Gut 170 Personen informierten sich Ende September in der Turnhalle 1 in Zuzwil über die verschiedenen Möglichkeiten, wie aus dem neuen Zuzwil aktuell hervorgeht. Und dies trotz der zuvor von der SP Zuzwil-Züberwangen kritisierten Zertifikatspflicht. Die Redaktion hatte vor dem Anlass der hallowil.ch-Community die Frage gestellt, wie sie die Zertifikatspflicht sieht. Die Mehrheit der Stimmen zeigt: Man hat kein Problem mit der Zertifikatspflicht.

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Insgesamt wurde 69 mal abgestimmt: 50 Ja-Stimmen stehen dabei 19 Nein-Stimmen gegenüber (Screenshot: Redaktion)

Der Bevölkerung wurden die verschiedenen geprüften Machbarkeitsvarianten sowie deren Vor- und Nachteile vorgestellt. Im Zentrum des Interesses der Besuchenden seit die Bestvariante der Projektgruppe gestanden: Diese sieht im Bereich Chellhof zwei Rückhaltebecken vor. Eines für den Dorfbach mit einem Rückhaltevolumen von über 160'000 Kubikmetern und eines beim Chellbach mit rund 11'000 Kubikmetern Rückhaltevolumen.

Ausbau ist unumgänglich

Trotz des Rückhaltebeckens oberhalb des Dorfes an der Oberdorfstrasse sei ein Teilausbau des Dorfbachs auf der gesamten Länge von rund 2,5 Kilometern unumgänglich. Dieser solle künftig 10 bis 14 Kubikmeter Wasser pro Sekunde sicher ableiten können. Bei einem Vollausbau müsste der Bach auf eine Abflusskapazität von etwa 36 Kubikmetern Wasser pro Sekunde ausgebaut werden. Egal welche Variante gewählt werde: am Bach müsse so oder so gebaut werden, heisst es im Beitrag weiter. Einzig die Dimensionierung des Bachs und dessen Ausgestaltung variiere je nach Variante. Die Projektgruppe ist überzeugt, dass der von ihr favorisierte Lösungsvorschlag im Vergleich zu einem Vollausbau ein massiv kleinerer Eingriff im Dorfbild ist.

Was hoch die Kosten werden, stehe derzeit noch nicht fest. Die Fachleute der IUB Engineering AG gingen davon aus, dass die Variante mit Retention gegenüber des Vollausbaus rund zehn Prozent teurer sei. «Bei allen Varianten ist der Ausbau des Dorfbachs der Kostentreiber», erklärte Georg Möller von der IUB Engineering AG in Bern. Folglich dürften sich die Kosten der verschiedenen Lösungen nicht so markant unterscheiden, wie man auf den ersten Blick meine könnte.

Auf dem richtigen Weg

Nun soll ein Vorprojekt erarbeitet werden. Bevor dieses in Angriff genommen werde, habe die Projektgruppe bewusst die am stärksten betroffenen Grundeigentümer, die Begleitgruppe und die breite Bevölkerung über die Projektidee orientiert. Ziel des frühzeitigen Miteinbezugs der Bevölkerung sei es, herauszufinden, ob man auf dem richtigen Weg sei. Ein Stimmungsbild am Ende des Informationsabends habe gezeigt, dass eine grosse Mehrheit die Weiterbearbeitung der Bestvariante begrüsse, ausserdem hätte sich keine der anwesenden Personen gegen die Weiterverfolgung der Idee «Retention mit Teilausbau» ausgesprochen. «Dieses klare Signal freut die Projektgruppe und motiviert uns zusätzlich, die Bestvariante voranzutreiben», sagt Gemeindepräsident Roland Hardegger. Bis Ende Jahr werde von den verschiedenen Ämtern des Bau- und Umweltdepartementes des Kantons St. Gallen eine Stellungnahme aus der Vorprüfung erwartet. Sobald diese vorliege, werde die Projektgruppe die nächsten Schritte einleiten.

Die Gemeinde Zuzwil hat die Fragen und Antworten aus der Informationsveranstaltung zusammengetragen und stellt sie der Dorfbevölkerung und weiteren Interessierten zum Download zur Verfügung.

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So hat hallowil.ch bisher berichtet (29.9.21)

Hochwasserschutz: Info-Anlass gibt zu reden – wegen Zertifikatspflicht

Die SP Zuzwil-Züberwangen stört sich an der Zertifikatspflicht für den Info-Anlass heute Abend zum Hochwasserschutz am Zuzwiler Dorfbach und sieht ein Grundrecht der Demokratie bedroht. hallowil.ch hat nachgefragt, warum das so ist und was die Gemeinde dazu sagt.

Schon vor dem Beginn gibt die Informationsveranstaltung von heute Abend zum Hochwasserschutz am Zuzwiler Dorfbach zu reden. So hat die Redaktion am Dienstagnachmittag eine Medienmitteilung der SP Zuzwil-Züberwangen erreicht, in der die Partei Befürchtungen betreffend der Zertifikatspflicht am Info-Anlass äussert: «Die SP ist der Meinung, dass man mit der vorgegebenen Zertifikatspflicht ein Teil der Bevölkerung ausschliesst.» Trotz der aktuellen Weisung des Bundesamts für Gesundheit (BAG) in Bezug auf die Zertifikatspflicht seien «Anlässe zur politischen Meinungsbildung von der Pflicht ausgenommen». Das stimmt zwar, aber nur bis zu einer bestimmten Anzahl Personen: Gemäss den neusten Weisungen des BAG sind etwa «religiöse Feiern, Bestattungen sowie Anlässe zur politischen Meinungsbildung mit bis zu 50 Personen» von der Zertifikatspflicht ausgenommen.

