Am Donnerstag, 9. November 2017, lud die CVP Uzwil ihre Mitglieder gleich zu zwei informativen Anlässen ein: Zuerst zum Betriebsrundgang durch die Dorfmetzg Tanner an der Felseggstrasse in Henau. Dann zur Erörterung des Budgets 2018 der Gemeinde Uzwil im „Rössli“ Henau, an der Gemeindepräsident Lucas Keel Red und Antwort stand.Am letzten Samstag stattete ich um 11.30 Uhr der Dorfmetzg Tanner In Henau einen Besuch ab. Dabei konnte ich mich überzeugen: Sowohl beim Verkaufsladen an der Strasse, in dem man zu viert bediente, wie auch beim Engros-Verkauf (Verkauf von grossen Fleisch- und Wurstmengen): Ein grosser Andrang von Kunden von überall her.

Sehr eindrücklicher Rundgang
Die rund zwei Dutzend, die am Donnerstag der Einladung zu einem Betriebsrundgang gefolgt waren, wurden von Marcel Tanner begrüsst und durch die grosszügig angelegten Betriebsräume geführt. Seit der Übernahme der Metzgerei, der auch der „Hirschen“ angegliedert war, durch die Familie Tanner im Jahre 1973, wurde der Betrieb mehrmals angepasst oder vergrössert, zuletzt 2016. Gegenwärtig beschäftigt die Dorfmetzg 18 Personen, wovon 15 fest angestellt sind. Die Fleischprodukte werden bis weit über die Region an Wurststände, Festorganisatoren, Restaurants oder Hotels geliefert; so erfolgt auch jeden Tag eine Lieferung nach Zürich.

Der Rundgang folgte den Produktionsschritten, vom 1983 erbauten Schlachthaus zur Ausbeinlerei, zur Wursterei (am nächsten Tag plante man die Produktion von 9000 Würsten!), zur Kocherei, zur Wäscherei. Marcel Tanner oder sein Bruder René gingen auf dem Rundgang auch auf die spontan aufkommenden Fragen ein, die oft von interessierten Frauen gestellt wurden. Mit Freude nahmen die Besucher am Schluss das Angebot eines frischen Wienerli samt Brot und Drink an; nochmals Gelegenheit, Tanners Fragen zu stellen oder ihnen für den aufschlussreichen Rundgang zu danken.

Rosige Aussichten für die Gemeindefinanzen
Im nahen “Rössli“ galt dann die Aufmerksamkeit der „freundlich“ gestalteten Broschüre zum Budget 2018 der Gemeinde Uzwil, die mit Bildern der Kunstmalerin Pia Roshardt geschmückt sind. Der Voranschlag rechnet mit einem Defizit von 217 000 Franken bei einem reduzierten Steuerfuss von 133 % (bisher 140 %). „Wir dürfen, was die Gemeindefinanzen anbelangt, positiv in die Zukunft schauen“, begann Gemeindepräsident Lucas Keel seine detaillierten Ausführungen zum Budget.

„Die Steuereinträge 2017 liegen über dem Budget, und das Zinsfuss-Niveau sei zurzeit sehr günstig. So habe man einen Kredit für die nächsten 15 Jahre für gerade ½ % erhalten. Der Gemeinderat geht die nächsten Jahre von einem Eigenkapital von 10 Mio. Franken und maximalen Schulden von 30 Mio. Franken aus“.

Grosse Investitionen stehen an
Lucas Keel beleuchtete im Folgenden verschiedene grössere Aufwendungen, so die Umnutzung des Noch-Gemeindehauses an der Flawilerstrasse (neu: Soziale Dienste), Aussenrenovation der Turnhalle Neuhof samt Photovoltaikanlage, Projektierungskredit Schulraumerweiterung Herrenhofschulhaus, Ersatz Parkplatz Lindenstrasse (im Zusammenhang mit den Plänen für einen Neubau der Migros an der Lindenstrasse) usw.

Auf Interesse stiessen auch die Darlegungen zur Erweiterung des zu 99.8 % ausgelasteten Seniorenzentrums Sonnmatt, bei der 79 neue Wohnungen geplant sind. Zudem möchte man die Viererzimmer abschaffen. Diese Erweiterung wird rund 35 Mio. Franken kosten und frühestens 2022 zur Verfügung stehen. Damit wird die „Sonnmatt“ zu einem der grössten Altersheime des Kantons gehören.

Beim Fahrplanwechsel 2018 stehen bedeutende Veränderungen bevor. Der Ortsbus macht zwei Buslinien Platz; diejenige von Flawil nach Uzwil führt dann bis zum Gaswerk. Die Nummer 726 von Wil endet im Waldhof. Die Haltestelle Marienfried wird dabei zu einem richtigen Verkehrsknotenpunkt.

Zentrumsgestaltung Uzwil mit Fragezeichen
Im Investitionsprogramm ist im Budget 2018 unter „Zentrumsgestaltung Uzwil“ ein Betrag von 3 Mio. eingesetzt; weitere Hinweise dazu fehlen. Das hängt damit zusammen, dass dies ein Projekt des Kantons ist, welches die Bahnhofstrasse betrifft. Man könnte da sagen: „Es tut sich was, aber man sieht noch nicht klar“. Die Rede ist von Lichtsignalsteuerung und Parkplatzgestaltung. Übrigens besteht eine Planungszone Bahnhofstrasse/Konsumstrasse, für die der Gemeinderat eine Planauflage vom 7. November bis 6. Dezember 2017 angekündigt hat und die bezweckt, dass maximal zwei Jahre hier nichts gebaut wird.

Ein Fragesteller erkundigte sich, ob angesichts der vielen Neubauten, so zukünftig auch auf der Högger-Wiese (auch Grossacker genannt), die Schulraumplanung dies berücksichtige. Lucas Keel bejahte dies, die geplanten 300 Wohnungen auf der Högger-Wiese würden in drei Etappen gebaut.

Neues Anforderungsprofil für Leiter Technische Betriebe
Betreffs Nachfolge des Chefs der Technischen Betriebe führte Keel aus, dass sich die Anforderungen für diesen Stelleninhaber angesichts des Projekts Fernwärme geändert hätten. Gemeint ist ein Wärmenetz, das ab der Bühler-Heizzentrale via Sonnmatt Richtung Entwicklungsgebiet Grossacker führen würde. Die Abwärme aus der Eisaufbereitung würde als zusätzlicher Wärmelieferant genutzt. Die Wahl für die offene Chefstelle bei den Technischen Betrieben werde noch vor Jahresende erfolgen.

Radweg Niederstetten-West zusammen mit der Zentrumsgestaltung Niederstetten
Armin Benz wies auf zwei Punkte im Investitionsprogramm: Zentrumsgestaltung Niederstetten, vorgesehen für 2019 für 1, 5 Mio. Franken. Radweg Niederstetten-Salen für 2022, für 400 000 Franken. Er schlug vor, die beiden Projekte gemeinsam zu realisieren, auch wenn das Kiesauffüllprojekt der Holcim da noch im Weg stehe. Schliesslich habe seinerzeit die 2003 eingereichte Initiative für einen Radweg die ganze Strecke von Niederuzwil bis Schwarzenbach im Auge gehabt. Lucas Keel brachte hier Vorbehalte an.

Nach rund zwei Stunden mit einer Menge von Infos stimmte die von 19 Personen besuchte Versammlung der Steuerfuss-Senkung wie auch dem Budget 2018 zu. Remo Wirth kündigte in seinem Schlusswort an, dass die HV der CVP am 23. März 2018 im „Ochsen“ stattfinde.