Seit über 50 Jahren gibt es das Dorffest in Wiezikon; ganz klein und bescheiden vor Jahrzehnten ist es bis heute zum 3-tägigen Volksfest angewachsen. In diesem Jahr wird die Politische Gemeinde Sirnach 20 Jahre alt und feiert diesen Anlass ebenfalls zusammen mit dem Dorffest in Wiezikon.
Vom Kohlenfest zum Dorffest Wiezikon
Es begann im 1965 mit dem sogenannten Kohlenfest. Mit Kohlen oder Köhlerei hat es nichts zu tun, sagt Werner Thalmann, der Wieziker, der seit Anfang dabei ist. Mit der Zeit hat sich das Fest weiterentwickelt und vergrössert. Heute dauert das Fest 3 Tage, aber wenn man vom Aufbau bis zum Auräumen mitzählt, dauere es gut und gerne 11 Tage, meint der Bauchef vom OK. Hildegard Sprenger die mit ihrem Mann Hugo zusammen das OK präsidiert, den Festführer gestaltet und noch vieles anderes macht, arbeitet ebenfalls unzählige Stunden für das Dorffest, aber die Arbeit lohne sich, sagt sie und schaut sich zufrieden im vollen Festzelt um. Bis am Sonntagmittag sei alles friedlich abgelaufen und keine nennenswerten Zwischenfälle sind vorgekommen.

9. Ländlertreffen am Freitagabend
Der Entlebucher Hubi Schnider übernimmt die Moderation des Abends und zeigt dazwischen auch eigene Showacts. Mit Witz und Humor führt er durch das Programm. Der Abend wird eröffnet vom „Echo vom Paradiesli“, einer Nachwuchs-Ländlerformation mit den Geschwister Reichmuth aus Unteriberg. Shanja,mit 11 Jahren die jüngste der Geschwister spielt Trompete und Alphorn, Alisha Keyboard, Saxophon und Gesang und die beiden Brüder Simon und Michi an der Handorgel. Der Auftritt des einheimischen Jodelclub Sirnach heizt die Stimmung noch mehr an im Zelt. Unter der Leitung von Heidy Gerber zeigen die Sirnacher was sie können. Auch die „Lutere-Buebe“ aus dem toggenburgischen Ennetbühl ziehen das Publikum in ihren Bann und es wird geschaukelt und geklatscht. Den Abschluss vom ersten musikalischen Block macht das „Trio Chnüschperli-Buebe. Über 250 Personen sind an diesem Freitag in Wiezikon und festen bis tief in die Nacht hinein.

Pole Acrobatic, Zauberer, Komik und Show mit den „Herkules“
Der Samstagabend bietet ein Unterhaltungs-Mix das den Leuten sehr gefällt. In der wiederum fast vollen Festhütte herrschte eine Super-Stimmung. Die Pole-Akrobatin Martine Bucher erntet ebenso grossen Applaus wie der Zauberer Frank Borton und natürlich die „Herkules“ mit ihrer frischen Show. „Herkules“ gibt es bereits seit 57 Jahren und sind weit über die Schweizer Landesgrenzen hinaus bekannt.
Die „Pläuschler“ aus Andwil SG führen humorvoll durch den Abend und spielen anschliessend an das Programm zum Tanz auf.

Musikalischer Frühschoppen,
20 Jahre politische Gemeinde Sirnach und „Ochs am Spiess“

Die Musikgesellschaft Sirnach hat gleich zwei „Erste Male“ zu präsentieren. Einerseits den ersten Auftritt in der neuen Uniform in der Schweiz, wie Präsident Matthäus Walzthöny schmunzelnd meinte und andererseits den ersten Kurz-Einsatz des neuen Dirigenten Bruno Uhr, der ab August die musikalische Leitung der MG Sirnach übernehmen wird.
Am 1.1.1997 startete die politische Gemeinde auf Grund eines Grossrats-Beschlusses den Gemeindedualismus bis im Jahr 2000 aufzuheben. Nach intensiven Vorbereitungen der damaligen Ortsgemeinden in der Munizipalgemeinde Sirnach (Busswil, Wiezikon, Horben, Wallenwil, Eschlikon und Sirnach) und diversen Abstimmungen wurde dann die Politische Gemeinde Sirnach und auch Eschlikon gegründet.
Kurt Baumann, Gemeindepräsident von Sirnach begrüsst die Anwesenden am Sonntagmorgen mit einer kurzen Ansprache. Er beginnt mit einem Zitat vom deutschen Politiker Hermann Schmitt-Vockenhausen: „Die Gemeinden sind der eigentliche Ort der Wahrheit, weil sie der Ort der Wirklichkeit sind.“ Kurt Baumann hat die Gelegenheit ergriffen, das Jubiläum der Gemeinde Sirnach in das Dorffest Wiezikon zu integrieren. Er lobt die Zusammenarbeit mit dem Dorfverein Wiezikon und freut sich, hier Gastrecht erhalten zu haben. Die Entwicklung der Gemeinde Sirnach wird im 1. OG vom Schürli in Wiezikon in einer kleinen Ausstellung aufgezeigt. Dass Busswil, Wiezikon und auch Sirnach trotz Wachstum ihre dörfliche Struktur und Traditionen beibehalten haben, freut Kurt Baumann sehr. Der Gemeinderat hat beschlossen, die Bevölkerung zu diesem Anlass zu einem Zmittag einzuladen. Der Vorschlag mit dem Ochs am Spiess wurde auch vom Dorfverein Wiezikon sehr gut aufgenommen.
Wenn dies alles ein Märchen wäre, dann hätte eine gute Fee Kurt Baumann drei Wünsche
gewährt, die in Erfüllung gehen sollen. Dies ist aber kein Märchen sondert Tatsache und Kurt Baumann wünscht sich und der ganzen Bevölkerung von der politischen Gemeinde: 1. Die Gemeinde zu einem Ort machen, in der man friedvoll und ohne Diskriminierung zusammen- leben kann; 2. Den Ehrgeiz zu haben, die Gemeinde auch in den nächsten 20 Jahren zum besten Standort zu machen für die Bürger; Der dritte Wunsch ist eine Herzensangelegenheit; Behörden, Vereine, Kirche und Bevölkerung sollen offene und konstruktive Dialoge führen können. In diesem Sinne wünscht Kurt Baumann allen Festbesuchern guten Appetit und einen schönen Ausklang des Dorffestes. Es lebe die Gemeinde Sirnach!