Ob man denn mit deutlich über 50 Besuchern rechne, kann Ruth Grünenfelder, Ansprechperson der SP Zuzwil-Züberwangen, nicht beantworten. So betont sie, dass die SP nicht zu den Veranstaltern gehöre, und man deshalb dazu auch keine Aussage treffen könne. Der Zuzwiler Gemeindepräsident Roland Hardegger rechnet auf Anfrage von hallowil.ch hingegen mit 100 bis 200 Besuchern. Er gibt sich ausserdem zuversichtlich, dass die Zertifikatspflicht nicht zu Konflikten mit Interessierten führen wird, die keinerlei Zertifikat vorweisen können. So habe ein vergleichbarer Anlass in einer «anderen St. Galler Gemeinde» letzte Woche gezeigt, dass jene Personen ohne Zertifikat Verständnis geäussert hätten, es seien auch nur «ganz wenige» gewesen.

Dem Vorwurf der SP Zuzwil-Züberwangen, man würde einzelne Personen ausschliessen, widerspricht Roland Hardegger: Immerhin könne man sich derzeit noch immer kostenlos testen lassen. «Es sind also alle willkommen.» Er anerkennt aber auch, dass wir «in einer schwierigen Zeit leben». Dass man mit einem negativen Testresultat die Veranstaltung besuchen kann, anerkennt Ruth Grünenfelder zwar, sagt aber gleichzeitig, dass es auch um die Frage gehe, ob man dem Bund zusätzliche Kosten auferlegen wolle.

Was sagt die hallowil.ch-Community zur Zertifikatspflicht bei politischen Veranstaltungen? 

Umfrage am Ende des Artikels ausfüllen oder Mail an die Redaktion senden: redaktion@hallowil.ch

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So hat hallowil.ch bisher über den bevorstehenden Anlass berichtet (23.9.21)

Dorfbach Zuzwil: Hochwasserschutz muss zeitnah gewährleistet werden

Gemäss Gefahrenkarte sind bei einem Hochwasserereignis grosse Teile der Dörfer Weieren und Zuzwil betroffen. Entsprechend wichtig ist es, möglichst zeitnah am Dorfbach Hochwasserschutzmassnahmen zu treffen. Nur so kann die Gefahr von grossen Schäden reduziert werden.

Kommenden Mittwoch, 29. September 2021, 19 Uhr, findet in der Turnhalle 1 in Zuzwil eine Informationsveranstaltung zu möglichen Hochwasserschutzmassnahmen am Dorfbach statt. Der Dorfbach Zuzwil sorgt schon ein paar Jahre für Gesprächsstoff in der Gemeinde, so etwa an der Ortsbegehung von 2019. Das Ingenieurbüro IUB wird die mit der Projektgruppe ausgearbeitete Machbarkeitsstudie präsentieren. Zudem wird die von der Projektgruppe favorisierte Lösungsvariante vorgestellt. Die Bevölkerung ist eingeladen, an der Diskussion teilzunehmen.

Zu geringe Abflussmenge

Die aktuelle Abflusskapazität für ein 100-jähriges Hochwasser ist beim Dorfbach deutlich zu gering. Entsprechend müssen geeignete Massnahmen getroffen werden, um die Gefahr von Überflutungen von Wohn-, Gewerbe- und Industriegebieten zu bannen. Wie gross das Schadenpotential im Falle eines Hochwasserereignisses in Zuzwil sein könnte, lässt die Gefahrenkarte erahnen. Auf dieser ist ersichtlich, dass nebst den Bachanstössern weite Teile von Zuzwil und Weieren von Hochwasserschutzmassnahmen profitieren würden. Aktuell befinden sich zahlreiche Gebäude und Infrastrukturanlagen im gefährdeten Gebiet.

Erinnerungen an Juni 2015

Letztmals waren Teile des Zuzwiler Gemeindegebietes im Juni 2015 von einem Unwetter betroffen. Damals sprach man von einem rund 20 Jahre wiederkehrenden Ereignis. Speziell und erschwerend in Zuzwil ist, dass die aus dem Bachbett entwichenen Wassermassen von der Topografie her durch das Dorf fliessen. Das Wasser fliesst auch bei sinkendem Pegelstand nicht überall zurück in den Dorfbach. Es bleibt zusammen mit Sedimenten, Geschiebe und Gehölze auf den Feldern und Wiesen zurück. An den Immobilien, am Hausrat und am Kulturland entstehen grosse Schäden.

Covid-Vorschriften

Für Anlässe mit mehr als 50 Personen gilt die Zertifikatspflicht. Besucher sind deswegen gebeten, frühzeitig zu erscheinen und Ihr Covid-Zertifikat zusammen mit einem Personalausweis bereitzuhalten.