz vor Hochwasser und Erosion sowie den Nutzungsmöglichkeiten. Für Renaturierungsmassnahmen werden keine Beiträge erhoben“.

Sprechstunden
Die Gemeindeverwaltung und die Planer bieten Sprechstunden an. Diese finden am 10. und 11. September 2017 im Triangel statt.